Pflegeheim St. Josef erhält Sonderpreis für die betriebliche Gesundheitsförderung
Langes Stehen, schweres Heben und Zwangshaltung sind typische Belastungen für die Pflegeberufe. Psychische Anforderungen verstärken die Belastungsvielfalt bei der Arbeit in der Pflege. Hier setzen die Personalverantwortlichen von St. Josef auf Prävention durch Aufklärung zum besseren Patientenhandling. In internen Schulungen bekommen die Pfleger und Schwestern praxisnahe Tipps und Hilfestellungen. Auf einer selbstorganisierten Mitarbeiter-Gesundheitsmesse, zu der auch die Familienangehörigen eingeladen waren, wurden verschiedene Gesundheits- und Vorsorgechecks angeboten. Stark nachgefragt waren dort die Informationen zur Vorbeugung von Infektionen und wie man deren Verbreitung in der Einrichtung verhindert.
Als Beitrag zur gesunden Ernährung stellt die Hausleitung auf allen Stationen jeden Tag einen frischen und reichhaltigen Obstkorb bereit. Körperliche Bewegung und Spaß im Mitarbeiterteam bietet nicht nur das örtliche Fitnesszentrum, mit dem das St. Josef Sonderkonditionen vereinbart hat, sondern auch die hausinternen Walking- und Skigruppen.
In Hauzenberg legt man nicht nur auf die Gesundheit des Pflegepersonals großen Wert. Mehr noch steht das Wohlbefinden der Heimbewohner im Mttelpunkt. Anregende und sinnvolle Beschäftigung trägt dazu bei. Für die Aktivierung der Bewohner bleibt im stressigen Pflegealltag oftmals nur wenig Raum. In St. Josef zeigt sich aber, dass gerade durch eine konsequente Aktivierung zeitliche Reserven entstehen können.
Je nach Krankheitsbild der Bewohner werden unterschiedliche Angebote bereit gehalten. So bauen Bewohner ohne körperliche Gebrechen in einer Schreinerwerkstatt kleine Holzspielzeuge oder Weihnachtskrippen. Andere kümmern sich um ein Stück Garten am Haus. Das Angebot knüpft bewusst an den Erfahrungen der Menschen an, die häufig als Handwerker und Landwirte gearbeitet haben. Wie im richtigen Leben gibt es in den Gruppen kleine Hierarchien. Die kleinen Unterschiede von einem Bewohner, der nur die Kanten eines Spielzeugs schleift und einem, der die Stichsäge bedienen darf, weckt den Ehrgeiz - und damit auch ungeahnte Kräfte. Ergebnis: Die Menschen haben eine Aufgabe, der sie sich gerne widmen.
Das zweite Ergebnis: Die Pflegekräfte gewinnen Zeit für die Menschen, die mehr Betreuung benötigen, beispielsweise die Demenzerkrankten. Diese werden in Hauzenberg ebenfalls in Gruppen betreut, in denen zwei Kaninchen eine große Rolle spielen. Der therapeutische Einsatz von Tieren ist nicht neu, hier erfüllt er gleich verschiedene Aufgaben. Die Demenzerkrankten finden eine Brücke in ihr früheres Leben (viele hatten in der Landwirtschaft selbst Tiere), andere Bewohner tragen Verantwortung für die Tierpflege. Zufriedene Bewohner entlasten die Beschäftigten.
Doch auch an anderer Stelle wird in Hauzenberg für Entlastung gesorgt. Ein eigener Fahrdienst, der ehrenamtlich organisiert wird, macht das Ausfüllen von Transportscheinen für Arztbesuche überflüssig. Ein Kindergarten neben dem Pflegeheim ermöglicht eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gleichzeitig kommen Kinder und alte Menschen zusammen und profitieren gegenseitig voneinander.
Bereits 2008 wurde St. Josef als bester Arbeitgeber im Gesundheitswesen mit dem Sonderpreis Vereinbarkeit von Beruf und Familie ausgezeichnet.
Ergebnisse
- gesündere und zufriedene Mitarbeiter
- zufriedene Bewohner, die Lebensmut und Lebensfreude gewonnen haben. Dadurch weniger "Problemfälle" für die Beschäftigten
- mehr Zeit für die Bewohner, die aus medizinischen Gründen intensivere Betreuung benötigen
- Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Erfolgsfaktoren
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