Nicht nur um andere, sondern auch mal um sich selber kümmern - selbstbewusste Mitarbeiter arbeiten motivierter
Das in Hessen gelegene Seniorenzentrum Taunusstein ist eine Einrichtung der stationären Altenpflege mit Angeboten zur Dauer-, Kurzzeit- und Tagespflege. Ein Schwerpunkt liegt in der Betreuung demenziell erkrankter Menschen.
In den letzten Jahren wurden zahlreiche organisatorische Veränderungen durchgeführt, um den 155 Bewohnern der Häuser das Leben möglichst würdevoll zu gestalten und Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten. Dazu gehörten u. a. die Einführung eines Präsenzkräftemodells in den Wohnbereichen und eines Dementenkonzeptes sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung und die verstärkte Einbeziehung ehrenamtlicher Helfer. Diese neuen Ideen und Strukturen wurden nur von einem Teil der Mitarbeiter angenommen und umgesetzt.
Vermutlich waren geringe Selbständigkeit beim Arbeiten, begrenzte Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, traditionelles Berufsverständnis, Überforderung und Angst vor Veränderung Gründe für die geringe Akzeptanz. Aber auch Führungsdefizite und eine mangelnde Durchsetzungsfähigkeit bei einem Teil der Leitungskräfte spielten eine Rolle. Auch Mängel in der Kommunikationsstruktur, Spannungen und Konflikte traten zu Tage.
Aufgrund dieser Probleme entschloss man sich, das Programm „Betriebliche Gesundheitsförderung durch Personalentwicklung“ (BGWgesu.per) des BGW in allen Bereichen des Hauses – jedoch mit dem Schwerpunkt „Pflege“ – durchzuführen. Die Planung und Durchführung der Maßnahmen lag im Wesentlichen in den Händen der Heimleitung, der Qualitätsmanagementbeauftragten und der Pflegedienstleitung. Unterstützt wurden diese durch den Steuerkreis, der aus fünf Leitungskräften und fünf Mitarbeitern bestand.
Aus der Bedarfsanalyse ergaben sich als Zielsetzungen für das Projekt:
- Führungskompetenz erweitern, Mitarbeiter verbindlicher Führen und Selbstverantwortung stärken
- Kommunikation und Umgang mit Konflikten in den Pflegeteams verbessern
- Hilfe beim Umgang mit den vielfältigen (auch außerberuflichen) Anforderungen, Verbesserung des Umgangs mit Stress und das Bewusstmachen eigener Stärken
Für die Führungskräfte wurden Coachings zu unterschiedlichen Themen angeboten, z. B. „Mich selbst gesund führen“, „Transfergespräche“ und „Meine Mitarbeiter gesundheitsgerecht führen“. Bei den Mitarbeitern aus Pflege und Verwaltung lauteten die Schwerpunkte „Berufs- und Lebensperspektiven“, „Eigene Interessen selbstsicher vertreten“ und „Konflikte bewältigen“. Außerdem bekamen elf Multiplikatoren aus den Wohnbereichen eine Unterweisung im Bereich „Bewusst kommunizieren“.
Die Erfolgskontrolle fand mittels Feedbackfragebögen und abschließender Auswertung im Steuerkreis statt. Neben den Ergebnissen wurde auch der Prozess des Projektes qualitativ hinterfragt.
Dabei zeigte es sich, dass trotz der engen und unkomplizierten Zusammenarbeit mit der BGW, mehr Zeit für die Durchführung einzuplanen ist und parallel laufende Projekte (u.a. Neubau) vermieden werden sollten.
Als positiven Nebeneffekt erlebten die Mitarbeiter persönliche Wertschätzung durch die Möglichkeit der Teilnahme und Einflussnahme. Dies trug entscheidend zur Verbesserung der Arbeitszufriedenheit und Identifikation mit der Einrichtung bei und wirkt sich auch künftig positiv auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter aus.
Ergebnisse
Insgesamt wurde über die knapp einjährige Projektlaufzeit ein positives Fazit gezogen. Verbesserungen wurden vor allem hinsichtlich der ursprünglich formulierten Ziele „Mitarbeiter, die innerlich gekündigt haben, wieder mehr in die Verantwortung nehmen“, „Weniger Ängste vor Neuem haben“ und „Sich der eigenen Stärken bewusst sein“ wahrgenommen. Das Selbstwertgefühl der Mitarbeiter sowie das eigenverantwortliche und gesundheitsbewusste Verhalten wurden gesteigert.
In den anderen Bereichen wurde von den Beurteilenden vorerst keine wesentliche Veränderung zur Ausgangssituation festgestellt.
Erfolgsfaktoren
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Hemmende Faktoren
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Weiterführende Informationen
Hier finden Sie die aktuelle Multiplikatorenliste im Bereich der Pflege-/Behindertenhilfe. Sofern Sie Interesse an der Umsetzung des Programms "Betriebliche Gesundheitsförderung durch Personalentwicklung" in Ihrer Einrichtung haben, können Sie die für Ihr Postleitzahlgebiet zuständigen Multiplikatoren hier direkt kontaktieren.
mehr zum Qualifizierungsprogramm BGWgesu.per finden Sie hier
Betriebliche Gesundheitsförderung durch Personalentwicklung - Ein Qualifizierungsprogramm für die Pflegenden
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