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Praxisbeispiel

Alles wie im richtigen Leben: Aktivierung der Bewohner schafft Freiräume für die Pflege

Die Betreuung und Pflege von Heimbewohnern leidet oft unter der zeitlichen Überforderung der Pflegekräfte. Im Pflegeheim St. Josef im Niederbayerischen Hauzenberg scheint man dagegen kaum unter Zeitdruck zu stehen. Das "Geheimnis" liegt in immer neuen Ideen zur Aktivierung der Bewohner. Ergebnis sind zufriedene Bewohner und mehr zeitliche Ressourcen für die Pflege.

Streicheltherapie im Pflegeheim St. Josef, Hauzenberg

Zeit ist in der Pflege ein kostbares Gut. Für die Aktivierung der Bewohner bleibt da manchmal nur wenig Raum. Dass aber gerade durch eine konsequente Aktivierung zeitliche Reserven entstehen können, zeigt das Beispiel St. Josef in Hauzenberg. Je nach Krankheitsbild der Bewohner werden unterschiedliche Angebote bereitgehalten. So bauen Bewohner ohne körperliche Gebrechen in einer Schreinerwerkstatt kleine Holzspielzeuge oder Weihnachtskrippen. Andere kümmern sich um ein Stück Garten am Haus. Das Angebot knüpft bewusst an den Erfahrungen der Menschen an, die häufig als Handwerker und Landwirte gearbeitet haben. Wie im richtigen Leben gibt es in den Gruppen kleine Hierarchien. Die kleinen Unterschiede von einem Bewohner, der nur die Kanten eines Spielzeugs schleift und einem, der die Stichsäge bedienen darf, weckt den Ehrgeiz – und damit auch ungeahnte Kräfte. Ergebnis: Die Menschen haben eine Aufgabe, der sie sich gerne widmen.

Das zweite Ergebnis: Die Pflegekräfte gewinnen Zeit für die Menschen, die mehr Betreuung benötigen, beispielsweise die Demenzerkrankten. Diese werden in Hauzenberg ebenfalls in Gruppen betreut, in denen zwei Kaninchen eine große Rolle spielen. Der therapeutische Einsatz von Tieren ist nicht neu, hier erfüllt er gleich verschiedene Aufgaben. Die Demenzerkrankten finden eine Brücke in ihr früheres Leben (viele hatten in der Landwirtschaft selbst Tiere), andere Bewohner tragen Verantwortung für die Tierpflege.

Zufriedene Bewohner entlasten die Beschäftigten. Doch auch an anderer Stelle wird in Hauzenberg für Entlastung gesorgt. Ein eigener Fahrdienst, der ehrenamtlich organisiert wird, macht das Ausfüllen von Transportscheinen für Arztbesuche überflüssig. Ein Kindergarten neben dem Pflegeheim ermöglicht eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gleichzeitig kommen Kinder und alte Menschen zusammen und profitieren gegenseitig voneinander.


Ergebnisse

  • zufriedene Bewohner, die Lebensmut und Lebensfreude gewonnen haben. Dadurch weniger „Problemfälle“ für die Beschäftigten
  • mehr Zeit für die Bewohner, die aus medizinischen Gründen intensivere Betreuung benötigen
  • Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Vereinbarkeit von Familie und Beruf


Erfolgsfaktoren
  • Engagement und Ideenreichtum der Heimleitung
  • starke Vernetzung der Einrichtung in der Region

Weiterführende Informationen

In diesem Jahr errichte die Caritas Wohn- und Pflegegemeinschaft Seniorenheim St. Josef eine erneute Topplatzierung in dem Wettbewerb Deutschlands beste Arbeitgeber im Gesundheitswesen in der Kategorie bis 250 Beschäftigte.

Sonderpreis für herausragende Leistungen im Bereich betriebliche Gesundheitsförderung beim Wettbewerb

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Steckbrief

Themen:

  • Arbeitszufriedenheit / Motivation
  • Betriebliche Gesundheitsförderung
  • Führungskompetenz
  • Personalentwicklung
  • Unternehmenskultur / Betriebsklima

Branchen:

  • Gesundheitswesen

Region:

  • Bayern

Unternehmensgröße:

  • Mittelständisches Unternehmen

Profitierende Mitarbeiter: 100

Kontakt

Ansprechpartner im Unternehmen:
Franz Hackl
Caritas Wohn- und Pflegegemeinschaft Seniorenheim St. Josef
Kusserstr. 14
94051 Hauzenberg
Tel.: 08586 - 605 0
Fax: 08586 - 605 350
hackl@seniorenheim-hauzenberg.de
http://www.seniorenheim-hauzenberg.de