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Praxisbeispiel

Meisterhafte Pflegekunst - Alterns- und gesundheitsgerechte Karrierewege im Pflegeberuf

Um einen längeren Verbleib der Pflegekräfte im Pflegeberuf zu ermöglichen, wurde im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) ein neues Karrieremodell entwickelt und umgesetzt. Vom Anfänger- bis zum Expertenstatus können die Pflegekräfte so entsprechend ihrer Erfahrungen im Beruf mitwachsen und ihre steigenden Kompetenzen in die Pflege einbringen.

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Eine Analyse des KAV hatte gezeigt, dass der in Zukunft steigende Bedarf an Pflegefachkräften nicht ausschließlich über den externen Arbeitsmarkt befriedigt werden kann, sondern auch über einen längeren Verbleib der Pflegekräfte im Beruf realisiert werden muss. Bis dato war der Anteil der über 45-jährigen Pflegekräfte mit 15% jedoch eher gering. Vor allem aufgrund gesundheitlicher Probleme und mangelnder Perspektive in der Pflege stiegen die Pflegekräfte oftmals frühzeitig komplett aus dem Beruf aus oder wechselten aus der direkten Pflege in die Verwaltung oder die Aus- und Weiterbildung.

Um dies in Zukunft zu verhindern und um den Pflegekräften eine Perspektive im Pflegeberuf bieten zu können, wurden beim KAV alternsgerechte Karrierewege geschaffen, die die jeweiligen Kompetenzen und Erfahrungen der Pflegekräfte berücksichtigen.

In Interviews mit Pflegekräften unterschiedlicher Alters- und Erfahrungsstufen, Focusgruppen und Expertenworkshops wurden der bisherige Berufsweg sowie die Entwicklung von Erfahrung und Kompetenzen diskutiert. Auf dieser Grundlage wurde ein Laufbahnkonzept für die Pflegekräfte entwickelt, das unterschiedliche Kompetenzstufen von der Anfängerin bis zur Pflegeexpertin umfasst. Die höchste Stufte der Pflegeexpertin zeichnet sich dabei u.a. durch mehrjährige Berufserfahrung, praktisches Know-how, Sicherheit, manuelles Geschick, Sensibilität, Entscheidungsfähigkeit, ganzheitliche Wahrnehmung und soziale Kompetenz aus. Im Pflegeteam übernimmt sie vor allem die Verantwortung in Fragen der Fort- und Weiterbildung und pflegefachlichen Fragen.

Das Kompetenzmodell wurde in drei Pilotbereichen mit insgesamt 50 Beschäftigten umgesetzt, wobei die Beschäftigten in Gesprächen einer Kompetenzstufe zugeordnet wurden bzw. sich selber zuordneten. Die Entwicklung der Pflegekräfte entlang der Kompetenzstufen wurde zum einen durch ein praxisbezogenes Lernen in der Arbeit (Erfahrungslernen) und zum anderen durch berufsbegleitende Weiterbildung vor allem zu fachlichen Themen unterstützt.


Ergebnisse
Das neue Laufbahnkonzept hat durch eine verbesserte Perspektive im Pflegeberuf zu einer erhöhten Motivation der Pflegekräfte geführt. Vor allem die Pflegeexpertinnen erfahren durch ihren Status eine stärkere Anerkennung und Wertschätzung ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen. Auf die Pflege insgesamt hat sich die Maßnahme insofern positiv ausgewirkt, als dass vor allem durch die Unterstützung der Pflegeexpertinnen die Kompetenzen ganzer Pflegeteams verbessert werden konnten.


Erfolgsfaktoren
  • Fundierte Analyse der Ausgangssituation
  • Beteiligung der Pflegekräfte an der Entwicklung des Modells
  • Pilotierung der Maßnahme

Weiterführende Informationen

Das Beispiel auf den Seiten der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen

Abschlussbericht des Projektes

Zur Gesamtübersicht aller Beispiele Guter Praxis


Steckbrief

Themen:

  • Arbeitszufriedenheit / Motivation
  • Demographischer Wandel
  • Qualifizierung

Branchen:

  • Gesundheitswesen

Region:

  • Österreich

Unternehmensgröße:

  • Großunternehmen

Profitierende Mitarbeiter: 50

Kontakt

Ansprechpartner im Unternehmen:
Anna Danzinger
Schuldirektorin
Wiener Krankenanstaltenverbund
Lazarettgasse 14
A - 01090 Wien
Tel.: +43140 - 4007 430
Fax: +43140 - 4007 444
anna.danzinger@akhwien.at
http://www.wienkav.at