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Startseite Themen Lebenslanges Lernen
2.2.2010

Mit Weiterbildung durch die Krise

Zwei Arbeiter an einer Maschine in der Industrieproduktion

Das Interesse an beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen hat in den vergangenen Monaten stark zugenommen. "Es ist ein gutes Zeichen, dass immer mehr Bürgerinnen und Bürger die wachsende Bedeutung der Weiterbildung erkennen." Mit diesen Worten kommentierte Bundesbildungsministerin Annette Schavan die Ausgabe des zehntausendsten Prämiengutscheines, mit dem die Bundesregierung die individuelle berufliche Weiterbildung fördert. Aber auch bei den Führungskräften wird die Qualifizierung von Mitarbeitern inzwischen als wichtigste Maßnahme einer Personalpolitik in Krisensituationen erachtet, wie eine aktuelle Online-Befragung von mehr als 300 Unternehmen zeigt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt Erwerbstätige in Deutschland in ihrer beruflichen Weiterbildung mit bis zu 500 Euro Zuschuss in Form eines Prämiengutscheins. Damit können sie einmal im Jahr einen Kurs oder eine Prüfung der beruflichen Weiterbildung zur Hälfte bezahlen. Jeder Angestellte und Selbständige in Deutschland kann einmal im Jahr davon profitieren, wenn das zu versteuernde Jahreseinkommen nicht über 25.600 Euro (51.200 Euro für gemeinsam veranlagte Ehepaare) liegt.

Derzeit werden täglich über 200 Prämiengutscheine verteilt, das macht pro Woche über 1000 Gutscheine. Damit wird die bisherige Nachfrage in etwa vervierfacht. "Je mehr Lerner und Anbieter davon profitieren, desto mehr spricht sich das Angebot offenbar herum. Bei Nutzern, Anbietern und Beratern wächst das Interesse. Diesen Trend werden wir unterstützen und ausbauen", sagte Schavan.

Wie eine Befragung in zwei Wellen des Ludwigshafener Instituts für Beschäftigung und Employability (ibe) ergab, hat sich die Qualifizierung des Personals im Zeitraum Mai bis Dezember 2009 zu einer sehr beliebten Maßnahme in den Betrieben entwickelt. Nannten im Frühjahr 2009 noch 72,9 Prozent der befragten Personalleiter und Geschäftsführer Weiterbildung als wichtiges und schon eingesetzes Instrument, waren es Ende des Jahres 2009 78,5 Prozent.

Die Attraktivität  der Prämiengutscheine als Förderinstrument dürfte weiter steigen, da die Bedingungen zum 1. Januar 2010 verbessert wurden: Zuvor betrug der Maximalwert 154 Euro, die Einkommensgrenze lag bei 20.000 Euro (bzw. 40.000 Euro für gemeinsam veranlagte Ehepaare). Damit kann jetzt auch hochwertigere Weiterbildung finanziert werden. Zudem können mehr Erwerbstätige profitieren, denn Arbeitnehmer, die in strukturstarken Gebieten mit hohem Einkommensniveau in Vollzeit arbeiten oder auch Ältere, deren Gehalt mit der Zeit gestiegen ist, sind jetzt häufig ebenfalls förderfähig.

Interessenten können sich über die kostenlose Rufnummer 0800 2623 000 informieren, oder im Internet unter www.bildungspraemie.info.