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Der Leitfaden zum Screening Gesundes Arbeiten (SGA) - Physische und psychische Gefährdungen erkennen – gesünder arbeiten!

  • Stand: Mai 2016
  • Verfügbarkeit: Verfügbar
  • Artikel-Nr.: 1939

Broschüre

Eine Hand zeigt auf Rückenwirbel an einem Skelett. © Fotoagentur FOX/Uwe Völkner

Nach der praktischen Erprobung in zwei Betrieben im Januar 2010 ist jetzt die Version 2.0 des Leitfadens Screening Gesundes Arbeiten (SGA) verfügbar. Der Leitfaden der Initiative Neue Qualität der Arbeit unterstützt Unternehmen dabei, solche Gefährdungen am Arbeitsplatz zu ermitteln und zu beseitigen, die für Muskel-Skelett-Erkrankungen und damit für einen Großteil der krankheitsbedingten Fehlzeiten in vielen Unternehmen verantwortlich sind.

24,6 Prozent, also rund ein Viertel aller Arbeitsunfähigkeitstage, gehen auf Muskel- und Skelett-Erkrankungen zurück. Durch diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen werden die Produktivität der Beschäftigten, immer öfter auch ihre Psyche und letztlich die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Mitleidenschaft gezogen.

Der Leitfaden Screening Gesundes Arbeiten (SGA) dient zur Durchführung von Beobachtungsinterviews im Rahmen der betrieblichen Gefährdungsbeurteilungen. Er richtet sich vor allem an Führungspersonen, an Fachkräfte für Arbeitssicherheit sowie an Vertreter von Arbeitnehmerinteressen. Sie können mit dem Leitfaden Arbeits- und Gesundheitsschutz im Betrieb sowohl anlassbezogen als auch präventiv umsetzen sowie den gesetzlichen Pflichten in Sachen Sicherheit und Gesundheit nachkommen.

Die Methode SGA ist inzwischen fester Bestandteil des zum Fernlehrgang angemeldeten Qualifizierungskonzeptes "Ausbildung zum Fachreferenten für rückengerechte Verhältnisprävention" der Aktion Gesunder Rücken. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) wird in ihrem branchenspezifischen Competency-Based Training (CBT), das zur Zeit erstellt wird, das SGA im Bereich "Bewegungssystem - Rücken" für die Branche Krankenhaus verwenden.

Das SGA folgt den in der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) im Juni 2008 vereinbarten sieben Handlungsschritten zur Gefährdungsbeurteilung. Ziel des Leitfadens ist die Verminderung von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems bei Beschäftigten mit unterschiedlichen Tätigkeitsprofilen aller Branchen. Soll dieses Ziel erreicht werden, müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer partnerschaftlich und jeder in seiner Verantwortung daran arbeiten. Konkret heißt das: Die Arbeitgeber sind gefordert, gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen anzubieten, die einen gesunden Rücken ermöglichen. Auf der anderen Seite sind aber auch die Beschäftigten gefordert, sich rückengerecht und gesundheitsbewusst zu verhalten.

Das SGA hat nicht nur die "klassischen Rückenkiller" wie beispielsweise Heben und Tragen, Dauersitzen und Dauerstehen im Blick. Das Instrument widmet sich auch den psychischen Fehlbelastungen im Beruf und trägt damit neuen arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung. Denn diese besagen, dass psychische Fehlbelastungen nicht nur zur psychischen Erschöpfung bis hin zum Burnout führen, sondern auch Beschwerden im Bereich des Muskel-Skelett-Systems (mit-) verursachen.

Der Leitfaden besteht aus drei Teilen:

  • Der erste Teil führt in die Handhabung des Instruments ein und gibt einen Überblick über alles Notwendige, was Sie wissen müssen, wenn Sie das Instrument in der betrieblichen Praxis nutzen wollen, also z. B. Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten, Ablauf, benötigte materielle und personellen Ressourcen etc.
  • Der zweite Teil besteht aus dem eigentlichen SGA-Beobachtungsinterview, mit dem die Arbeitsbedingungen in den Betrieben im Rahmen von Interviews ermittelt werden. Die Ergebnisse dienen den Betrieben dann als Grundlage für die Gefährdungsbeurteilung.
  • Der dritte Teil enthält den Wissensspeicher. Hier werden mögliche Defizite bei der Arbeitsplatzgestaltungsowie daraus resultierende Gesundheitsrisiken genannt. Weiterhin werden die Fragen des SGA-Beobachtungsinterviews mit Blick auf das angestrebte Arbeitsschutzziel erläutert und allgemeine Lösungsansätze für häufig auftretende Probleme vorgestellt.

Der Leitfaden wurde gemeinsam mit dem Institut für Arbeits-, Organisations- und Sozialpsychologie der TU Dresden in den Jahren 2004 bis 2008 entwickelt.

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