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28.8.2008

ARD: DAX30-Unternehmen vernachlässigen Belegschaften

Manager im Gespräch mit einem Mitarbeiter

Das ARD-Fernsehmagazin Plusminus berichtete am vergangenen Dienstag in einem Beitrag über den Umgang deutscher Unternehmer mit ihren Mitarbeitern. Wie der Titel des Beitrags - "Humankapital - Das unterschätzte Unternehmensvermögen" - schon vermuten läßt, stellte das Magazin fest, dass viele Manager noch nicht erkannt hätten, welchen entscheidenden Beitrag eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur zum wirtschaftlichen Betriebserfolg leiste. Und wie fahrlässig sie daher handelten, wenn sie die Leistungsbereitschaft und Kreativität der Mitarbeiter nicht gezielt förderten.

Der Beitrag stützte sich einmal auf eine Studie, die das Institut für Managementkompetenz (imk) an der Universität des Saarlandes Anfang Juli vorgestellt hat. Darin hatten die Wissenschaftler mit einer neuartigen Formel den Wert des Humankapitals der 30 im deutschen Aktienindex DAX notierten Unternehmen erstmals in Euro quantifiziert. Mit Humankapital bezeichnen die Wissenschaftler die Summe der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter. Dazu zählen sie das technische und handwerkliche Know-how ebenso wie den Ideenreichtum und die Motivation. Anhand einer Analyse der Geschäftsberichte mit der sogenannten 'Saarbrücker Formel' ermittelte das imk für die Hälfte der DAX30-Unternehmen eine Vernichtung von Humankapital im Zeitraum von 2005 bis 2006 in Wert von fast neun Milliarden Euro. In diesen Wert floßen nicht nur die Verluste von Entlassungen mit ein, sondern auch die unterlassenen Investitionen in eine professionelle Personalarbeit.

Der Schaden für die Unternehmen wiegt noch schwerer, wenn man die entgangenen Gewinne hinzuzählt. In diesem Zusammenhang stellte der Beitrag die repräsentative Studie "Unternehmenskultur, Arbeitsqualität und Mitarbeiterengagement in den Unternehmen in Deutschland" des Great Place to Work® Institute vor. Laut den Untersuchungsergebnissen bestimmen Unternehmenskultur und Mitarbeiter-Engagement den Unternehmenserfolg mit bis zu 31 Prozent. Unternehmen, die keinen oder wenig Wert auf gutes Betriebsklima und zufriedene Mitarbeiter legen, vernichten daher nicht nur Humankapital, sie bleiben zudem weit hinter ihren Gewinn-Möglichkeiten zurück. Darüber hinaus gefährden viele Unternehmen, angesichts der Entwicklungen in der Arbeitswelt - beispielsweise die Alterung der Belegschaften und der Fachkräftemangel im Zuge des demographischen Wandels -, auf Dauer ihre Wettbewerbsfähigkeit.

"Wertschöpfung durch Wertschätzung" lautet das Motto von INQA. Darin drückt sich die Überzeugung aus, dass die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen maßgeblich von einer modernen Unternehmenskultur abhängt, in der die betriebswirtschaftlichen Ziele und die Bedürfnisse und Kompetenzen der Mitarbeiter als gleichwertig erachtet und miteinander in Einklang gebracht werden.

Deshalb unterstützt INQA den jährlichen Wettbewerb "Deutschlands Beste Arbeitgeber", den das Great Place to Work® Institute in Köln durchführt. Wenn Sie anhand einer professionellen Analyse erfahren wollen, wie es um Ihre Unternehmenskultur bestellt ist, dann melden Sie sich für den Wettbewerb 2009 an. Meldeschluss für die Studienteilnahme ist Ende September.

Einen ausführlichen Text und das Video zum Plusminus-Beitrag finden Sie unter www.daserste.de/plusminus.