Bewusstsein für Führung und Verantwortung - Führungskräftetraining am Klinikum Stadt Soest
Das Generationenkrankenhaus wurde 1908 als Soester Stadtkrankenhaus eröffnet, 1977 kam ein Neubau hinzu. Seine Geschichte reicht jedoch bis in das 12. Jahrhundert zurück. Heute deckt das Klinikum das gesamte ärztliche Versorgungsspektrum ab.
Eine komplexe Organisation wie das Klinikum, von einer staatlich co-finanzierten Institution weiter zu entwickeln, zu einem wirtschaftlich unabhängigen Unternehmen, ist nur mittels engagierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möglich. Im Klinikum Stadt Soest entschied man sich nach einem Wechsel in der Leitung des Hauses für die Durchführung eines Führungskräftetrainings, um Impulse für die Weiterentwicklung des gesamten Hauses zu geben.
In einer bestehenden Organisation bedeutet dies in erster Linie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu unterstützen, sich selbst weiter zu entwickeln, damit diese die Aufgaben ihres jeweiligen Arbeitsbereiches nicht nur selbstständig bewältigen, sondern verantwortungsbewusst delegieren und neuerungsbereit weiter entwickeln.
In Zusammenarbeit mit einem externen Partner wurden in allen Leitungsbereichen Trainings durchgeführt,
- beginnend mit der obersten Führungsebene, bestehend aus Geschäftsführer, Ärztlichem Direktor und Pflegedirektorin,
- über Chefärzte und die Stellvertretende Pflegeleitung,
- bis hin zu den zahlreichen Stationsleitungen und leitenden Ärzten.
Alle Organisationsebenen absolvierten zeitversetzt das gleiche Trainingsprogramm. Die höheren Organisationsebenen konnten auf diese Weise die nachfolgenden bereits beim Training unterstützen, und weckten so Vertrauen in die Trainingsqualität. Über mehrere Monate hinweg wurden dabei mehrwöchige Praxisphasen von einzelnen Trainingstagen eingerahmt.
Alle Beteiligten
- erarbeiteten sich jeweils schrittweise individuelle Entwicklungspläne und setzten diese in den Praxisphasen um.
- erstellten Praxisberichte über die Phasen zwischen den Trainingstagen.
- führten zeitnah strukturierte Feedbackgespräche mit Vorgesetzten und Sparringspartnern.
- absolvierten fachfremde Aufgaben zur Erarbeitung von Führungserfahrung.
- bearbeiteten Managementliteratur zu konkreten, im Trainingsprogramm benannten Führungskompetenzen.
- reflektierten die individuellen Erfahrungen und Ergebnisse gemeinsam im Rahmen der Trainingstage.
Die Integration der ersten Absolventen in das Training der nachfolgenden ermöglichte die Begleitung des Trainingsprogramms von nur einem externen Trainer, der so alle Beteiligten im gesamten Prozess persönlich begleiten konnte.
Der Zeitaufwand für das Klinikum war trotz dieses umfassenden Ansatzes moderat: Das Trainingsprogramm erstreckte sich zwar über ein ganzes Jahr, es wurden insgesamt jedoch nur 21 Trainingstage benötigt, um 40 Führungskräfte zu trainieren. Jeder der 40 Beteiligten blieb nur an durchschnittlich vier Tagen dem Klinikbetrieb fern.
Drei Monate nach Trainingsende wurden insgesamt 9 qualitative Interviews zur Evaluation durchgeführt, die für eine gemeinsame Abschlussveranstaltung aufbereitet wurden.
Die Landesärztekammer erkannte das Training durch entsprechende Fortbildungspunkte in der Reihe ärztlich zertifizierter Fortbildung an.
Ergebnisse
- Die Kommunikation zwischen Führungskräften und Mitarbeitern hat sich merklich verbessert.
- Die unterschiedlichen Berufsgruppen, die im Klinikbetrieb miteinander zu tun haben, haben zudem untereinander mehr Selbstbewusstsein im Auftreten erlangt.
- Das Bewusstsein für die eigene Wirkung im Führungs- und Kommunikationsverhalten wurde gesteigert, sowohl in Bezug auf die eigenen Arbeitsbereiche, als auch in Bezug auf den gesamten Klinikbetrieb.
- Die Beteiligung aller Führungsebenen an der strategischen Entwicklung des Klinikums konnte gesteigert werden.
Erfolgsfaktoren
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Hemmende Faktoren
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Weiterführende Informationen
Krankenhausumschau November 2009: Unternehmenskultur ist Führungskultur (siehe Download in rechter Spalte).
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