Direktlink:
Inhalt; Accesskey: 2 | Hauptnavigation; Accesskey: 3 | Servicenavigation; Accesskey: 4
Startseite Service Meldungen
14.6.2010

Kampf gegen Mobbing ist Führungsaufgabe

Eine Frau leidet unter Mobbing-Attacken ihrer Kollegen.
© Colourbox.com

Die Folgen von Mobbing am Arbeitsplatz sind nicht nur für das Opfer schwerwiegend. Die negativen Auswirkungen auf das Arbeitsklima, die Produktivität und den Krankenstand verursachen auch immense Kosten im Unternehmen. Werde Mobbing geduldet, habe die Unternehmensleitung versagt, so der Psychiater Peter Teuschel. Betroffenen rät er, sich schnellstmöglich Beistand zu holen.

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Forschung  & Lehre" erläutert Teuschel, wie wichtig die Hilfe und Unterstützung von Personalrat, Mobbingberater oder Anwalt ist. Mediationen oder Runde-Tisch-Gespräche sind bei Mobbing wirkungslos, "da das Ziel der Mobber nie die Einigung, sondern die Entfernung des Opfers aus dem Arbeitsumfeld ist", so Teuschel.

Mobbingopfer sollten möglichst schnell Beistand suchen, da die wochen-, mitunter monatelangen Schikanen nicht selten mit einem zerstörten Selbstwertgefühl und einer ruinierten Gesundheit enden. Systematische Ausgrenzung, üble Nachrede, gezielte Desinformation oder öffentliche Demütigungen schlagen meist erst auf den Magen. Schlafstörungen lassen Betroffene schon bald nicht mehr zur Ruhe kommen. Parallel dazu verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen für alle. Letztlich denken nicht wenige Opfer an Selbstmord.

Vor diesem Hintergrund sollten Führungskräfte - übrigens: vor allem männliche Chefs zwischen 35 und 55 Jahren mobben! - beim leisesten Verdacht auf Mobbing einschreiten. Wichtige Informationen hierzu erhalten sie im Themengebiet "Mobbing". Die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) hat auch spezielle Beratungsangebote für Mobbing-Opfer zusammengestellt.