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Büroarbeit

Zwei Frauen sitzen an ihren Büroarbeitsplätzen

Rund 16 Millionen Erwerbstätige arbeiten in Deutschland an einem Büroarbeitsplatz. In den letzten 50 Jahren ist der Anteil der in Büros Beschäftigten an der Erwerbsbevölkerung von etwa 10 Prozent auf knapp 50 Prozent angestiegen. Im gleichen Zeitraum hat sich das Büro als Arbeitsplatz völlig verändert. Wo früher ausschließlich Ordner, Papier, Stift oder Schreibmaschine als Büromaterial gefragt waren, sind heute in immer mehr Büros Monitore, Drucker, Tastaturen und Rechner die vorrangigen Arbeitsmittel. Die rasante elektronische Entwicklung in den letzten 20 Jahren hat die Büroarbeit endgültig revolutioniert. Bis vor wenigen Jahren galten Faxgerät und Kopierer als moderne Bürogeräte. Im Zeitalter der digitalen Datenverarbeitung, von Internet, E-Mail und Mobilfunk wirken sie heute oftmals fast schon antiquiert. Und mittendrin in der sich immer schneller wandelnden Bürolandschaft, der Mensch.

Viele Innovationen haben und hatten tatsächlich spürbare Arbeitserleichterungen zur Folge. Auch zeigt sich, dass Büroarbeit im Vergleich zu körperlich belastenden Berufen mit geringeren Risiken für die Gesundheit der Beschäftigten verbunden ist. Allerdings belegen Untersuchungen immer wieder, beispielsweise die Erwerbstätigenbefragung 2006 des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), dass das Büro kein belastungsfreier Raum ist. Die Beschäftigten äußern eine Reihe von Beschwerden wie etwa im Rücken, Nacken und Schulterbereich, Entzündungen im Handgelenk, Augenbeschwerden, Kopfschmerzen, psychische Beeinträchtigungen und Stress oder beklagen Mobbing als Form gestörter sozialer Beziehungen.

Es ist offensichtlich: Die neue Geschwindigkeit und die neue Fülle von Information stellt neue Anforderungen an Mitarbeiter, technische Ausstattung und die Organisation der betrieblichen Abläufe. Von dem effizienten Umgang mit Information und Wissen hängt immer stärker der Erfolg des Unternehmens ab - und vom sorgfältigen Umgang mit den Humanressourcen. Fehlbelastungen abzubauen und Gesundheit und Wohlbefinden der Beschäftigten zu fördern, sollte daher im ureigenen Interesse der Unternehmen sein.

Wie Studien belegen, sind Eigenverantwortung, hohes Engagement und Freude an der Arbeit vor allem in solchen Unternehmen anzutreffen, die Gesundheit und Qualifikation, Motivation und Flexibilität, Kreativität und Innovationsfähigkeit der Beschäftigten erhalten und fördern. Kennzeichnend für die gute Qualität der Arbeit ist der ökonomische Erfolg und die Innovationsfähigkeit dieser Unternehmen.

Das Deutsche Netzwerk Büro unterstützt Unternehmen dabei, die Qualität der Büroarbeit zu fördern und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten weiter zu verbessern.