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11.01.2016

Vielfalt ist ein Wettbewerbsvorteil

Prof. Dr. Jutta Rump, Themenbotschafterin Chancengleichheit & Diversity der Initiative Neue Qualität der Arbeit, über die wichtigsten Trends und Entwicklungen im Jahr 2016.

Foto der Themenbotschafterin Chancengleichheit & Diversity Jutta Rump © Fotoagentur FOX/Uwe Völkner

"Der Umgang mit Vielfalt, auch als Diversity Management bezeichnet, ist eher eine Philosophie, eine generelle Haltung, als ein definiertes Konzept. Im Kern geht es hierbei um die Überzeugung, dass die Wertschätzung von Vielfalt einen Wettbewerbsvorteil für ein Unternehmen darstellen kann - wenn sie richtig gemanagt wird.

Doch was verstehen wir eigentlich heute unter Diversity? Denn dieser Begriff hat in den letzten Jahrzehnten immer weitere Facetten hinzugewonnen. Diversität bedeutet Vielfalt und beschreibt schlicht sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zwischen Menschen. In der Literatur gibt es hierzu keine einheitliche Definition und Diversität hat häufig aufgrund von unterschiedlichen gesellschaftlichen Entwicklungstendenzen eine unterschiedliche Bedeutung, wobei es gleichzeitig die jeweiligen sozialen Konfliktthemen widerspiegelt.

In den USA benennen sowohl Forscher als auch Praktiker im Zusammenhang mit Diversität die sogenannten "Big 8" (Rasse, Geschlecht, Nationalität, Funktion, Alter, sexuelle Orientierung, geistige und körperliche Fähigkeiten, Religion) als die am häufigsten berücksichtigten Dimensionen von Vielfalt. In Deutschland hingegen lag lange Zeit der Fokus vermehrt auf den beiden Aspekten Geschlecht bzw. Gender und Kultur. Erst allmählich finden auch weitere Diversitätsdimensionen Beachtung, wie zum Beispiel Generationen/Alter, Behinderung und familiäre Situation sowie die Bedürfnisse hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben (Work-Life Balance).

Schon nicht mehr zum "Standardrepertoire" gehört der Diversity-Forscherin Prof. Dr. Gertraude Krell zufolge die sexuelle Orientierung als ein Aspekt von Vielfalt. Die am häufigsten berücksichtigen Diversitätsdimensionen waren zu dieser Zeit an erster Stelle Geschlecht, an zweiter Stelle Kultur und an Dritter mit weiterem Abstand die Dimension Alter. Eine mittlere Rangfolge belegte die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, wohingegen nur selten die Dimensionen Behinderung und Religion thematisiert wurden. Auch heute noch werden körperliche Schwächen (Behinderungen) in der Arbeitswelt selten konkretisiert. Dennoch geht mit der steigenden Anzahl an älteren Mitarbeitenden auch die Zahl von physischen Einschränkungen einher.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingswelle wird das Thema Migration und Integration auch Teil des Diversity Managements sein und damit den Arbeitsmarkt und die Unternehmen vor neue Herausforderungen stellen. Denn obwohl nicht jeder Flüchtling eine Fachkraft ist, sollten Zugewanderte aus wirtschaftlicher Sicht auch als potenzielle Arbeitskräfte angesehen werden, wie es auch die Charta der Vielfalt im Jahr 2015 festschrieb. Beschäftigung und Arbeit sind zentral für eine erfolgreiche Integration von Zugewanderten und eine wesentliche Voraussetzung zur Eingliederung in unsere Gesellschaft.

Die Initiative Neue Qualität der Arbeit setzt sich seit geraumer Zeit für Vielfalt und Integration ein - ich freue mich darauf, dieses wichtige Thema im Jahr 2016 gemeinsam mit unseren Partnern und Netzwerken in den öffentlichen Diskurs zu bringen und gemeinsam gute, tragfähige Lösungen zu erarbeiten."

Ihre
Jutta Rump

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