Hilfe für die Helfenden - Reha-Zentrum Lübben setzt auf familienfreundliche und gesundheitsfördernde Unternehmenskultur
Die Verantwortlichen des Reha-Zentrums Lübben stellten bereits vor Jahren fest, dass die Beschäftigten oft zwischen den Stühlen sitzen, weil sich Beruf und Familie nur schlecht vereinbaren lassen. Um diese Lücke zu schließen, bediente man in Lübben eine Reihe von "Stellschrauben".
Eine davon ist die Arbeitszeit. Die Ausweitung der Teilzeitarbeit und die Schaffung von Telearbeitsplätzen sind wichtige Bausteine, um Familie und Arbeit unter einen Hut zu bekommen. Flexible Arbeitszeiten schaffen Müttern und Vätern die nötigen Freiräume, um ihren beruflichen Alltag mit den Erfordernissen in der Familie in Einklang zu bringen. Regelmäßige Familiennachmittage und die Firmenzeitung halten die in Elternzeit befindlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zusätzlich auf dem Laufenden. Zuküftig sind weitere familienfördernde Maßnahmen geplant, so z. B. die Reduzierung der Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich für Eltern mit Kindern bis 12 Jahren oder pflegebedürftigen Angehörigen. Die Wiedereingliederung nach der Elternzeit soll künftig durch eine Eingewöhnungsphase erleichtert werden. Seit Januar 2006 wird überdies eine Geburtenbeihilfe gezahlt. Nach der Geburt zählt natürlich auch die Kinderbetreuung. Belegrechte in einem städtischen Kindergarten nehmen auch den jungen Eltern diese Sorge. Und auch eine Notfallbetreuung für Mitarbeiterkinder in der Klinik ist organisiert.
Die zweite Säule der Unternehmenskultur ist das betriebliche Gesundheitsmanagement. Dazu wurde zunächst ein Arbeitskreis Gesundheit gegründet. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschiedlicher Abteilungen arbeiten in ihm an Lösungen. Sie sind mit den entsprechenden Entscheidungs- und Fachkompetenzen ausgestattet. Eine umfangreiche Ist-Analyse, die in einem Gesundheitsbericht niedergelegt wurde, bildete den Anfang. In Gesundheitsworkshops wurden Ziele formuliert, die zum Teil bereits erreicht werden konnten:
- Senkung des Krankenstandes und der Unfallhäufigkeit
- Verbesserung belastender Arbeitsbedingungen
- Nutzung betrieblicher Vorsorge- und Präventionsangebote bzw. Angebote an Gesundheitskursen und anderer gesundheitsförderlicher Strukturen (Sauna, Fitnessraum etc.)
- Senkung der Fluktuationsrate
- Steigerung der Patientenzufriedenheit
- Positive Kosten-Nutzen-Bilanz
In einem 4-jährigen Rhythmus soll der Gesundheitsbericht aktualisiert werden, um den Erfolg der bisherigen Maßnahmen besser abschätzen zu können.
Bei der Planung der einzelnen Maßnahmen wurde das System "Betrieb" ganzheitlich betrachtet. Ein Verbesserungskatalog enthält neben Vorschlägen, die auf das individuelle Gesundheitsbewusstsein und -verhalten abzielen, auch solche, die die Gestaltung der Arbeitsbedingungen und der Arbeitsorganisation berücksichtigt. In der Analyse werden neben Fehlbelastungen wie Zugluft, Hitze, Kälte, schlechtes Licht, Stress, ergonomische Mängel auch Gesundheitsressourcen erfasst und in den Workshops entsprechend geplant. Zu einem ganzheitlichen Gesundheitsansatz gehört auch die Ernährung. In Zusammenarbeit mit einem Care-Caterer entwickelten Mediziner und Ernährungswissenschaftler ein Verpflegungskonzept, das nicht nur die Zustimmung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung findet, sondern Patienten und Beschäftigten gleichermaßen schmeckt.
Ergebnisse
- Ansehen der Klinik als familienfreundlicher Arbeitgeber ist gestiegen
- Mitarbeiter sind zufriedener, motivierter und gesünder
- Patienten sind zufriedener
- Gute medizinische Fachkräfte können gewonnen und vor allem gehalten werden
- Eine familienfreundliche und gesundheitsfördernde Arbeitswelt bringt allen Gewinn (win-win-Situation)
Erfolgsfaktoren
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Hemmende Faktoren
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Weiterführende Informationen
INQA-Publikationen zu Betrieblicher Gesundheitsförderung
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