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Praxisbeispiel

Gesunde Motivation bei HILTI

Ein ganzheitliches Programm zur betrieblichen Gesundheitsförderung mit intensiver Partizipation aller Beteiligten ist mit hoher Konsequenz vorbildlich bei HILTI in Oberhausen umgesetzt worden.

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Die Hilti Gruppe ist ein weltweit operierender Entwickler, Hersteller und Lieferant von Hochtechnologie-Produkten für die Baubranche und die Gebäudeinstandhaltung.
Über das Distributionscenter in Oberhausen werden die Kunden in Deutschland direkt via Spedition, Kurier-, Express- und Paket-Dienste beliefert. Das Zentrum wurde in den 90er Jahren in zwei Baustufen zu einem modernen, vollautomatisierten Hochleistungs-Distributions-Center erweitert. Trotz Einsatz modernster Technik sind körperliche Tätigkeiten in den Bereichen Wareneingang, Kommissionierung, Verpackung und Versand weiterhin Hauptbestandteil der Arbeit im gewerblichen Bereich.

Parallel zur technischen Weiterentwicklung wurde die Unternehmensleitung mit einem Gesamtkrankenstand von 11,8 Prozent im Jahre 1995  konfrontiert. Es war offensichtlich das man der betrieblichen Gesundheitsförderung mehr Aufmerksamkeit widmen müsste. In Kooperation mit dem Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung der AOK (BGF) wurden die Arbeitsunfähigkeitsdaten ausgewertet und in Absprache mit dem Betriebsrat Aktivitäten festgelegt: Der Krankenstand sollte durch ergonomische und organisatorische Verbesserungen reduziert, das Betriebsklima und somit auch die Produktivität verbessert werden. Ausbau und Umstrukturierung des Betriebs wurden für diese Prozesse genutzt.

Das Projekt startete mit einer Gesundheitsaktion, mit der informiert und begeistert wurde. Das starke Interesse und die Ideen der Belegschaft fanden ihren Niederschlag zum Beispiel im neuen Hochregallager, das an einer Seite komplett verglast wurde, um Tageslicht hereinzulassen.

Die Analysen einer Mitarbeiterbefragung mit hoher Beteiligung (84 Prozent) und Fragen zum Beispiel zu den Kategorien Gesundheitsschutz, körperliche Beschwerden, Betriebsklima, Kantine oder Freizeit und ein ergonomisches Gutachten zeigten Verbesserungspotenzial in fast allen Bereichen auf. Ein Arbeitskreis „Gesundheit“ wurde gegründet. Es folgten unter anderem Multiplikatorenschulungen mit Schwerpunkt „Heben und Tragen“, arbeitsplatzbezogene Körper- und Verhaltensschulungen und Schulungen der Führungskräfte.

Auch das Arbeitsumfeld wurde verbessert.Hierzu gehörte zum Beispiel die Anschaffung von Stehhilfen und modernen Arbeitsstühlen. Es wurde mehr in die persönliche Schutzausrüstung investiert, insbesondere in individuelle Sicherheitsschuhe.
Mitarbeiter in der Nähe von Außentüren erhielten Thermowesten.

Die Investitionen lohnten sich: Motivation und Betriebsklima verbesserten sich deutlich. Beide Faktoren hatten besonders zu Beginn der Umbauten und durch die Einführung des vollautomatischen Lagersystems schwer gelitten.


Ergebnisse

  • Die Gesundheitsquote ist seit 1996 kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2002 liegt sie zurzeit bei 95,6 Prozent.
  • Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiter sind gestiegen, insbesondere durch eine intensive Kommunikation.
  • Die Qualität der Arbeit ist erheblich gesteigert worden.


Erfolgsfaktoren
  • systematisches, konsequentes Vorgehen mit hoher Partizipation
  • innerbetrieblicher Motor: Betriebsleiter


Hemmende Faktoren
  • Einige der Führungskräfte waren anfangs nicht offen für Veränderung. So stieß die Mitbestimmung der Mitarbeiter bei der Arbeitsplatzgestaltung oder die Abwesenheit der Beschäftigten aufgrund von Schulungen auf Widerspruch. Die Führungskräfte mussten sich erst in ihre neue Rolle hineinfinden.

Weiterführende Informationen

13. Februar 2009 – Die Hilti Deutschland GmbH  zählt offiziell zu den besten Arbeitgebern Deutschlands. In dem Wettbewerb „Deutschlands Beste Arbeitgeber“, der vom Great Place to Work Institute® Deutschland in Kooperation mit dem Bundesarbeitsministerium einmal jährlich ausgeschrieben wird, erreichte Hilti in der Kategorie Mittelgroße Unternehmen einen ausgezeichneten Platz 11.

Auch im Jahr 2010 und 2011 gehört die Hilti Deutschland GmbH zu den besten Arbeitgebern Deutschlands.

Deutschlands Beste Arbeitgeber

Zur Gesamtübersicht aller Beispiele Guter Praxis


Steckbrief

Themen:

  • Arbeitszufriedenheit / Motivation
  • Betriebliche Gesundheitsförderung
  • Krankenstand
  • Unternehmenskultur / Betriebsklima

Branchen:

  • Haushaltsgeräteherstellung
  • Werkzeugmaschinenherstellung

Region:

  • Nordrhein-Westfalen

Unternehmensgröße:

  • Mittelständisches Unternehmen

Profitierende Mitarbeiter: 110

Kontakt

Ansprechpartner im Unternehmen:
Joachim Anna
Betriebsleiter
Hilti Deutschland GmbH, Distributionscenter Oberhausen
Hausmannsfeld 31
46047 Oberhausen
Tel.: 0208 - 865 040
-
http://www.hilti.de

Kooperationspartner:
Regine Ehrgott
Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung BGF GmbH
Neumarkt 35-37
50667 Köln
Tel.: 0221 - 271 80 112
regine.ehrgott@bgf-institut.de
http://www.bgf-institut.de