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Praxisbeispiel

Zeitgewinn: kompakter Pflegenachweis schafft Freiräume für mehr Zuwendung

Mit der trägereigenen Pflegedokumentation zeigt die Caritas Altenhilfe Berlin, dass die Klagen über übertriebene Dokumentation und vernachlässigte Pflege nicht hingenommen werden müssen.

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Seit über 40 Jahren entwickelt die Caritas Altenhilfe Gemeinnützige GmbH Wohn- und Betreuungskonzepte in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, die sich an den Bedürfnissen von Seniorinnen und Senioren orientieren. Sie ist dabei Trägerin von
75 Einrichtungen, zu denen Seniorenwohnhäuser mit Service ebenso gehören, wie die Caritas-Sozialstationen, die Tagespflegen, eine Kurzzeitpflege, Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz, Seniorenheime ein ambulanter Hospizdienst und der Fahrbare Mittagstisch.

In der Pflege fehlt es an Zeit. Ein erheblicher Faktor ist dabei die recht ausufernde Pflegedokumentation, die von vielen Pflegekräften als sehr zeitaufwändig gefürchtet wird: Pflegeplanung, diverse Leistungsnachweise, Risikoerfassungen, Berichte, Protokolle usw.

Darum haben die Bereichsleiterin für Qualitätsmanagement und die Pflegedienstleitungen der Caritas Altenhilfe Berlin über mehrere Jahre eine schlanke, effiziente und zugleich aussagekräftigere Form der Dokumentation entwickelt, die inzwischen mit Erfolg verwendet wird.

Die Pflegeplanung mit Gewohnheiten, Ressourcen, Zielen und Maßnahmen ist nun auf zwei DIN-A3 Bögen zusammengefasst, wofür sonst bis zu 20 Seiten benötigt wurden. Ein praxisnahes Anleitungs-Handbuch reduziert zudem den Schulungsbedarf.

Das Dokumentationssystem fußt auf dem Pflegemodell der Pflegewissenschaftlerin Monika Krohwinkel. Die von ihr benannten "Aktivitäten und existenziellen Erfahrungen des Lebens" (AEDLs) wurden in sieben Gruppen zusammengefasst. Für jede Gruppe gibt es ein eigenes Dokumentationsschema, das weitgehend im Ankreuzverfahren ausgefüllt wird. Handschriftlich vorangestellt werden jedem Bereich lediglich die Besonderheiten, Gewohnheiten und Vorlieben. Die Fähigkeiten der Bewohner beurteilen die Pflegekräfte nach einer Bewertungsskala von eins bis acht. Eins steht für "keine Hilfe nötig", acht für "auch mit Hilfe nicht möglich". Zusätzlich können sie Faktoren ankreuzen, welche die Versorgung sehr zeitaufwändig machen: Angst, Aggressivität, Lähmungen oder häufiges Klingeln der Bewohner. Die Ziele sind auf drei Stufen reduziert. Die Pflegekräfte haben die Wahl zwischen "verbessern", "erhalten", "Fähigkeitsverlust begleiten". Ebenso kompakt können die Maßnahmen angegeben werden. Sie sind bereits in das Formular eingedruckt.

Alle vier Monate sowie bei Bedarf werden Ressourcen und Probleme neu bewertet, Ziele überprüft und Maßnahmen festgelegt. Statt neuer Formulare nehmen die Pflegekräfte einen farbigen Stift zur Hand: Die Kreuze für die erste Evaluation sind grün, für die zweite rot und für die dritte schwarz. Prüfer und Pflegekräfte können den Pflegeverlauf so leicht auf einen Blick verfolgen. So werden die Formulare ein Jahr lang benutzt, bevor neue angelegt werden müssen.

Vorteile der Pflegedokumentation:

  • Schneller Überblick über den Pflegebedarf und den Pflegeverlauf.
  • Nachweis über die Individualität der Pflegeplanungen, stärkere Berücksichtigung der Anamnese und gleichzeitige Erhebung von Risikofaktoren.
  • Geringe Fehleranfälligkeit durch Vermeidung von Doppelungen.
  • Bessere Dienstübergaben durch Übersichtlichkeit.

Sämtliche zusätzlich einzusetzenden Formulare sind ebenfalls übersichtlich und kompakt gestaltet.


Ergebnisse

  • Die Pflegequalität wird in der Dokumentation sichtbar.
  • Für ein Haus mit 80 Plätzen ergeben sich schätzungsweise 1040 Stunden Zeitersparnis pro Jahr. Das sind rechnerisch jährlich 13 Stunden, die jedem Bewohner zugute kommen.
  • Weniger Papier und der Einsatz handelsüblicher Ordner, statt der bisher speziellen Pflegemappen, reduzieren die Materialkosten um 30 Prozent.


Erfolgsfaktoren
  • Erarbeitung des Systems mit den Erfahrungsträgern
  • Unternehmensleitung unterstützt die vollständige Neugestaltung der Dokumentation

Weiterführende Informationen

Informationen, Bezugsadresse und Preise der Pflegedokumentation

Zur Gesamtübersicht aller Beispiele Guter Praxis


Steckbrief

Themen:

  • Arbeitszufriedenheit / Motivation
  • Qualitätsmanagement

Branchen:

  • Gesundheitswesen
  • Sozialwesen

Region:

  • Berlin

Unternehmensgröße:

  • Großunternehmen

Profitierende Mitarbeiter: 516

Kontakt

Ansprechpartner im Unternehmen:
Roscha Schmidt
Bereichsleiterin Qualitätsmanagement
Caritas Altenhilfe GGmbH
Tübinger Str. 5
10715 Berlin
Tel.: 030 85784-280
r.schmidt@caritas-altenhilfe.de
http://www.caritas-altenhilfe.de

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Unternehmenportrait Caritas Altenhilfe Berlin

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