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Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Link zur Startseite) Eine Initiative für
Arbeitgeber und Beschäftigte

Zukunft sichern, Arbeit gestalten

Teams und Belegschaften systematisch entwickeln

  • Stand: Mai 2017
  • Verfügbarkeit: Verfügbar
  • Artikel-Nr.: 3078

Drei Werkzeuge für Qualifizierung, gute Arbeitsgestaltung und Nachfolgeplanung im Mittelstand

Gruppenfoto eines Teams von Kletterern © Fotoagentur FOX/Völkner

Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Medien nicht über den demographischen Wandel und dessen Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft berichten. Können die Unternehmen mit einer ergrauten Mannschaft künftig in Sachen Wettbewerbsfähigkeit noch punkten? Schließlich scheiden schon heute viele Beschäftigte aus gesundheitlichen Gründen lange vor dem gesetzlichen Rentenalter aus dem Erwerbsleben aus. Und demnächst soll es erst mit 67 in Rente gehen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Einfach so weitermachen wie bisher wird nicht gehen. Arbeit und Arbeitsplätze, die so schlecht gestaltet sind, dass die Menschen nach ein paar Jahren gesundheitlich verschlissen sind, waren schon in der Vergangenheit moralisch zweifelhaft, sind aber künftig zudem ökonomisch untragbar. Das "Humankapital" wird knapper - und damit wertvoller!

Insofern bietet der demographische Wandel auch eine große Chance für bessere Arbeitsbedingungen, welche Wohlbefinden, Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten fördern und unterstützen. Es wird künftig darum gehen, Arbeit so zu gestalten, dass das Leistungspotenzial des jeweiligen Beschäftigten mit der jeweiligen Arbeitsanforderung auf der Zeitachse optimal zusammen passen. Mit anderen Worten: Es gilt, gemeinsam mit den Beschäftigten Erwerbsbiographien zu entwickeln, die für ein ganzes Berufsleben reichen und die dabei die jeweiligen Stärken und Schwächen der Beschäftigten im Altersgang berücksichtigen. Insofern stellt sich nicht die Frage, ob die wirtschaftlichen Herausforderungen der Zukunft mit älteren Belegschaften bewältigt werden können, sondern eigentlich nur die, wie das gehen kann. Denn andere als ältere Beschäftigte wird es in Zukunft kaum geben.

Die Broschüre möchte als Nachfolgebroschüre von "Aller guten Dinge sind Drei" dabei ganz konkrete Hilfestellung leisten. Sie richtet sich an Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer, Betriebs- und Personalräte, Fach- und Führungskräfte sowie auch an Gesundheits- und BEM-Beauftragte. Sie skizziert die Herausforderungen, die mit dem demografischen Wandel verbunden sind, beschreibt, wie eine alternsgerechte Arbeit aussehen sollte, und zeigt Mittel und Wege auf, wie diese erreicht werden kann: Altersstrukturanalyse, Qualifikationsbedarfsanalyse, alternskritische Gefährdungs- und Belastungsbeurteilung und Arbeitsplatzkataster bilden die Grundlage einer jeden Planung von Arbeit und Beschäftigung nicht nur für heute, sondern auch für morgen oder sogar übermorgen – gerade auch für kleine und mittlere Betriebe. Mit ihnen sind Sie in der Lage, Schwachpunkte in den Bereichen Qualifizierung, Arbeitsgestaltung oder Nachfolgeplanung aufzuspüren und zu beheben. Nur wenn die Altersstruktur bekannt ist, die Qualifikationsbedarfe erkannt sind, Gefährdungen und Belastungen identifiziert und ein Überblick über die Arbeitsplätze erstellt worden ist, kann Personalarbeit systematisch betrieben werden. Das ist zweifellos notwendig, denn wer in den genannten Bereichen die Weichen heute nicht richtig stellt, findet sich morgen auf dem Abstellgleis wieder.

Die hier erläuterten Werkzeuge, Vorgehensweisen und Methoden haben den Praxistest bereits bestanden, da die Broschüre auf dem Forschungsprojekt "Erfolgreiche Personalpolitik zu Förderung und Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit im Zuge des demografischen Wandels - Bilanz erprobter Vorgehensweisen und Nachnutzung" basiert, das vom Berufsforschungs- und Beratungsinstitut für interdisziplinäre Technikgestaltung (BIT e. V.) im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) durchgeführt wurde. Ebenso wurden die Methoden langjährig in verschiedenen Branchen in Forschungs- und Beratungsprojekten erfolgreich eingesetzt und kontinuierlich verbessert, wie zum Beispiel in den Projekten „Alternsgerechte Arbeitsgestaltung in der Eisen- und Stahlindustrie“ (www.ergo-stahl.de) und „Den demografischen Wandel in der Textil- und Bekleidungsbranche gestalten“ (www.textil-fit.de).

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