Neues Förderprogramm für Demografie-Projekte
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt Projekte, die innovative Konzepte und Gestaltungsalternativen für neue, auf den demografischen Wandel angepasste Beschäftigungs- und Lebensarbeitsmodelle entwickeln. Mit der Förderung sollen neben Forschungseinrichtungen vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) angesprochen werden, die die demografische Entwicklung zur Sicherung ihrer Innovationsfähigkeit aufgreifen. Die Skizzen in elektronischer Form können bis spätestens zum 23. August 2010 eingereicht werden.
Die demografische Entwicklung - Rückgang der Bevölkerungszahlen bei gleichzeitigem Anstieg des durchschnittlichen Lebensalters - wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung zunehmen. Sie stellt jede Einzelne und jeden Einzelnen ebenso wie Unternehmen - siehe alternde Belegschaften und Fachkräftemangel - und die Gesellschaft insgesamt vor große Herausforderungen. Neue Formen von Erwerbsstrukturen und -biographien kennzeichnen diese Herausforderungen, die sich mit Stichworten wie längere Beteiligung am Arbeitsleben, neue Kompetenzen zum Erhalt und Transfer von Erfahrungswissen und gleichberechtigte Teilhabe der Geschlechter am Arbeitsleben beschreiben lassen.
Um die Chancen des demografischen Wandels für Innovationen nutzen zu können, sind neue Konzepte der Kompetenz- und Personalentwicklung sowie der Organisationsgestaltung erforderlich. Auf der Grundlage des BMBF-Programms "Arbeiten - Lernen - Kompetenzen entwickeln. Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt" beabsichtigt das Bundesministerium daher Vorhaben zur Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet "Innovationsfähigkeit im demografischen Wandel" zu fördern. Das Ministerium übernimmt dabei bis zur Hälfte der zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten.
Nach wie vor orientiert sich unsere Gesellschaft an einem Lebensmodell, das drei Phasen umfasst: Die Lern- und Ausbildungsphase (Kindergarten, Schule, berufliche Qualifikation), die Arbeitsphase und den Ruhestand. Lernen wird in diesem Modell im Wesentlichen der ersten Lebensphase unterstellt. Die heutige Gestaltung von Arbeit, Ausbildung und sozialer Sicherung zeigt jedoch, dass diese Dreiteilung vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung zunehmend Probleme bereitet. Neue Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten werden auch in den anderen Lebensphasen erworben. Lebenslanges Lernen ist ein Erfordernis moderner Gesellschaftsentwicklung und unerlässlich, um im demografischen Wandel Innovationsfähigkeit auszubilden und zu erhalten.
Im demografischen Wandel liegen auch Chancen für neue Lebensmodelle, die in der Arbeitswelt Chancengleichheit und ein neues Verhältnis von Arbeit und Freizeit ermöglichen. Dies setzt geeignete Rahmenbedingungen in den Unternehmen und in der Gesellschaft voraus. Außerdem können hiervon wichtige Impulse für Veränderungen in anderen gesellschaftlichen Bereichen wie der sozialen Sicherung und dem System der beruflichen Aus- und Weiterbildung ausgehen.
Die vollständige Bekanntmachung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von Richtlinien zur Förderung von Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet "Innovationsfähigkeit im demografischen Wandel" finden Sie unter www.bmbf.de.