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Phoenix-Moderatorin Anke Plättner im INQA-Interview

Phoenix-Moderatorin Anke Plättner
© Ingo Firley

Souverän führte Anke Plättner am 07. Mai 2008 in Berlin durch die Konferenz "Praktika stärken - Missbrauch verhindern". Was denkt die Phoenix-Moderatorin selbst zum Thema? INQA-Redakteur Pascal Frai interviewte die Berliner Journalistin.

INQA: Frau Plättner, was hat Sie gereizt, an der Konferenz mitzuwirken?

Plättner: Mich hat vor allem das Thema gereizt. Reguläre Arbeitsplätze mit Praktikanten zu ersetzen, ist in der Tat ein Problem. Ich bin froh, dass dieser Misstand erkannt wurde und eine sachliche Debatte angestoßen wird - nicht zuletzt durch diese Veranstaltung.

Welches inhaltliche Fazit haben Sie für sich aus der Konferenz mitgenommen?

Mein Fazit ist, dass das Thema Praktikum wesentlich komplexer ist, als es auf den ersten Blick scheint. Viele Problemstellungen sind so individuell, dass man sie aus meiner Sicht auch nur individuell lösen kann - gute Praktika werden nicht durch gesetzliche Regelungen geschaffen.

Sondern?

Gute Praktika sind eine Frage der Wertschätzung und der unternehmerischen Weitsicht. Ich denke, man sollte den Dialog mit den Unternehmen suchen, damit Praktikanten und Betriebe dazulernen.

Wie wichtig waren Praktika für Ihre eigene Karriere? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

In der Medienbranche wird sehr viel mit Praktikanten gearbeitet, die Guten von ihnen bekommen aber auch oft danach eine Chance zumindest als freie Mitarbeiter. Deshalb würde ich nicht grundsätzlich von Praktika in der Branche abraten. Ich habe während meines Studiums zwei Praktika bei Tageszeitungen gemacht, dort wurde ich gut begleitet. Geld habe ich nicht bekommen, konnte aber viel dazulernen. Das wichtigste "Praktikum" -  also praktische Ausbildung mit Begleitung - war allerdings mein (bezahltes) Volontariat beim WDR. Es sollte viel mehr solcher Angebote geben.

Welchen Rat haben Sie für junge Menschen, die einen guten Praktikumsplatz suchen?

Praktikumssuchende sollten im Gespräch mit den Personalverantwortlichen sehr genau formulieren, was Sie von einem Praktikum erwarten. So weiß man vorab, worauf man sich einlässt oder auch nicht.