Zukunftsfaktor Mensch - Handwerk im demografischen Wandel
Projekt-Nr.: 15-09
Die Zahl an Nachwuchskräften geht zurück. Zunehmend müssen auch kleine und mittelständische Unternehmen ein langfristiges Personalmanagement betreiben. Doch wie sieht eine alternsgerechte Arbeitsgestaltung aus, bei der Mitarbeiter nicht "verschlissen" werden? Wie gelingt es, das Wissen von ausscheidenden Erfahrungsträgern im Betrieb zu halten? Wie gestalte ich die Unternehmensnachfolge? Hier setzt ein von INQA gefördertes Projekt der Handwerkskammer Bremen an.
Handwerksbetriebe haben ähnliche Problemlagen wie Industrie und Großbetriebe, aber weniger Ressourcen, wenn es um den gesellschaftlichen Prozess des demografischen Wandels geht. Eine langfristige Personalpolitik und alternsgerechte Arbeitsgestaltung sind bisher eher die Ausnahme als die Regel.
Das von INQA geförderte Projekt "Zukunftsfaktor Mensch - Handwerk im demografischen Wandel" (ZuM Handwerk) hat eine Laufzeit von September 2009 bis August 2011. Unter wissenschaftlicher Begleitung der Universität Vechta werden mehrere zentrale Fragestellungen, vor denen das Handwerk bundesweit steht, aufgegriffen und Lösungsansätze entwickelt:
- Schaffung eines Problembewusstseins für demografischen Wandel und damit einhergehend Etablierung einer mittel- und langfristigen Personalplanung
- Umgang mit zunehmendem Fachkräftebedarf durch Öffentlichkeitsarbeit sowie Thematisierung im Rahmen eines breit angelegten branchenspezifischen Weiterbildungsangebots
- Erhalt der Leistungsfähigkeit und Motivation der vorhandenen, älter werdenden Belegschaft durch betriebsspezifische Analysen und Sensibilisierung der Betriebsinhaber
- Bereitstellung von Ressourcen für Personal- und Organisationsentwicklung durch Vernetzung von Betrieben und anderen Akteuren
Das mehrstufige Konzept basiert darauf, dass ein Demografie-Projekt im Handwerk aufgrund der kleinräumigen Struktur von Angebot und Nachfrage insbesondere regionale Bezüge nutzen und stärken sollte. Deshalb wird ein Netzwerk zum fachlichen und überfachlichen Erfahrungsaustausch zu den verschiedenen Aspekten des demografischen Wandels wie beispielsweise Fachkräftebedarf, Gesundheitsmanagement, lebenslanges Lernen oder Unternehmensnachfolge aufgebaut.
Die handwerkliche Selbstverwaltung übernimmt mit Kooperationspartnern vor Ort eine Multiplikator- und Unterstützerfunktion für die zukunftsorientierte Ausrichtung der regionalen Klein- und mittelständischen Betriebe. Aufgrund der Ähnlichkeit der Strukturen im Handwerk lassen sich die Erfahrungen im Projekt "ZuM Handwerk" bundesweit vielfältig übertragen.
Die Abschlussveranstaltung findet am 28. November 2011 in der Handwerkskammer Bremen statt.