Der Pflegemarkt in Zahlen
Nach der jüngsten Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes waren im Dezember 2009 2,34 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig. Gegenüber 2007 hat die Zahl der Pflegebedürftigen um ingesamt 4,1 Prozent bzw. 91.000 Personen zugenommen, gegenüber der ersten Durchführung der Erhebung im Jahr 1999 um 322.000 beziehungsweise 16,0 Prozent. Nach jüngsten Vorausberechnungen dürfte die Zahl bis 2020 um etwa 500.000 auf 2,91 Millionen ansteigen. Bis zum Jahr 2030 soll die Zahl der Pflegebedürftigen auf mehr als 3,3 Millionen wachsen. Das sind etwa 40 Prozent mehr als heute. Zugleich nimmt der Mangel an ausgebildeten Pflegekräften zu. Dem statistischen Bundesamt zufolge werden im Jahr 2025 rund 125.000 Beschäftigte in Pflegeberufen fehlen.
Mehr als zwei Drittel (69,2 Prozent oder 1,62 Millionen) der Pflegebedürftigen wurden Ende 2009 zu Hause versorgt. Die große Mehrheit (1,07 Millionen Personen) von ihnen wurde in der Regel allein durch Angehörige gepflegt. Die Zahl der zu Hause Versorgten ist seit 1999 um 12,3 Prozent (178.000) angestiegen. Dabei ist die Zunahme bei der Pflege zu Hause durch ambulante Dienste deutlich höher (140.000) als bei den Pflegegeldempfängern (38.000).
Dennoch müssen in Deutschland immer mehr Erwerbstätige ihren Beruf mit der Betreuung eines hilfs- oder pflegebedürftigen Menschen in Einklang bringen. Laut dem sogenannten Deutschen Alterssurvey aus dem Jahr 2010 kümmern sich etwa 13 Prozent der Arbeitnehmer zwischen 40 und 65 Jahren um einen Bedürftigen.
Situation in den ambulanten Pflegediensten
In Deutschland waren am Stichtag, 15. Dezember 2009, insgesamt 12.000 ambulante Pflegedienste zugelassen. Im Schnitt betreute ein Pflegedienst 46 Pflegebedürftige. Insgesamt arbeiteten in den ambulanten Pflegediensten 269.000 Personen. Die Mehrheit des Personals (71 Prozent) war teilzeitbeschäftigt. Der Haupteinsatzbereich des Personals war die Grundpflege. Hier hatten zwei Drittel (70 Prozent) der Beschäftigten ihren Arbeitsschwerpunkt. Als Pflegedienstleitung fungierten 6 Prozent des Personals. Ausschließlich für den Pflegedienst im Rahmen des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI) arbeiteten lediglich 22 Prozent der Beschäftigten.
Gegenüber 2007 hat die Bedeutung der Versorgung durch die ambulanten Dienste zugenommen. Ihre Zahl stieg um 4,3 Prozent, die Zahl der ambulant Versorgten nahm um 10,1 Prozent beziehungsweise 51.000 zu.
Die Personalzahl stieg im gleichen Zeitraum um 13,9 Prozent oder 33.000 Beschäftigte, wobei die Anstiege bei den Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigten nahezu gleich stark sind (+13,3 und +15,3 Prozent).