INQA in Europa
Mehr und bessere Arbeitsplätze schaffen - dieses Ziel hat sich die Europäische Union mit der Verabschiedung der sozialpolitischen Agenda als Bestandteil der Lissabon-Strategie gesetzt. Ehrgeizige Vorgabe der Strategie ist es, die EU bis zum Jahr 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen.
Ein wesentliches Element der Agenda bildet die Forderung, dass der Weiterentwicklung der Qualität der Arbeit in den Mitgliedsstaaten essentielle Bedeutung zukommen muss. Fragen der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit rücken in diesem Zusammenhang noch stärker als bisher in den Fokus des sozialpolitischen Interesses. Zusätzlich wird ein spezielles Programm für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) als wichtiger Bestandteil im Rahmen der Strategie zur Förderung von Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz hervorgehoben.
Die Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz ist das Ziel der Luxemburger Erklärung. Sie formulierte 1997 erstmals Grundsätze betrieblicher Gesundheitsförderung für die Mitglieds- und Beitrittsländer der Europäischen Union, der Schweiz, sowie Staaten des Europäischen Wirtschaftsraumes. INQA unterstützt die Luxemburger Deklaration. Wenn Sie sich ebenfalls zu Zielen und Grundsätzen der betrieblichen Gesundheitsförderung bekennen wollen, folgen Sie dem Beispiel von hunderten deutschen und europäischen Unternehmen und Einrichtungen und unterzeichnen auch Sie die Luxemburger Erklärung.
Die neue INQA-Broschüre "Qualität der Arbeit - Markenzeichen des Standortes Europa", erschienen 2008, zeigt auf, welchen Herausforderungen die Unternehmen in Deutschland und Europa gegenüberstehen und wie diese erfolgreich bewältigt werden können. Die Begriffe Globalisierung, Informationsgesellschaft und demographischer Wandel bezeichnen drei prominente Entwicklungen in diesem Zusammenhang, denen unseres Erachtens nur durch eine neue Qualität der Arbeit zu begegnen ist.
Wie es aktuell um die Qualität der Arbeit in 31 europäischen Ländern bestellt ist, dokumentiert die Vierte europäische Erhebung über Arbeitsbedingungen, die im Mai 2007 veröffentlicht wurde.
Der Weg zu einer neuen Gemeinschaftsstrategie für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz - vorgeschlagen durch die Kommission der Europäischen Gemeinschaft - ist gekennzeichnet durch
- ein globales Konzept des Wohlbefindens bei der Arbeit, das Veränderungen in der Arbeitswelt und das Auftreten neuer, insbesondere psychosozialer Risiken wie beispielsweise Stress am Arbeitsplatz berücksichtigt,
- die Konsolidierung einer Präventionskultur durch die Kombination verschiedener politischer Instrumente (Rechtsvorschriften, sozialer Dialog, innovative Vorgehensweisen und Verbreitung von Best Practices, soziale Verantwortung der Unternehmen, wirtschaftliche Anreize) durch den Aufbau von Partnerschaften zwischen allen Akteuren im Bereich Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit,
- eine Förderung der Integration von Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz in die anderen Gemeinschaftspolitiken,
- sowie die Vorbereitung der Erweiterung der Europäischen Union und den weiteren Ausbau der internationalen Zusammenarbeit mit der WHO und ILO.