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Know-how Transfer: Wissenssicherung bei HARTING Electric

Moderne Unternehmen werden vom Wissen ihrer Beschäftigten getragen. Damit das Wissen beim Weggang von Mitarbeitern im Unternehmen bleibt, müssen Vorkehrungen getroffen werden. HARTING Electric hat den Prozess zur Wissenssicherung mit Hilfe des INQA-Audits verbessert und neu strukturiert.

Der Projektverantwortliche bei HARTING Patrick Lahme. Der Projektverantwortliche bei HARTING: Patrick Lahme. © HARTING AG & Co. KG

Ausgangslage

Was war die Herausforderung?

Die HARTING Technologiegruppe ist eines der weltweit marktführenden Unternehmen im Bereich der elektrischen und elektronischen Verbindungstechnik. Für HARTING Electric in Espelkamp ist das Know-how der Beschäftigten eine wichtige Unternehmensressource. Wissenssicherung ist daher von größter Bedeutung. HARTING Electric kam es vor allem darauf an, Wissenssicherung und Wissensübergabe nicht dem Zufall zu überlassen, sondern planvoll vorzugehen. Auch ging es darum, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Führungspositionen für diese Aufgabe besonders zu sensibilisieren.

Aktivitäten

Was wurde wie gemacht?

Wissensmanagement wurde bei HARTING Electric bereits in einigen Bereichen durchgeführt. Nun nutzte das Unternehmen das INQA-Audit, um den Prozess der Wissenssicherung einheitlich und strukturiert in allen Bereichen einzuführen. Dabei konzentrierte sich das Unternehmen auf die bereits zuvor identifizierten Zielgruppen: die Inhaber von Schlüsselpositionen im Unternehmen und diejenigen, deren Ausscheiden – etwa wegen des Renteneintritts – bereits planbar ist.

Am Beginn stand die Frage, wie und wo das Wissen in den verschiedenen Unternehmensbereichen gesichert werden kann. Eine erste Ist-Analyse förderte eine Reihe von Mitteln zutage, die bereits zur Sicherung vorhandenen Wissens genutzt wurden: Handbücher, Unternehmenssoftware, Projekträume, Qualitätsmanagement. Daran waren alle Abteilungen von der Entwicklung über die Produktion und das Produktmanagement bis hin zur Finanzplanung beteiligt.

Für die Wissensübergabe wurde anschließend eine Toolbox entwickelt, die die verschiedenen Mittel zur Wissenssicherung enthält und den jeweiligen Vorgesetzten zur Verfügung gestellt wird. Mit Hilfe dieser Toolbox wird ein klar definierter Prozess der Wissensübergabe organisiert. Ein Kernelement ist dabei u. a. ein verbindlicher Wissenstransfervertrag, den Wissensgeber und Wissensnehmer miteinander schließen. Ein Managementhandbuch im Intranet enthält weitere Anweisungen und beschreibt Vorgehensweisen.

Zur Ermittlung von Schlüsselpositionen wurden Kriterien entwickelt. In Rücksprache mit dem Vorgesetzten wird in einem nächsten Schritt festgelegt, in welchem Umfang und mit welchen Mitteln eine Wissenssicherung stattfinden soll. Bei Schlüsselpositionen wird insbesondere darauf geachtet, das Wissen kontinuierlich zu sichern, um bei einem kurzfristigen Ausscheiden des Wissensträgers keine Wissensverluste zu haben.

Im Produktionsbereich findet der Übergang häufig nach dem Prinzip „learning by doing“ statt. Wenn beispielsweise feststeht, dass ein Mitarbeitender in einem Jahr in Altersrente geht, wird im Unternehmen Ausschau nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger gehalten. Erscheint gemeinsames Arbeiten sinnvoll oder stehen wichtige Entscheidungen an diesem Arbeitsplatz an, wird der Nachfolger oder die Nachfolgerin einbezogen und lernt so Zug um Zug den neuen Arbeitsplatz kennen. Ebenfalls besteht für die Führungskräfte im Produktionsbereich die Möglichkeit, ein in der Toolbox verankertes Mittel zur Wissenssicherung und Wissensübergabe zu nutzen.

Ergebnisse

Was konnte erreicht werden?

  • Die Führungskräfte sind für die Bedeutung der Wissenssicherung sensibilisiert und achten in Zusammenarbeit mit der Personalabteilung insbesondere beim Ausscheiden langjähriger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den rechtzeitigen Wissenstransfer.
  • Bei Schlüsselpositionen wird darauf geachtet, dass nach Möglichkeit das Wissen auf mehrere Personen verteilt wird, damit Arbeitsprozesse auch bei kurzfristigem Ausscheiden von Wissensträgern aus dem Unternehmen kontinuierlich weitergeführt werden können.

Erfolgsfaktoren

Was können andere davon lernen?

  • Gute Zusammenarbeit und kooperativer Umgang mit Wissen zwischen den Abteilungen des Unternehmens.
  • Die Führungskräfte müssen sich untereinander und mit der Unternehmensleitung über die Voraussetzungen der Wissenssicherung offen austauschen.
  • Die Kriterien für Schlüsselpositionen müssen im Unternehmen klar definiert und den Führungskräften vermittelt werden.
  • Die Führungskräfte müssen für das explizite und insbesondere auch für das implizite Wissen sensibilisiert werden, das zur Erfüllung der Aufgaben in ihrem Verantwortungsbereich notwendig ist.

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Zusatzinformationen

Logo

Logo des Unternehmens HARTING

Ansprechpartner/in

Praxisunternehmen

Patrick Lahme

Referent HR Projekte

HARTING Electric GmbH & Co. KG
Marienwerderstr. 3
32339 Espelkamp

Telefon: 05772 - 47 9945

Christoph Wagener

Leiter Personalbetreuung

HARTING Electric GmbH & Co. KG
Marienwerderstr. 3
32339 Espelkamp

Telefon: 05772 - 47 9387

Steckbrief

Themen

  • Wissen & Kompetenz
  • Demografie
  • Wissenstransfer

Branche

  • Verarbeitendes Gewerbe

Bundesland

  • Nordrhein-Westfalen

Unternehmensgröße

  • mehr als 250 Mitarbeiter

Standort des Unternehmens

Abbildung des Unternehmensstandortes auf der interaktiven Karte