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Praxisbeispiel

Parkettlegebetrieb stärkt seinen Mitarbeitern mit regelmäßigem Training erfolgreich den Rücken

Rückenbeschwerden gehören bei Parkettlegern zu den beruflichen Begleiterscheinungen und sind häufiger Grund für Krankschreibungen. Der Handwerksbetrieb "fussboden brandenburg" aus dem Bergischen Land wollte sich damit nicht abfinden und etablierte für seine Mitarbeiter ein regelmäßiges Rückentraining.

Das Team

Das Parkettleger-Handwerk ist mit hohen körperlichen Belastungen verbunden. Material muss auf der Baustelle häufig von Hand befördert werden. Das Verlegen zwingt die Beschäftigten "auf die Knie" - bei vornüber gebeugtem Oberkörper. Kein Wunder, dass Krankschreibungen auf Grund von Rückenbeschwerden keine Seltenheit sind.

Gegen die Rückenbeschwerden hilft einerseits eine gute Arbeitsgestaltung. Hier machte Fußboden Brandenburg seine Hausaufgaben. Ein neues Hochregal-Lager, die Anschaffung eines Gabelstaplers mit Dorn, eines Kurbelrollwagenhebers und der konsequente Einsatz von Hebehilfen brachte Entlastung für die Wirbelsäulen.
Aber auch der Trainingszustand der Rumpfmuskulatur entscheidet über Rückenbeschwerden. Viele Handwerker nehmen fälschlicherweise an, dass körperliche Arbeit bereits ein gutes Training für die Rückenmuskulatur ist. Eine erste Untersuchung der Beschäftigten bei "fussboden brandenburg" ergab allerdings, dass bei allen Mitarbeitern die Rumpfmuskulatur bestenfalls durchschnittlich war. Die Betreffenden klagten zugleich über Rückenschmerzen.

Mit Unterstützung der Innungskrankenkasse wurde ein zwölfwöchiges Trainingsprogramm ausgearbeitet. Einmal wöchentlich führte ein Diplom-Sportlehrer ein 30-minütiges Training durch, das Kräftigungs- und Dehnübungen umfasste. Ziel war es, die Häufigkeit und Intensität von Rückenschmerzen zu verringern, chronische Rückenbeschwerden zu vermeiden und für ein rückengerechteres Arbeitsverhalten zu sensibilisieren. Während des Trainings wurden die Mitarbeiter beobachtet und betreut. Die Übungen waren so angelegt, dass sie auch während der Arbeit und zuhause durchgeführt werden konnten und sollten.

Darüber hinaus wurden kleine Gedächtnisstützen in den Arbeitsalltag integriert, z. B. Aufkleber auf Werkzeugkisten mit der Darstellung eines Männchens mit Pfeil im Rücken. Ein Bonus-Malus-System setzte zusätzliche Anreize, z. B.:

  • Freistellung für das Training
  • Frühstück mit Kollegen
  • Lastesel als Kfz-Aufkleber (Wer nicht richtig hebt, ist der "Esel der Woche")
  • Gegenseitige Kontrolle des verbesserten Arbeitsverhaltens durch ständig wechselnde "Rückenbeauftragte", die das Bonus-Malus-System anwenden.

Ein jährliches Auffrischungstraining soll dem schleichenden Vergessen des Gelernten entgegenwirken.
Bei einer abschließenden Befragung bestätigten die Mitarbeiter einstimmig, dass Schmerzhäufigkeit und –intensität deutlich nachgelassen haben. Für ihr Durchhaltevermögen erhielten sie auch noch einen Monatsbeitrag der IKK Nordrhein zurückerstattet.


Ergebnisse

  • Kraftfähigkeiten der rumpfstabilisierenden Muskulatur nehmen deutlich zu
  • Entlastung der Wirbelsäule durch Verbesserung der Arbeitsverhältnisse
  • deutliche Reduzierung von Häufigkeit und Intensität der Rückenschmerzen
  • Krankenstand in den Jahren 2005 und 2006 = 0


Erfolgsfaktoren
  • kompetente Programmeinweisung und -begleitung
  • intakte Teamstruktur
  • engagierter Chef
  • ökonomische Anreizsysteme durch IKK-Bonusprogramm
  • Freistellung für`s Training

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Steckbrief

Themen:

  • Arbeitsplatzgestaltung
  • Arbeitszufriedenheit / Motivation
  • Betriebliche Gesundheitsförderung
  • Krankenstand
  • physische Belastungen

Branchen:

  • Ausbaugewerbe

Region:

  • Nordrhein-Westfalen

Unternehmensgröße:

  • Kleinstunternehmen

Profitierende Mitarbeiter: 5

Kontakt

Ansprechpartner im Unternehmen:
Klaus Brandenburg
Parkettleger-Meister
Fa. fussboden brandenburg
Schulstraße 23
51645 Gummersbach
Tel.: 02261 - 772 67
info@fussboden-brandenburg.de
http://www.fussboden-brandenburg.de

Kooperationspartner:
Stefan Ammel
Dipl.-Sportlehrer
IKK Nordrhein
Kölner Straße 3
51429 Bergisch-Gladbach
Tel.: 01880 - 455 1273
stefan.ammel@ikk-nordrhein.de
http://www.ikk-nordrhein.de

Kooperationspartner:
Björn Stark
ehem. leitender Dipl.-Sportlehrer
Rehaktiv Oberberg GmbH
Fabrikstraße 2-4
51643 Gummersbach
Tel.: 02261 - 817 55 16
bj_stark@gmx.de
http://www.rehaktiv-oberberg.de

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