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Arbeiten mit chemischen Produkten - heute und morgen

Friseurin wäscht mit Gummihandschuhen Haare

Immernoch ist nicht sachgemäßer Umgang mit Gefahrstoffen an der Tagesordnung in deutschen Unternehmen. Fehlende bzw. ungenügende Schutzmaßnahmen, mangelhafte Herstellerinformationen und fehlerhafte Gefährdungsbeurteilungen sind nur drei der Ursachen. Seit Juni 2007 zielt die europaweite Verordnung REACH auf mehr Sicherheit und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit chemischen Gefahrstoffen.

Fakten

Jährlich mehr als 40.000 neue Anzeigen auf eine durch chemische Arbeitsstoffe bedingte Berufserkrankung und 3.700 neue Rentenfälle in Deutschland machen deutlich, dass der Schutz von Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten, die mit chemischen Produkten arbeiten, unzureichend ist. Beeinträchtigungen des Arbeitslebens und der Lebensqualität sowie hohe Kosten für Wirtschaft und Allgemeinheit sind die Folgen.
Die in den Betrieben sichtbar werdenden Defizite beim sachgemäßen Umgang mit chemischen Produkten sind in erheblichem Maße auf unzureichende Informationen über die Produkte und Probleme bei der Umsetzung der gesetzlichen Regelungen zurückzuführen:

  • Chemische Produkte dürfen - im Gegensatz zu anderen Produktgruppen wie z. B. Elektrogeräte oder persönliche Schutzausrüstungen ohne Nachweis einer ausreichenden Sicherheit weitgehend frei vermarktet werden. Nur etwa 2.800 "neue Stoffe" sind derzeit auf der Grundlage gesetzlicher Bestimmungen auf ihre gefährlichen Eigenschaften geprüft, bei den übrigen 30.000 bis 70.000 Altstoffen auf dem Markt gibt es hingegen erhebliche Datenlücken.

  • Industrielle und gewerbliche Anwender sind chemischen Gefährdungen in besonderem Maße ausgesetzt. Am Arbeitsplatz können noch immer fast alle chemischen Produkte vorkommen. Dort wird weitgehend dem Prinzip des "sicheren Umgangs" vertraut, bei dem der Arbeitgeber in den Verwenderbetrieben für den angemessenen Schutz seiner Beschäftigten zu sorgen hat. Gerade KMU sind hierbei überfordert.

Ziel muss es daher sein, die Anwendungssicherheit von chemischen Produkten durch maßgeschneiderte Produkte, Anwendungstechnik und Schutzmaßnahmen, verständliche Produktinformation, qualifizierte Gefährdungsbeurteilung und transparente Daten über gefährliche Eigenschaften zu verbessern. Hierbei kommt es in besonderem Maße auf die Unterstützung von Klein- und Mittelunternehmen bei der Anwendung der chemischen Produkte durch Hersteller oder Vertreiber an.
Der Verband der chemischen Industrie (VCI) hat mit der Initiative "Verantwortliches Handeln" bereits einen ersten großen Schritt zu einem verantwortlichen Umgehen mit den Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltauswirkungen chemischer Produkte während des gesamten Lebenszyklus getan.