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18.01.2018

INQA-Projekt MASTER zum Umgang mit ständiger Erreichbarkeit geht in die nächste Runde

Das INQA-Projekt „MASTER –Management ständiger Erreichbarkeit“ startete am 1. Januar 2018 in eine Verlängerung. In der zweiten Projektphase werden die Handlungsempfehlungen und Ergebnisse zum gesundheitsorientierten Umgang mit Erreichbarkeit auf Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche übertragen.

Ein Paar Frauenhände bedienen ein Smartphone. © Shutterstock.com

Wenn abends der Chef noch einmal anruft oder die Kollegin eine E-Mail schreibt… Eine Umfrage im Projekt „MASTER – Management ständiger Erreichbarkeit“ bei 150 IT-Beschäftigten hat ergeben, dass sich jeder Dritte unsicher ist, ob er darauf noch reagieren muss. In dem Projekt, gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) und fachlich begleitet von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), hat ein Forschungsteam der Universität Freiburg und des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung München gemeinsam mit fünf IT-Unternehmen daran gearbeitet, wie Erreichbarkeit reduziert werden kann, Erwartungen geklärt und konkrete Maßnahmen zur Verringerung negativer Auswirkungen umgesetzt. Es zeigte sich, dass die Beschäftigten, die sich an diesen Aktivitäten beteiligten, nach mehreren Monaten weniger gefühlsmäßig erschöpft waren als ihre Kollegen. Das Projekt geht nun in die zweite Runde: Das BMAS fördert MASTER von Januar 2018 bis Dezember 2019 weiter.

Diese erste Projektphase mit Beschäftigten der IT-Branche konnte Ende 2017 erfolgreich abgeschlossen werden. Die erarbeiteten Maßnahmen sind in einem Erklär-Video zusammengefasst, welches über Youtube und die Projekt-Homepage verfügbar ist. „Wir sind sehr zufrieden damit, welchen Anklang das Thema Erreichbarkeit bei den Kooperationsunternehmen gefunden hat“, so Dr. Nina Pauls von der Universität Freiburg. „Insgesamt wurden mehr als 40 Beschäftigte interviewt, über 400 Personen nahmen an Online-Befragungen teil.“ Die Broschüre „Ständige Erreichbarkeit – Ursachen, Auswirkungen, Gestaltungsansätze“ fasst die so gesammelten Erkenntnisse zusammen.

In der zweiten Phase sollen Handlungsempfehlungen, die in der ersten Projektphase entstanden sind, auf weitere Branchen übertragen werden. „Wir haben uns aufgrund von Erkenntnissen aus Interviews und Online-Befragungen für den Finanzdienstleistungssektor als weiteres Anwendungsfeld entschieden“ erklärt Prof. Dr. Wolfgang Menz von der Universität Hamburg, die nun als neuer Partner am Forschungsteam beteiligt ist. „Unsere Analysen zeigten, dass eine hohe Arbeitsbelastung das Ausmaß an Erreichbarkeit beeinflusst. Beschäftigte von Finanzdienstleistungsunternehmen berichten immer wieder über eine hohe Arbeitsmenge.“ Somit werden in den kommenden zwei Jahren Workshops zur Maßnahmenerarbeitung in zwei Unternehmen dieser Branche durchgeführt. Ob die dort zu erarbeitenden Maßnahmen die Erreichbarkeit und deren negative Auswirkungen wirksam reduzieren, wird wiederum durch Befragungen und Interviews untersucht.

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