Doppelstrategie: Traumatische Ereignisse vermeiden und im Ernstfall schnell und professionell handeln.
Die beste Möglichkeit, Extremerlebnissen zu begegnen, ist, sie im Voraus zu vermeiden. Deshalb starteten Beschäftigte der Service-Abteilung der KVB und Beamtinnen und Beamte der Verkehrssicherheitsberatung der Polizei Köln zahlreiche Aktionen im Kölner Stadtgebiet. Das Fahrpersonal wird bereits in der Fahrschule und durch Schulungen auf die Gefahrenmomente, aber auch auf die Möglichkeit eines Unfalls vorbereitet.
Wenn es tatsächlich zu einem traumatischen Ereignis für Fahrerinnen und Fahrer kommt, dann ist professionelle Hilfe besonders wichtig, um Spätfolgen zu vermeiden. Gerät ein Beschäftigter in eine Unfallsituation, unterstützen psychologisch ausgebildete Erstbetreuer den Betroffenen unmittelbar nach dem Vorfall, übernehmen Begleitgänge und informieren über Möglichkeiten der Nachsorge. Der Betriebsarzt steht für den Betroffenen bei Bedarf zur Verfügung. Dabei wird dann geklärt, ob Gespräche bei der betrieblichen Psychologin oder eine psychotherapeutische Behandlung erforderlich sind. Schnelle Abläufe in Bezug auf die Kostenübernahme für Behandlungsmaßnahmen ermöglichen die umgehende Unterstützung der Beschäftigten. Die Kostenzusage für die Behandlung wird durch die Berufsgenossenschaft im Regelfall noch am Tag der Antragstellung geprüft und erteilt.
Um die Betroffenen wieder in den Fahrdienst einzugliedern,
- wird eine diagnostische Probefahrt noch während der Therapiephase in Begleitung eines Psychologen und eines Lehrfahrers durchgeführt
- klären Psychologen und Betriebsarzt vor Abschluss der Therapie, ob der Beschäftigte seine Tätigkeit mit oder ohne Auflagen wieder aufnehmen kann
- wird von Psychologen und dem Betriebsarzt die verkehrspsychologische Fahrtauglichkeit vor Dienstantritt bestätigt und die Fahrdienstleitung davon unterrichtet.
Auch nach der Therapiephase gibt es für die Betroffenen immer ein offenes Ohr. Betriebsarzt, betriebliche Psychologin und externe Psychologen stehen für Gespräche zur Verfügung. Es besteht die Gelegenheit, mit erfahrenen Kollegen über die persönliche Betroffenheit zu sprechen. Die emotionale Zuwendung und das Verständnis für die persönliche Situation auf der kollegialen Ebene ist der Schlussstein des Betreuungskonzeptes.
Ergebnisse
- der Betroffene fühlt sich nicht allein gelassen
- gesundheitliche und berufliche Fehlentwicklungen werden vermieden
- verstärkte Inanspruchnahme von psychologischer Hilfe durch positive Erfahrungsberichte
- positive Auswirkungen auf die Motivation und die Einstellung zum Betrieb
Erfolgsfaktoren
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Weiterführende Informationen
Bundesweites Netz der Unfallnachsorge
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