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Handlungshilfe

Einfach und effektiv: Das EMKG schafft mehr Transparenz und Sicherheit beim Umgang mit Gefahrstoffen

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat mit dem Einfachen Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe (EMKG) eine Handlungshilfe erarbeitet, mit deren Hilfe Klein- und Mittelbetriebe schnell erkennen können, welche Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen erforderlich sind.

Piktogramme

Wie bei anderen Gefährdungen am Arbeitsplatz auch, muss vor Aufnahme von Tätigkeiten mit Gefahrstoffen nach der Gefahrstoffverordnung eine Beurteilung der Arbeitsbedingungen (Gefährdungsbeurteilung) vorgenommen werden. Aus dem Ergebnis dieser Gefährdungsbeurteilung ergeben sich die Maßnahmen, die zum Schutz der Beschäftigten und Dritter zu ergreifen sind. Hierbei ist das von der BAuA entwickelte EMKG eine große Hilfe. Das EMKG hilft bei der Beurteilung von Gefährdungen durch die Atemluft und durch Hautkontakt.

Ganz einfach und ohne besondere Vorkenntnisse des Gefahrstoffrechts kann der spezielle Maßnahmebedarf ermittelt werden. Das EMKG bietet in Kombination mit den Schutzleitfäden Vorschläge zur Gestaltung des Arbeitsverfahrens an. Die Schutzleitfäden wurden im Auftrag der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie (BG Chemie) und der BAuA auf Grundlage der "control guidance sheets" aus den COSHH Essentials entwickelt.

Der Ansatz des Einfachen Maßnahmenkonzepts basiert auf der Idee des "control banding": Eine Abschätzung der Gefährdung erfolgt mit Hilfe weniger, leicht verfügbarer Information über den Gefahrstoff und die Tätigkeit. In der Praxis werden lediglich die folgenden Angaben benötigt. 

  • Gefahrensymbol und R-Sätze zur Einstufung des Gefahrstoffes,
  • Siedepunkt und Neigung zur Staubentwicklung zur Beurteilung des Freisetzungsvermögens,
  • die Anwendungstemperatur,
  • die verwendete Menge,
  • Art und Umfang eines möglichen Hautkontaktes

Für Gefahrstoffe mit Arbeitsplatzgrenzwert wird hingegen bei Feststoffen die Angabe des Grenzwertes in mg/m³, bei Flüssigkeiten in ppm bzw. ml/m³ benötigt. Zur Erleichterung der Zuordnung der Gefährlichkeitsgruppe enthält das EMKG 2.1 eine Stoffliste mit den AGW der TRGS 900 und  den zugehörigen Gefährlichkeitsgruppen für die inhalativen und dermalen Belastungen.

So wird schnell erkennbar, bei welchen Tätigkeiten ein besonderer sicherheitstechnischer oder arbeitsmedizinischer Beratungsbedarf besteht, um die Sicherheit bei Arbeiten mit Gefahrstoffen zu erhöhen.

All diese Informationen zum Gefahrstoff sind Bestandteil des EG-Sicherheitsdatenblattes, das es zu jedem Gefahrstoff gibt. Die übrigen Angaben können im Rahmen der für die Gefährdungsbeurteilung notwendigen Betriebsbegehung ermittelt werden. Ein speziell entwickeltes Formblatt unterstützt bei der Erfassung dieser Daten.

Das EMKG ist geeignet für fachkundige Personen und Berater, die eine Gefährdungsbeurteilung durchführen (z.B. Sicherheitsfachkräfte und Betriebsärzte) sowie für Behörden und Unfallversicherungsträger, die im Vollzug der GefStoffV tätig sind. Auch Hersteller und Inverkehrbringer chemischer Stoffe und Zubereitungen können bei der Erstellung einer "mitgelieferten Gefährdungsbeurteilung" (§ 7(7) GefStoffV) durch das EMKG unterstützt werden.

Aus fachlichen Gründen gilt das EMKG (und damit auch die Ergebnisse dieses Programms) NICHT für:

  • Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, die zu physikalisch-chemischen Gefährdungen (z.B. stoffbedingte Brand- und Explosionsgefahren) führen können,
  • Tätigkeiten, bei denen Gefahrstoffe entstehen oder aus Erzeugnissen freigesetzt werden (z.B. Löt- und Schweißrauche, Pyrolyseprodukte, Abgase),
  • Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, die besondere Maßnahmeansätze erfordern (z.B. Abbruch, Recycling etc.),
  • die industrielle und gewerbliche Handhabung von Gasen,
  • stoffbedingte Umweltgefährdungen.


Ergebnisse

  • EMKG macht die Anwendung der Gefahrstoffverordnung für Klein- und Mittelbetriebe einfacher.
  • Die schnelle und nachvollziehbare Ermittlung der notwendigen Maßnahmen und des Handlungsbedarfs beim Umgang mit Gefahrstoffen ist so möglich.


Erfolgsfaktoren
  • auf Anwendbarkeit und Akzeptanz in Klein- und Mittelbetrieben getestet
  • einfach, verständlich, schnell
  • wissenschaftliche Validität und erreichbare Schutzwirkung für die Beschäftigten wurden untersucht

Weiterführende Informationen
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Zur Gesamtübersicht aller Beispiele Guter Praxis


Steckbrief

Themen:

  • Arbeitsplatzgestaltung
  • Arbeitsschutzmanagement
  • Betriebliche Gesundheitsförderung
  • Gefährdungsbeurteilung

Branchen:

  • branchenunabhängig

Region:

  • bundesweit

Unternehmensgröße:

  • Kleinstunternehmen
  • Kleinunternehmen
  • Mittelständisches Unternehmen

Kontakt

Ansprechpartner im Referenzunternehmen:
Dipl.-Chem. (FH) Gaby Janssen
Leitung Betriebssicherheitsmanagement
Bernd Schwegmann GmbH & Co. KG
Wernher-von-Braun-Str. 14
53501 Grafschaft - Gelsdorf
Tel.: 02225 - 922 612
gjanssen@SchwegmannNet.de
http://www.SchwegmannNet.de

Anbieter:
Annette Wilmes
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Friedrich-Henkel-Weg 1-25
44149 Dortmund
Tel.: 0231 - 9071 2474
Wilmes.Annette@baua.bund.de
http://www.baua.de

Downloads

Checkliste zu den Mindeststandards für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen (Word-Datei, 459 KB)

DOC: 371.5 KB

EMKG Broschüre (PDF-Datei, 639 KB)

PDF: 624.5 KB

EMKG-Praxisbeispiel: Herstellen von Chemikalien für die Druckindustrie (PDF-Datei, 949 KB)

PDF: 926.4 KB

Formblatt für die Informationserfassung im Rahmen der Betriebsbegehung (PDF-Datei, 119 KB)

PDF: 116.4 KB