Bundesinitiative stärkt Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft
Mehr Chancen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu schaffen - diese Idee steht hinter der neuen Bundesinitiative "Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft", einem Programm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), das gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) entwickelt wurde. Die gemeinsame Kampagne der drei Partner der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) soll dazu beitragen, die bestehenden Nachteile für Frauen in der Wirtschaft zu beseitigen.
"Obwohl Frauen nicht schlechter qualifiziert sind, stehen sie in puncto Verdienst- und Karrierechancen viel zu häufig schlechter da als ihre männlichen Kollegen. Das muss sich ändern. Wir wollen die Berufschancen von Frauen deutlich verbessern - davon profitieren auch die Arbeitgeber", sagte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen zum Start der Initiative am Donnerstag.
Tatsache ist: In Deutschland sind Frauen noch immer seltener berufstätig als Männer. Sie verdienen im Schnitt auch weniger und sind seltener in Führungspositionen. Noch immer scheitern zu viele Frauen an der Unvereinbarkeit von Haus-, Familien- und Erziehungsarbeit mit einer Vollzeitbeschäftigung. Viel zu selten sind auch Förder- und Weiterbildungsmaßnahmen, die Frauen neue Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten eröffnen - beispielsweise für Mütter zum Wiedereinstieg.
Richtig und wichtig ist die Bundesinitiative auch aus einem anderen Grund: In einer aktuellen Studie mahnt die Prognos AG an, die Erwerbsbeteiligung der Frauen signifikant zu erhöhen, um dem als Folge des demografischen Wandels drohenden Mangel an Arbeitskräften zu begegnen. Die Zahl der erwerbstätigen Frauen hat in den letzten Jahren zwar zugenommen, doch laut "Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland" des Bundesfrauenministeriums handele es sich überwiegend um Teilzeit- oder sogenannte Minijobs, die zudem meist keine eigenständige Existenzsicherung erlaubten.
Der gesamtwirtschaftliche Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern hat sich zwischen 1995 und 2005 stets zwischen 12 und 23 Prozent bewegt. Deutschland nimmt damit in der EU einen der hinteren Rangplätze ein. Dem DIW zufolge (DIW Wochenbericht Nr. 23/2009) waren im Jahr 2007 rund vier Millionen angestellte Führungskräfte in der Privatwirtschaft tätig. Der Frauenanteil lag hier - nach Schwankungen in den Vorjahren - bei 27 Prozent und stagnierte damit im Vergleich zu 2002. Das Institut für Unternehmensführung am Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ermittelte im Rahmen eines INQA-Projektes, dass in den 600 führenden deutschen Unternehmen im Jahr 2008 nur 42 der 1721 Vorstandsmitglieder Frauen waren - das ist ein Anteil von 2,4 Prozent. In den Aufsichtsräten sind Frauen lediglich mit 8,2 Prozent vertreten.
Die Bundesinitiative fördert Projekte von Unternehmen, Gewerkschaften, öffentlichen Institutionen, Bildungsträgern, Verbänden und Forschungseinrichtungen. Für die Förderung muss die geplante Maßnahme eines oder mehrere der folgenden Ziele verfolgen:
- Eigenständige Existenzsicherung von Frauen,
- gleiche Aufstiegs- und Karrierechancen,
- bessere Beteiligung an betrieblicher Weiterbildung,
- Verringerung der Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen
- sowie eine bessere Work-Life-Balance.
Die ersten elf Projekte wurden Anfang Dezember 2009 ausgewählt. Eine Übersicht finden Sie unter www.esf.de.
Neue Bewerbungen können - zunächst in Form einer Interessenbekundung - bei der Regiestelle "Bundesinitiative zur Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft" eingereicht werden. Der nächste Einsendeschluss ist der 29. Januar 2010.
Nähere Informationen, das Formular für die Interessenbekundung, eine inhaltliche Beratung sowie Hinweise zu Verfahrensfragen erhalten Interessierte bei der:
Regiestelle "Bundesinitiative zur Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft"
Tel. 030/39927-3334
Fax: 030/8968-3334
E-Mail: regiestelle@bundesinitiative-gleichstellen.de
Web: www.bundesinitiative-gleichstellen.de