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Praxisbeispiel

Gesundheit auf der ganzen Linie: Verpacken ohne Zwangshaltungen durch Rollbänder

Das Verpacken von Waren ist oft ein Knochenjob: Kartons werden teilweise einige hundert Mal am Tag gehoben, gedreht und abgesetzt. SANHA NiroSan, ein sächsischer Hersteller für Edelstahlleitungssysteme mit 60 Beschäftigten, hat seine Verpackungsabteilung durch Rollbänder zum Transport der Kartons gesundheitsfreundlich gestaltet. Heben und Tragen gehören beim Verpacken nun der Vergangenheit an.

Arbeiterin am Rollband bei NiroSan

Verpackungsarbeitsplätze befinden sich meist am Ende der gesamten Produktionskette eines Unternehmens und sind äußerst wichtig für den Gesamtprozess. Aber sie sind oft nicht optimal ergonomisch gestaltet. Die SANHA NiroSan MultiFit GmbH & Co. KG schaffte hier Abhilfe. Die Erzeugnisse des Unternehmens werden an zwei Arbeitsplätzen konfektioniert und verpackt. Bisher mussten dazu die Kartons mehrfach gehoben und getragen werden, was sich pro Schicht für eine Mitarbeiterin auf ca. 360 Hebevorgänge mit einem Lastgewicht von je 15 kg summiert. Zum Absetzen der Ware auf die Palette musste der Rumpf zum Teil extrem gebeugt werden.

Mitarbeiter der Fachstelle Ergonomie der Maschinenbau- und Metall-BG (MMBG) haben gemeinsam mit dem Unternehmen nach einer Lösung gesucht und den Verpackungsarbeitsplatz grundlegend umgestaltet:

  • Transport der Kartons über Rollenbänder, so dass Hebe- und Trageaktionen entfallen.
  • In das Rollenband wurde eine Waage integriert. Dadurch wird das Anheben vermieden.
  • Der Arbeitsplatz wurde höhenverstellbar eingerichtet. Somit können Mitarbeiter unterschiedlicher Körpergröße die Transportbänder individuell einstellen.
  • Nahtloser Anschluss der Ablage an das Rollenband: Durch einen Scherenhubtisch ist die jeweils optimale Ablagehöhe einstellbar, so dass die Pakete einfach auf die Ablage geschoben werden können.

Zur Darstellung der Effekte wurden die Leitmerkmalmethoden "Heben und Tragen" und "Ziehen und Schieben" eingesetzt.
Vor der  Rekonstruktion wurde ein Belastungswert von 48 Punkten ermittelt. Die aktuelle Situation liegt mit 19 Punkten im "guten" Belastungsbereich.
Mit dieser Bewertungsmethode lassen sich einfach und eindrucksvoll Effekte ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung sichtbar machen. Kein Wunder also, dass der neugestaltete Arbeitsplatz von den Mitarbeitern  sehr positiv aufgenommen wurde.


Ergebnisse

  • Vermeidung von Zwangshaltungen durch das Entfallen von Hebe- und Trageaktionen
  • ergonomisch optimal, da die Höhe des Rollbandes an die Körpergröße anpassbar ist
  • Entlastung des Muskel-Skelett-Systems


Erfolgsfaktoren
  • Evaluation durch Anwendung der Leitmerkmalmethoden
  • Kooperation mit der Fachstelle Ergonomie der MMBG

Weiterführende Informationen

Zu den Leitmerkmalmethoden "Heben und Tragen", "Ziehen und Schieben", "Manuelle Arbeitsprozesse", können kostenlos Quartbroschüren über das Informationszentrum der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bezogen werden: Postfach 17 02 02, 44061 Dortmund, Telefon 0231 9071-2071, Fax 0231 9071-2070, Email: info-zentrum@baua.bund.de.

Ergonomie und Wirtschaftlichkeit - rechnet sich die Arbeitsgestaltung?

Leitmerkmalmethode

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Steckbrief

Themen:

  • Arbeitsbedingte Erkrankungen
  • Arbeitsplatzgestaltung
  • Arbeitszufriedenheit / Motivation
  • Ergonomie / Arbeitsmittel / Ausstattung
  • physische Belastungen

Branchen:

  • Metallwarenherstellung allg.

Region:

  • Sachsen

Unternehmensgröße:

  • Mittelständisches Unternehmen

Profitierende Mitarbeiter: 60

Kontakt

Ansprechpartner im Unternehmen:
Dipl.- Ing. Bernd Spott
Leiter Fertigung
SANHA NiroSan MultiFit Edelstahlleitungssysteme GmbH & Co. KG
Hauptstraße 76
01909 Großharthau-Schmiedefeld
Tel.: 035954 - 5890
Fax: 035954 - 5892 5
bernd.spott@sanha.com
http://www.nirosan.de

Kooperationspartner:
Dipl.- Ing. Detlef Trippler
HA Sicherheit und Gesundheit
BG Holz und Metall
Zur Wetterwarte 27
01109 Dresden
Tel.: 0351 - 886 5041
Fax: 0351 - 886 4576
detlef.trippler@bghm.de
http://www.bhmg.de

Downloads

Ergonomische Arbeitsplatz- und Organisationsgestaltung in kleineren und mittleren Unternehmen (KMU)

PDF: 535.1 KB