deci - Demographiefeste Personalpolitik in der chemischen Industrie
50plus in der Umsetzung / Projekt-Nr.: 16-07
Die prominent geführte Diskussion der demographischen Entwicklung der bundesrepublikanischen Bevölkerung verweist auf eine zunehmende Arbeitskräfteknappheit in regionalen und berufsfachlichen Teilarbeitsmärkten, so auch in der chemischen Industrie. Sinkende Geburtenraten und die Erhöhung der Lebenserwartung führen mittel- bis langfristig zu einer erheblichen Veränderung der Alterstrukturen. Daraus resultieren eine ständige Veränderung der Zahl der Erwerbspersonen, die dem Wirtschaftsprozess zur Verfügung stehen und eine Unsicherheit über die tatsächliche Deckungslücke zwischen Arbeitskräften und -plätzen. Bildungs- und Qualifizierungsprozesse spielen aus betrieblicher und gewerkschaftlicher Sicht eine wichtige Rolle zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit sowie zur Bewältigung des technisch-organisatorischen Wandels und der demographischen Entwicklung. Es stellt sich die Frage, wie die Wettbewerbsfähigkeit gerade auch in kleineren Unternehmen mit einem steigenden Anteil Älterer erhalten und ausgebaut werden kann. Dazu müssen die Unternehmen die Beschäftigungsfähigkeit Älterer durch Weiterbildung und Gesundheitsprävention erhöhen und mit nachhaltig wirkenden betrieblichen Strategien absichern.
Projektziele
Ziel des Projektes ist es Wege aufzuzeigen, wie angesichts der beschriebenen Herausforderungen demographiefeste Personalstrategien in den Betrieben der chemischen Industrie aussehen können. Dazu ist es notwendig, die bisher bestehenden betrieblichen Personalstrategien einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Als Entwicklungsprojekt angelegt, sollen sowohl praktische Modelle als auch Kommunikationsstrategien in den projektbeteiligten Unternehmen generiert werden, um eine angemessene Reaktion auf diese Herausforderungen in diesen Unternehmen auszulösen und den Transfer in die Fläche, vornehmlich in Klein- und Mittelunternehmen (KMU) voranzutreiben und zu fördern. In Kooperation mit einem Großbetrieb (Referenzbetrieb) und mehreren KMU (A-Betriebe) sollen Modelle guter Praxis generiert und wissenschaftlich begleitet werden. Die Erfahrungen sollen ausgewertet und zusammengefasst den Sozialpartnerverbänden der chemischen Industrie als Handlungsempfehlungen zur Verfügung gestellt werden (Sozialpartnervereinbarung). Gemeinsam soll eine Strategie zur nachhaltigen Umsetzung der erkannten Maßnahmen implementiert und gesichert werden. Weitere Unternehmen werden sich am Projekt beteiligen und in einem Netzwerk ihre Erfahrungen einbringen und an den Erfahrungen anderer partizipieren (B-Betriebe).