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Startseite Themen Bauwirtschaft Wissen

Die Branche im Umbruch

Baustelle

Die Chancen für die deutsche Bauwirtschaft im Wandel liegen gewissermaßen in einer neuen Qualität des Bauens, denn billig bauen können andere noch billiger. Ein Schwerpunkt von INQA sind Projekte zur Verbesserung der Qualität der Arbeit in der Bauwirtschaft. Die wirtschaftpolitische Relevanz des Wertschöpfungsclusters Bau liegt auf der Hand - fast jeder siebente Beschäftigte arbeitet in der Wertschöpfungskette Bau.

Fakten

Die Bauwirtschaft steht in einem tiefgreifenden inhaltlichen Wandel der Arbeit, der die gesamte Wertschöpfungskette des Bauens grundlegend umstrukturieren wird. Dieser Wandel wird durch ein geändertes Nachfrageverhalten der Bauherren sowie insgesamt geänderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen bestimmt. Neue Aufgabenfelder werden geschaffen bei der Projektentwicklung, der Projektabwicklung und nicht zuletzt in der Objektnutzung und -umnutzung. Die Nachfrage verschiebt sich zunehmend vom Neubau hin zum Bauen im Bestand. Gleichzeitig bezieht sie immer mehr auch eine umfassendere Baubetreuung mit ein, z. B. unterstützende Dienstleistungen rund um das Bauwerk wie Wartung und Instandhaltung. Hinzu kommt ein rasanter technologischer Wandel, der sich in immer neuen, innovativen Arbeitsverfahren und neuen Bauprodukten niederschlägt.

Die Erkenntnis, dass in diesem Strukturwandel Marktpositionen nicht dauerhaft über einen bloßen Preiswettbewerb, sondern vor allem über die Qualität der Bau(dienst)leistungen zu halten und auszubauen sind, setzt sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette bei Unternehmen im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe, bei Bauherren, Planern, Zulieferern und Dienstleistern durch.

Der hohe Anteil kleiner und mittlerer Unternehmen, die große Zahl der Beteiligten und Schnittstellen in der Wertschöpfungskette des Bauens sind zusätzliche Herausforderungen dieses tiefgreifenden Wandels. Sichere Arbeitsplätze und gute Arbeitsbedingungen sind wichtiges Ziel. Hier gibt es im Vergleich zu anderen Branchen Handlungsbedarf: z. B. ist die Unfallquote in der Bauwirtschaft  noch immer mehr als doppelt so hoch im Vergleich zur gesamten gewerblichen Wirtschaft.

Trotz des massiven Stellenabbaus ist langfristig mit einem Mangel geeigneter Fachkräfte zu rechnen. Die mangelhafte Qualität der Arbeitsbedingungen führt einerseits zum Verlust erfahrener Facharbeiter z. B. durch Frühverrentung und hat andererseits einen entscheidenden Einfluss auf die Wahl des Ausbildungsplatzes und das Niveau der schulischen Bildung der Auszubildenden. Schon jetzt können nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzt werden. Eine zusätzliche Verschärfung dieses Trends entsteht durch die demographische Entwicklung.



Downloads

Qualität der Arbeit und Prävention in KMU

Empirische Untersuchung und Schlussfolgerungen - Oleg Cernavin: Vortragsfolien PDF: 581,1 KB