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17.01.2017

Prävention 4.0 - Gestaltungsvorschläge diskutiert

Lebendige Diskussion auf dem Hauptstadtkongress der Offensive Mittelstand in der Deutschen Bundesbank in Berlin

Dr. Otto Fritz Bode (BMBF) trägt auf dem Hauptstadtkongress der Offensive Mittelstand im Dezember 2016 in Berlin vor. Dr. Otto Fritz Bode (BMBF) auf dem Hauptstadtkongress der Offensive Mittelstand im Dezember 2016 in Berlin © Oleg Cernavin

Am 8.12.2016 veranstalteten die Offensive Mittelstand und das BMBF-Verbundprojekt "Prävention 4.0" einen gemeinsamen Kongress in Berlin. Unter dem Thema "Prävention 4.0" diskutierten Expertinnen und Experten die Auswirkungen der Digitalisierung auf Handwerk und Mittelstand. Insgesamt 150 Teilnehmer des Kongresses erfuhren, wieweit die 4.0-Prozesse das Handwerk erreicht und geprägt haben. "Das Handwerk setzt mehr Drohnen ein als die Bundeswehr," bilanzierte Karl-Sebastian Schulte, Geschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), und betonte damit die ausgeprägte technologische Innovationskraft im Handwerk.

In vier Workshops diskutierten und entwickelten die Teilnehmer sehr konkrete Gestaltungsideen zu den Prävention 4.0-Themenfeldern Führung, Organisation, Sicherheit und Gesundheit. Die lebendigen, ideenreichen und auch kontroversen Diskussionen zeigten die Chancen und die Gefahren der 4.0-Entwicklungen für die Prävention auf. Die Ideen werden in das Verbundprojekt Prävention 4.0 einfließen, das eine Expertise mit konkreten Maßnahmenvorschlägen entwickeln wird. Tenor der Diskussionen war: Die Entwicklungen bieten der Prävention viele Gestaltungschancen, die aber nur durch aktives Handeln der Präventionsdienstleister selber für die 4.0-Prozesse fruchtbar gemacht werden können.

Dr. Otto Fritz Bode vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) informierte die Teilnehmer über die vielfältigen Initiativen seines Ministeriums, die 4.0-Prozesse über Projekte vor allem im Mittelstand zu fördern und mit zu unterstützen. Er verwies darauf, dass der Mensch und eine menschengerechte Arbeitsgestaltung bei den technikorientierten Diskussionen um die Industrie 4.0 nicht vernachlässigt werden dürfe.
Alexander Gunkel, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitsgeberverbände (BDA), wies auf die großen Wettbewerbsmöglichkeiten der 4.0-Entwicklungen für die deutsche Wirtschaft hin. Das Handeln in den Betrieben dürfe jetzt nicht durch zu viel Reglementierung eingeschränkt werden. Gleichzeitig betonte er, dass die Kompetenzen und die Fähigkeiten der Beschäftigten wesentliche Grundlage für eine erfolgreiche Bewältigung der Prozesse ist. Er wünschte dem Verbundprojekt Prävention 4.0 guten Erfolg, da er sich konkrete Gestaltungshinweise erhoffe.

Ute Kittel, Mitglied des ver.di-Bundesvorstandes, stelle die Menschen in den Mittelpunkt, die diesen Prozess tragen müssen. Sie forderte, dass gesellschaftlich darauf zu achten ist, dass durch die Flexibilisierung der Arbeit, die Beschäftigten nicht zusätzlich belastet werden dürfen und sie äußerte Ihre Sorge, dass die Menschen nicht in prekäre Situationen abgleiten dürfen. Sie wies außerdem darauf hin, dass zum Thema Arbeitszeit und auch zu weiteren Gestaltungsfragen der 4.0-Prozesse gesellschaftlicher Regulierungsbedarf erforderlich ist. Ver.di werde den Gestaltungsprozess aktiv mit unterstützen und begleiten.
Sebastian Schulte (ZDH) zeigte Möglichkeiten auf, die die 4.0-Prozessen dem Handwerk eröffnen. Allerdings betonte er auch, dass die kleinen Betriebe die gemeinsam Unterstützung aller Dienstleister benötigen, um diese Aufgaben erfolgreich angehen zu können.

Helmut Ehnes, Vorsitzender der Offensive Mittelstand und Präventionsleiter der BG RCI, resümierte am Ende des Kongresses: "Ich habe am Ende dieses Tages lebendiger Diskussionen erkannt, dass die Arbeit 4.0 bereits weiter in unserem Betriebsalltag eingezogen ist als ich am Anfang dieses Tages gedacht hatte. Ich habe aber auch erkannt, dass es sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten für eine moderne Prävention 4.0 gibt, die wir allerdings auch alle gemeinsam aktiv angehen müssen."

Mehr Informationen zum BMBF-Verbundprojekt "Prävention 4.0" finden Sie unter www.praevention40.de

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