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3.9.2010

Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibt für Beschäftigte Kernthema der Familienpolitik

Großvater, Sohn und Enkel sitzen gemeinsam auf einer Couch.
© Colourbox.com

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wünschen sich mehr Zeit für ihre Familie. Dies geht aus dem Monitor Familienleben 2010 des Instituts für Demoskopie Allensbach hervor, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Zentrales Ergebnis der Untersuchung: Auch in Zukunft soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf Kernaufgabe der Familienpolitik sein: 69 Prozent der Bevölkerung und 78 Prozent der Eltern sagen, hier sollte der Schwerpunkt liegen.

Beruf und Familie

"Mein Ziel ist es, bessere Voraussetzungen für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu schaffen. Dafür brauchen wir flexiblere Arbeitszeiten und eine Unternehmenskultur, die nach der Qualität geleisteter Arbeit und nicht nach der Präsenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fragt", erklärte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder im Rahmen der Präsentation.

Um Müttern und Vätern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern, startet das Bundesfamilienministerium im Herbst gemeinsam mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag die Initiative "Familienbewusste Arbeitszeiten". Dadurch sollen mehr vollzeitnahe Teilzeitstellen für Mütter und Väter geschaffen werden.

Denn vor allem Väter würden gerne mehr für ihre Kinder da sein: 60 Prozent der Väter äußern den Wunsch, dafür ihre Arbeitszeit reduzieren zu können. Gleichzeitig funktioniert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Mütter in umgekehrter Richtung nur schlecht: Drei Viertel der Befragten mit Kindern unter 18 Jahren würden gerne mehr als 20 Stunden arbeiten, davon 23 Prozent 30 bis 35 Stunden.

Die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) hat eine Liste aktueller Veröffentlichungen zum Thema Familienfreundliche Unternehmenskultur mit Link zum PDF-Download für Sie zusammengestellt.

Beruf und Pflege

"Familienpolitische Themen haben nichts von ihrer bisherigen Zugkraft verloren: Unter den zehn meistgenannten zentralen Aufgaben der Politik betreffen zwei die Familienpolitik", erläuterte Allensbach-Geschäftsführerin Renate Köcher. "Neben einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf rückt bei der Bevölkerung auch die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege immer mehr ins Blickfeld. 87 Prozent der Bevölkerung sind der Ansicht, dass dieses Thema eine wichtige bzw. sehr wichtige Aufgabe für die Zukunft darstellt."

Deshalb plant das Bundesfamilienministerium die Einführung einer Familienpflegezeit. Das Modell sieht vor, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren auf bis zu 50 Prozent reduzieren können, dabei dann aber 75 Prozent ihres Gehalts beziehen. Zum Ausgleich müssten sie später wieder voll arbeiten, bekämen aber in diesem Fall weiterhin nur 75 Prozent des Gehalts - so lange, bis das Zeitkonto wieder ausgeglichen ist. Im Gespräch ist auch die Möglichkeit, bereits vor der Pflegephase Zeit auf einem Wertkonto anzusparen.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) veranstaltet, unterstützt von der Robert Bosch Stiftung, am 23. September 2010 in Stuttgart eine Fachtagung zum Thema Beruf und Pflege.

Weitere wichtige Ergebnisse des Monitors Familienleben 2010 finden Sie auf den Seiten des Allensbacher Instituts.