Unternehmensstudie: Kultur macht sich bezahlt
Das Geheimnis des Erfolges eines Unternehmens liegt maßgeblich in einer mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur. Bis zu einem Drittel ihres Finanzerfolges erzielen Unternehmen Dank der Kombination verschiedener Kulturdimensionen. Das ist die zentrale Aussage der repräsentativen Studie "Unternehmenskultur, Arbeitsqualität und Mitarbeiterengagement in den Unternehmen in Deutschland", die in der Januarausgabe der Zeitschrift personalmagazin von Studienleiter Frank Hauser vorgestellt wurde.
"Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass das Engagement der Mitarbeiter in außerordentlich hohem Maße von der erlebten Unternehmenskultur beeinflusst wird. Den größten Einfluss auf das Engagement haben unter den verschiedenen Kulturdimensionen Aspekte der Mitarbeiterorientierung wie die Schaffung von Teamgeist und eines Erlebens von Zugehörigkeit zum Unternehmen sowie die Wertschätzung und das gezeigte Interesse an der Person der Beschäftigten. Gemessen am finanziellen Erfolg eines Unternehmens wird deutlich, Unternehmen mit höher engagierten Mitarbeitern sind signifikant häufiger erfolgreich als Unternehmen mit einem geringeren Engagement der Mitarbeiter", fasst Hauser die Analysen zusammen.
Mit anderen Worten, wo "Gute Arbeit" geboten wird, werden sehr gute Leistungen erzielt.
Für Cornelia Fischer, Abteilungsleiterin Arbeitsrecht und Arbeitsschutz im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, das die Kulturstudie in Auftrag gab, umfasst gute Arbeit auch "die Gewährung fairer Löhne, gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen, Mitsprache, Weiterbildung, ein familienfreundliches Arbeitsumfeld und sinnstiftende Tätigkeiten." Im Interview mit personalmagazin-Chefredakteur Randolf Jessl weist Fischer ferner darauf hin, dass der Grad an Engagement unter deutschen Arbeitnehmern mit insgesamt 40 Prozent weiteren Handlungsbedarf signalisiert: "Bei unserer Bewertung des Mitarbeiterengagements sind noch Schätze zu heben. Da sind die Werte weder aus Sicht der Beschäftigten noch aus Sicht der Arbeitgeber befriedigend."
Die Studie stellt die weltweit größte ihrer Art dar. Sie wurde von der Psychonomics AG und dem Great Place to Work Institute Deutschland in Kooperation mit der Universität zu Köln durchgeführt. Es galt, den Status von Unternehmenskultur, Arbeitsqualität und Engagement in den Unternehmen in Deutschland sowie deren Einfluss auf den Unternehmenserfolg erstmals integriert zu untersuchen.
Insgesamt wurden 37.151 Mitarbeiter in den zwölf unternehmens- und mitarbeiterstärksten Branchen in Deutschland befragt. Es wurde eine Gewichtung eingeführt, die repräsentative Aussagen für das Arbeiten in den Unternehmen in Deutschland erlaubt. Durchgeführt wurde die Befragung zwischen Mai und Oktober 2006.