Krankenhaus zum Wohlfühlen: Im Universitätsklinikum Freiburg baut man auf zufriedene Mitarbeiter
Auf Initiative des Personalrats und der Gewerkschaft ver.di wird am Universitätsklinikum seit 1999 das Projekt "Effiziente Organisations- und Führungsformen zur betrieblichen Gesundheitsförderung" durchgeführt. Das Projekt wird durch den Vorstand des Klinikums unterstützt und auch finanziell gefördert. Bisher wurden Projekte in der Transfusionsmedizin, der Zentralküche, der Reinigung
Kinderklinik, der Zentralwäscherei und in der Zentralen Physiotherapie
durchgeführt.
Die betrieblichen Initiativen gehen von dem 14-tägig stattfindenden Gesundheitszirkel aus. Hier sitzen Mitarbeiter und Führungskräfte gemeinsam an einem Tisch, decken Problemfelder auf und erarbeiten gemeinsam Lösungsansätze.
Ein Lenkungsausschuss, in dem sich alle Kompetenzen bündeln, greift die Vorschläge auf und berät, wie die aktuellen Probleme zu lösen sind. Neben den Vertretern der Beschäftigten - Frauenvertretung und Personalrat ? kommen in ihm Vertreter der Bereiche Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit, der Krankenkassen und Unfallkassen und der Gewerkschaft ver.di. zusammen. Der Lenkungsausschuss wird von einem externen Moderator geleitet.
Das Projekt zur Gesundheitsförderung hat sich selbst eine klare Vorgehensweise verordnet:
- Ist-Analyse
- Intervention
- Evaluation
Mit Informationsgesprächen, Workshops und einem ergänzenden Fragebogen, der in Kooperation mit der AOK-Südlicher Oberrhein zusammengestellt worden war, wurde der Ist-Stand analysiert.
Die Intervention erfolgte über den Projektlenkungsausschuss und über Gesundheitszirkel.
Die Maßnahmen variieren je nach Einsatzbereich, bis heute wurden zum Beispiel umgesetzt:
- Änderungen der Ablauforganisation und des Personaleinsatzes
- Erarbeitung oder Modifizierung von Einarbeitungs- und Einsatzkonzepten
- tageweiser Einsatz von zusätzlichem Personal u.a. durch studentische Aushilfen
- Verbesserung der Transparenz über Abläufe in verschiedenen Arbeitsbereichen
- Veränderungen des Raumnutzungskonzepts einschl. eines neuen Leit-/Orientierungssystems
- Veränderungen der Arbeitsbedingungen wie z.B. des Klimas, der Belichtung und des Sonnenschutzes
- Durchführung einer Werbe- und Imagekampagne zum Thema "Blutspenden" um auch nach außen einen Imagegewinn zu erzielen
Die Evaluation erfolgte jeweils anhand von Protokollen der Gesundheitszirkel, eines Feedback-Bogens im Projektlenkungsausschuss, sowie auf Grundlage von Diskussionen, Einzel- und Gruppengesprächen.
Ergebnisse
- Entlastung der Mitarbeiter durch eine flexiblere Personaleinsatzplanung
- Verbesserungen des Arbeitsklimas
- Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, Veränderungen mitzugestalten und an Weiterbildungen teilzunehmen ist gewachsen.
- Der Umgang untereinander und mit den Spender/innen hat sich verbessert.
- gestiegene Identifikation der Mitarbeiter/innen mit ihren Arbeitsbereichen und verbesserte Kooperation innerhalb und zwischen den Arbeitsbereichen
- Kapazitätssteigerung trotz Einhaltung von Sparauflagen
- Die Mitarbeiter/innen der Transfusionsmedizin machen selbstständig unter dem selbst gewählten Logo "WisL" = Wir suchen Lösungen" weiter.
Erfolgsfaktoren
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Weiterführende Informationen
Neue und erweiterte Handlungshilfen werden auf der Homepage http://www.inqa-pflege.de angeboten werden.
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