Neue Beschäftigungsmodelle dank steigender Lebenserwartung?
Die aktuelle Ausgabe des Infoblatts "Demografische Forschung Aus Erster Hand", das vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Kooperation mit dem Institut für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und dem Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels herausgegeben wird, thematisiert die steigende Lebenserwartung in Deutschland und mögliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.
"Die Anzahl der Lebensjahre, die die Menschen in Gesundheit verbringen, wächst. Denn die Lebenserwartung von Männern und Frauen steigt nicht, weil sich der Alterungsprozess verlangsamt und verlängert, sondern vor allem, weil er immer später im Leben einsetzt", schreiben die Wissenschaftler. Modellrechnungen zeigen, welche Konsequenzen diese Entwicklung für den Arbeitsmarkt haben könnte.
Durch einen gesteigerten Arbeitseinsatz von älteren Beschäftigten in Deutschland könnte laut Max-Planck-Institut die insgesamt geleistete Arbeitszeit trotz sich ändernder Bevölkerungsstruktur konstant gehalten werden. Die Arbeit ließe sich sogar gleichmäßiger über alle Altersgruppen verteilen. Beispielsweise könnten wir künftig weniger arbeiten, solange die Familie neben dem Beruf versorgt werden muss, und entsprechend mehr, sobald die Kinder auf eigenen Beinen stehen.
Vor diesem Hintergrund unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung aktuell Projekte, die innovative Konzepte und Gestaltungsalternativen für neue, auf den demografischen Wandel angepasste Beschäftigungs- und Lebensarbeitsmodelle entwickeln.
Mit dem neuen Förderprogramm sollen neben Forschungseinrichtungen vor allem kleine und mittlere Unternehmen angesprochen werden, die die demografische Entwicklung zur Sicherung ihrer Innovationsfähigkeit aufgreifen.
Den Beitrag "Eine angeborene Lebensspanne gibt es nicht" von James W. Vaupel vom Max-Planck-Institut finden Sie unter www.demografische-forschung.de zum kostenlosen Download.