Gesund und sicher arbeiten in kleinen Betrieben
Kleinst- und Kleinbetriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern stellen einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Knapp 38 Prozent der Beschäftigten arbeiten in Betrieben dieser Größenklasse. Auf ihre Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz kommt es ganz besonders an. Drei Projekte haben im Rahmen des Modellprogramms zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen wirkungsvolle Lösungen für sicheres und gesundes Arbeiten in Kleinbetrieben entwickelt und in der betrieblichen Praxis umgesetzt. Die neue Broschüre "Arbeitsschutz in kleinen Betrieben" stellt die Instrumente und die Projektbausteine vor.
Ein Blick auf die Zahlen zu den meldepflichtigen Arbeitsunfällen zeigt beispielsweise, dass die Unfallrate in Betrieben mit bis zu 49 Mitarbeitern fast 50 Prozent über der Rate für Großunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern liegt. Im Jahr 2007 wurden von Klein- und Kleinstbetrieben knapp 32 Arbeitsunfälle je 1.000 Vollarbeiter gemeldet. Allein die durch Arbeitsunfälle bedingten Ausfallzeiten sind also in kleinen Betrieben erheblich höher als in großen Betrieben und können oftmals wegen der dünnen Personal- und Finanzdecke ungleich schwerer ausgeglichen werden.
Die Broschüre "Arbeitsschutz in Kleinbetrieben" richtet sich an Inhaber und leitende Mitarbeiter und soll sie als Verantwortliche für ihren Betrieb dabei unterstützen, den Arbeitsschutz zu einem festen Bestandteil des betrieblichen Alltags zu machen und ihn in ihre täglichen Entscheidungen einzubeziehen. Mehr als 250 Kleinbetriebe haben an den drei Projekten mitgearbeitet. Die Instrumente haben sich also in der Praxis bewährt.
Weitere Zielgruppen der Broschüre sind Unternehmensverbände, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und Innungen, sowie Präventionsdienstleister, Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit, die kleinen Unternehmen dabei helfen, betriebliche Präventionsmaßnahmen zu planen und auszuführen.
Die drei Praxisprojekte wurden im Rahmen des Förderschwerpunktes 2005 des "Programms zur Förderung von Modellvorhaben zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen" des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) durchgeführt:
- amadeus - "Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit durch effiziente, unternehmensbezogene Systemlösungen"
- basik-net - "Betriebsärztliche und sicherheitstechnische Unterstützung von Kleinstbetrieben"
- GUSIK - "Gesund und sicher in Kleinstbetrieben"
Die Modellvorhaben wurden vom BMAS gefördert und von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fachlich begleitet. Inzwischen haben sich die drei Projekte zur INQA-Projektgemeinschaft AGnes zusammengeschlossen, um ihre Erfahrungen und Instrumente zu bündeln und die systematische, flächendeckende Verbreitung der bewährten Handlungskonzepte in Gang zu setzen.