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LoS! – Handlungshilfen stärken Beschäftigte und Führungskräfte im Umgang mit kritischen Lebensereignissen

Kritische Lebensereignisse, wie Pflegesituationen, finanzielle Schwierigkeiten oder Trennungen treffen Menschen oft unvorbereitet und bedeuten eine erhebliche Belastung, die vor dem Arbeitsplatz nicht Halt macht. Die LoS!-Handlungshilfen („LoS!“ steht dabei für „lebensphasenorientierte Selbsthilfekompetenz“) sensibilisieren Multiplikatoren und Führungskräfte für Notsituationen ihrer Beschäftigten und bieten den Betroffenen konkrete Orientierung und Unterstützung.

Ein Mann mittleren Alters schaut nachdenklich, das Kinn auf die Hand gestützt, in die Ferne. © Institut für gesundheitliche Prävention (IFGP)

Ausgangslage

Was war die Herausforderung?

Um wettbewerbsfähig zu sein, benötigen Unternehmen gut ausgebildetes und leistungsfähiges Personal, das der Arbeitstätigkeit möglichst bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter nachgehen kann. Unternehmen sind gefordert, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Arbeit, Arbeitsbedingungen und Einflüsse auf die Beschäftigten so zu gestalten, dass eine langfristige Beschäftigung überhaupt möglich ist. Hier sind Arbeitgebern jedoch Grenzen gesetzt, denn einige private Einflüsse sind nur bedingt von ihnen gestaltbar. So haben nicht selten kritische Lebensereignisse (z. B. Verschuldung, Tod von Angehörigen, Scheidung) und Lebensphasen (z. B. Pflege von Angehörigen, Midlife Crisis) gravierende Auswirkungen auf die Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit. In der Unterstützung der Beschäftigten bei der Bewältigung dieser lang andauernden Stresssituationen liegen große Potenziale für Unternehmen und Betroffene.

Aktivitäten

Was wurde wie gemacht?

Das Institut für gesundheitliche Prävention (IFGP) hat für die Initiative Neue Qualität der Arbeit Strategien und Unterstützungsangebote entwickelt, die Unternehmen dazu befähigen, das Thema strukturiert anzugehen. Sie lotsen die Betroffenen und ihre Vorgesetzten zu passenden Angeboten und Ansprechpartnern, die die Selbsthilfekompetenz der Beschäftigten fördern und stellen einen wesentlichen Beitrag in der Unterstützung von Betroffenen dar. Um einen schnellen und niedrichschwelligen Zugang zu Unterstützungsangeboten zu erleichtern, wurden Medien und Produkte entwickelt, die in jedem Unternehmen (KMU oder GU) eingesetzt werden können. Es geht darum, den Dialog zwischen Betroffenen, Führungskräften und dem Unternehmen zu fördern und alle Beteiligten zur Selbsthilfe anzuregen. Das INQA-Projekt „LoS!“ wurde im Pilotunternehmen REWE Group entwickelt und erprobt. Die Toolbox „LoS!“ umfasst folgende methodische und ereignisbezogene Handlungshilfen:

Know-how im Umgang mit betroffenen Mitarbeitern

LoS!-webbasiertes Training „Mitarbeiter in kritischen Lebensereignissen führen“

Dieses Training wurde für Personalverantwortliche und Menschen mit Führungsverantwortung sowie Multiplikatoren entwickelt. Es bietet die Möglichkeit, zeitlich flexibel Informationen abzurufen und Wissen sowie Kompetenzen im Umgang mit Beschäftigten in kritischen Lebensereignissen aufzubauen.

LoS!-Training für Multiplikatoren (Präsenzseminar)

Die Qualifizierung zum „Multiplikator LoS!“ umfasst neben konkreter Wissensvermittlung und Sensibilisierung für die Bedeutung des Themas auch praxis- und anwendungsorientierte Hilfen wie Gesprächstechniken im Umgang mit betroffenen Beschäftigten. Multiplikatoren können Vertrauenspersonen, Personalreferenten, Suchtbeauftragte, Vertreter des Betriebsrats oder der Schwerbehindertenvertretung sein.

LoS!-Handlungshilfe „Wie führe ich…? – Gespräche mit Betroffenen“ [PDF, 492 KB]

Diese Handlungshilfe enthält Empfehlungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Gesprächs mit Beschäftigten, die sich in einer kritischen Lebenssituation befinden. Auch die Rolle der Personalverantwortlichen wird dabei reflektiert.

 

Know-how im Umgang mit kritischen Lebensereignissen

Sie widmen sich einzelnen kritischen Lebensereignissen und informieren über erste Schritte und Anlaufstellen. so hilft z. B. der Anbieter-Navigator, sich in den vielfältigen Unterstützungsangeboten zurecht zu finden.

LoS!-Handlungshilfe „Was ist zu tun bei…? – Todesfall“ [PDF, 670 KB]

LoS!-Handlungshilfe „Was ist zu tun bei…? – Finanziellen Problemen“ [PDF, 608 KB]

LoS!-Handlungshilfe „Was ist zu tun bei…? – Trennung/Scheidung“ [PDF, 1001 KB]

LoS!-Handlungshilfe „Was ist zu tun bei…? – Pflege“ [PDF, 579 KB]

LoS!-Handlungshilfe „Was ist zu tun bei…? – Eigener Erkrankung“ [PDF, 689 KB]

LoS!-Handlungshilfe „Wie finde ich Unterstützung...? – Anbieter-Navigator“ [PDF, 728KB]

Zusammenfassend bietet der LoS!-Handlungsleitfaden „Beschäftigte in kritischen Lebensphasen unterstützen“ [PDF, 2MB] eine strategische Handlungshilfe für Unternehmen, die sich aktiv mit der Thematik auseinandersetzen wollen. Exemplarisch zeigt der Handlungsleitfaden Möglichkeiten und Wege für die Umsetzung des Themas in Unternehmen auf und fasst dabei die wichtigsten Projekterkenntnisse und -ergebnisse für den Transfer in jedes Unternehmen übersichtlich zusammen.

Ergebnisse

Was kann erreicht werden?

  • Die ersten Evaluationsergebnisse zeigten, dass die Multiplikatoren ihren betroffenen Kollegen und Kolleginnen wertvolle Unterstützung bieten konnten und die Handlungshilfen von Betroffenen als sehr hilfreich wahrgenommen wurden.
  • Die Offenheit, kritische Lebensereignisse im Unternehmen zu thematisieren, ist gestiegen und damit auch die Möglichkeit, betroffenen Beschäftigten Unterstützung anzubieten.
  • Durch die Vernetzung der Multiplikatoren und die Bereitstellung von Unterstützungsangeboten (Handlungshilfen) ist es gelungen, die Thematik im Unternehmen zu platzieren und ein nachhaltiges Unterstützungsnetzwerk aufzubauen, das auch über das Projekt hinaus weiterentwickelt wird.

Hinweis

Auch der LoS!-Unternehmensreport „Soziale Unterstützung von Beschäftigten in kritischen Lebensphasen – Stand der Auseinandersetzung in deutschen Unternehmen“ [PDF, 3,7 MB] steht zum Download bereit.

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Zusatzinformationen

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Logo der Initiative Neue Qualität der Arbeit

Ansprechpartner/in

Anbieter

Marc Lenze

Geschäftsführer

IFGP Institut für gesundheitliche Prävention
Wolbecker Windmühle 13a
48167 Münster

Telefon: 02506 - 300 28 0

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