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Praxisbeispiel

Weniger Belastungen, mehr Gesundheit: Das Gesundheitsmanagement des Seniorenheims Gschwendner

Die Anforderungen in der Pflege sind bekanntermaßen hoch. Das Pflegezentrum der St. Michael Gschwendner GmbH im bayerischen Roding hat mithilfe eines branchen- und tätigkeitsspezifischen Leitfadens der AOK Bayern ein betriebliches Gesundheitsmanagement eingeführt. Weniger Belastungen und gesundheitsbewusstere Beschäftigte - so lautete die erfreuliche Zwischenbilanz nach einem halben Jahr.

Seniorengruppe im Heim

Unregelmäßige Arbeitszeiten, hohes Arbeitspensum, besondere physische und auch psychische Belastungen kennzeichnen schon heute vielfach die Arbeit in der Pflege. Die Folgen sind pflegeberufstypische Erkrankungen, wie z. B. Rückenerkrankungen, Hautveränderungen oder Infektionen. Auch psychische Belastungen bis hin zum Burnout-Syndrom treten häufig auf.

Das Seniorenheim St. Michael Gschwendner hat zur Verbesserung der Mitarbeitergesundheit daher im Jahr 2007 Kontakt zur AOK aufgenommen. Mit Hilfe eines Leitfadens wurde ein betriebliches Gesundheitsmanagement in die Personalpolitik integriert. Die Projektsteuerung übernahm ein Steuerkreis mit den wichtigsten Entscheidungsträgern des Betriebes. Er definierte auch die drei relevantesten Projektziele:

  1. Entwicklung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements
  2. Steigerung des Gesundheitsbewusstseins der Mitarbeiter
  3. Erhöhung der Arbeitszufriedenheit

Die Mitarbeiter wurden in Form einer Mitarbeiterbefragung aktiv am Projekt beteiligt. Als Vorlage für den Fragebogen dienten die Inhalte des von der Krankenkasse herausgegebenen Leitfadens.

Die Ergebnisse der Befragung wurden in der Steuerungsgruppe evaluiert und diskutiert. Dabei zeigte sich, dass körperliche, psychosoziale und organisatorische Anforderungen gleichermaßen die Mitarbeiter belasteten.

Dagegen wurden die folgenden Maßnahmen ergriffen:

  • Anschaffung neuer Hilfsmittel, wie z.B. Hebehilfen, Lifter und  Schiebebrettern
  • Seminare zu psychoszoialen Belastungen
  • Angebote zur Entspannung
  • Einrichtung eines heimeigenen Fitnessraums

Nach ca. einem halben Jahr wurde eine zweite Mitarbeiterbefragung durchgeführt, um den Stand der Umsetzungen auf den Stationen zu ermitteln und weitere Wünsche der Mitarbeiter zu erfragen. Dabei zeigte sich, dass die Maßnahmen, die mit dem Projekt verbunden waren, von den Mitarbeitern sehr positiv beurteilt wurden.

Die Projektgruppe trifft sich weiterhin regelmäßig ca. zweimal im Jahr, um an Gesundheitsthemen zu arbeiten und so eine Verstetigung der Mitarbeitergesundheit zu erreichen.


Ergebnisse

  • Reduktion der körperlichen und psychosozialen Belastungen
  • Verbesserung der Kommunikation
  • Verbesserung des Gesundheitsverhaltens


Erfolgsfaktoren
  • Der Betrieb konnte durch die Einrichtung eines Arbeitskreises Gesundheit strukturiert und kontinuierlich an der Umsetzungen der Projektziele und der Maßnahmen arbeiten.
  • Durch die Einbindung der Mitarbeiter in das Projekt, mittels Arbeitssituationserfassung, konnten diese ihre täglichen Belastungen nennen sowie ihre Erfahrungen und Lösungsvorschläge einbringen.
  • Der Pflegeleitfaden der AOK diente als sehr gute Anleitung bei der Bearbeitung der einzelnen Belastungskomplexe und zeigte praxiserprobte Lösungsvorschläge auf.
  • Ein intensiver Kommunikationprozess wurde durch das Projekt im Haus angestoßen.


Hemmende Faktoren
  • Schwierigkeiten zeigten sich im Projektverlauf bei der Terminfindung für die Steuerungsgruppe, da die Mitarbeiter häufig zu unterschiedlichen Zeiten Dienst hatten.

Weiterführende Informationen

AOK - Service Gesunde Unternehmen

Praxisleitfaden für die stationäre Altenpflege

Zur Gesamtübersicht aller Beispiele Guter Praxis


Steckbrief

Themen:

  • Arbeitsbedingte Erkrankungen
  • Arbeitsplatzgestaltung
  • Betriebliche Gesundheitsförderung
  • physische Belastungen
  • psychische Faktoren
  • Stress

Branchen:

  • Gesundheitswesen
  • Sozialwesen

Region:

  • Bayern

Unternehmensgröße:

  • Mittelständisches Unternehmen

Profitierende Mitarbeiter: 70

Kontakt

Ansprechpartner im Unternehmen:
Karl Gschwendner
Heimleitung
Seniorenheim St. Michael Gschwendner GmbH
Gschwendnerweg 1
93426 Roding
Tel.: 09461 - 945622
ulrike.heimerl@seniorenheim-roding.de
http://www.seniorenheim-roding.de

Kooperationspartner:
Heiko Bibrack
Berater für Betriebliche Gesundheitsförderung
AOK Bayern
Bahnhofstraße 17
94315 Straubing
Tel.: 09421 - 865 256
heiko.bibrack@by.aok.de
http://www.aok-business.de/bay