Direktlink:
Inhalt; Accesskey: 2 | Hauptnavigation; Accesskey: 3 | Servicenavigation; Accesskey: 4
Startseite Themen
19.8.2009

Unzufriedenheitsfaktor Nummer 1: der Chef

Zwei weibliche Angestellte bei einer Besprechung mit dem Chef

Erste Ergebnisse einer Online-Befragung der Ruhr-Universität Bochum (RUB) werfen ein schlechtes Licht auf die Leistung von Führungskräften in deutschen Unternehmen. Weit mehr als die Hälfte der bislang rund 3.500 Teilnehmer ist unzufrieden mit der Führungsarbeit ihres Chefs. Über 56 Prozent von ihnen benoteten den Chef auf einer Skala von 0 bis 9 im unteren Drittel. 23 Prozent gaben ihren Vorgesetzten sogar die negativste mögliche Bewertung.

Unter der Leitfrage "Wie führt Ihr Chef?" können die Beschäftigten in der Online-Befragung ins Detail gehen. Neben Fragen zu persönlichen Sichtweisen steht dabei die Beschreibung der Vorgesetzten im Mittelpunkt. Ob ein Mitarbeiter mit seiner Führungskraft zufrieden ist, hängt insbesondere von dem gegenseitigen Vertrauen, dem Gespür der Führungskraft für die Stimmung und für die aktuellen Fragestellungen im Team, dem angemessenen Delegieren, Koordinieren und Organisieren fachlicher Aufgaben und dem fairen Verhalten der Führungskraft gegenüber ihren Mitarbeitern ab. Ergebnis: Nur 20 Prozent der Befragten sind mit ihrem Vorgesetzten zufrieden.

Offenbar mangelt es in vielen deutschen Betrieben an einer mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur. Zu deren wichtigsten Merkmalen zählen laut einer Studie im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums die Integrität, die Kompetenz und das Kommunikationsverhalten der Führung sowie deren Teamorientierung, Fairness und Fürsorge. Die Untersuchung machte zudem deutlich, dass Unternehmen mit zufriedenen und daher engagierteren Mitarbeitern signifikant häufiger erfolgreich sind als Unternehmen mit einer hohen Unzufriedenheit und einem daraus resultierenden geringeren Engagement der Mitarbeiter.

Die ersten Auswertungen der Online-Umfrage des Projektteams Testentwicklung der Ruhr-Universität Bochum weisen diesbezüglich auf einen engen Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit und der Zufriedenheit mit dem Chef hin: Mit ihr könnten 40 Prozent der Arbeitszufriedenheit erklärt werden, unterstreichen die Wissenschaftler.

Demnach sind 39 Prozent der Befragten mit ihrer Arbeit insgesamt eher unzufrieden (Noten 0-3 auf der Skala). 35 Prozent vergeben die Noten 4 bis 6, 27 Prozent sind sehr zufrieden. Die erhebliche Unzufriedenheit lasse aber nicht auf eine insgesamt negative Einsschätzung der Arbeit schließen: So sähen sich 53 Prozent der Befragten als persönlich erfolgreich im Beruf und ebenso viele schätzten ihr Unternehmen als erfolgreich ein, so das Projektteam.

Wie sehen sich die Führungskräfte selbst?

Die Umfrage unter www.testentwicklung.de läuft weiter. Aufgrund der großen Resonanz wurde die Studie um zwei Aspekte erweitert: Ab sofort können die Führungskräfte sich selbst anonym einschätzen und erhalten ebenfalls eine kostenfreie Auswertung ihrer Ergebnisse. Dies kann beispielsweise dazu genutzt werden, bislang vernachlässigte Handlungsfelder zu identifizieren und in Angriff zu nehmen. Des Weiteren können jetzt auch Vorgesetzte das Führungsverhalten ihnen direkt unterstellter Führungskräfte einschätzen. Das Ausfüllen des Tests dauert insgesamt rund 30 Minuten. Auf Wunsch erhalten die Teilnehmer ihre Ergebnisse per E-Mail zugesandt.

"Wertschöpfung durch Wertschätzung" lautet das Motto von INQA. Darin drückt sich die Überzeugung aus, dass die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen maßgeblich von einer modernen Unternehmenskultur abhängt, in der die betriebswirtschaftlichen Ziele und die Bedürfnisse und Kompetenzen der Mitarbeiter als gleichwertig erachtet und miteinander in Einklang gebracht werden.

Deshalb unterstützt INQA den jährlichen Wettbewerb "Deutschlands Beste Arbeitgeber", den das Great Place to Work Institute in Köln durchführt. Wenn Sie anhand einer professionellen Analyse erfahren wollen, wie es um Ihre Unternehmenskultur bestellt ist, dann melden Sie sich für den Wettbewerb 2010 an. Meldeschluss für die Studienteilnahme ist der 13. Oktober 2009.