Navigation und Service

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Link zur Startseite) Eine Initiative für
Arbeitgeber und Beschäftigte

Zukunft sichern, Arbeit gestalten

Den demografischen Wandel im Handwerk erfolgreich bewältigen mit dem Gestaltungsratgeber „Arbeitsgestaltung im Baugewerbe“ aus dem INQA-Projekt "HANDgerecht"

Körperliche anstrengende Tätigkeiten im Handwerk gehen oftmals zu Lasten der Gesundheit der Beschäftigten. Frühverrentungen und hohe Fehlzeiten sind die Folge. Der Gestaltungsratgeber „Arbeitsgestaltung im Baugewerbe“ soll kleine Handwerksbetriebe mit Unterstützung von Betriebsberatern befähigen, gesunde Arbeitsbedingungen zu schaffen, die physische Belastungen reduzieren und die körperliche Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter sicher stellen.

Das Bild zeigt mehrere Hände, die Werkzeuge aus dem Handwerksbereich auf einen Tisch legen.

Ausgangslage

Was war die Herausforderung?

Insbesondere kleine Handwerksbetriebe sehen sich mit den Herausforderungen des demografischen Wandels konfrontiert. Ein fehlender Nachwuchs an Fachkräften steht einer älter werdenden Belegschaft gegenüber, die hohe Fehlzeiten aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen aufweist. Hierbei stehen Muskel-Skelett-Erkrankungen ursächlich an erster Stelle, gefolgt von Erkrankungen aufgrund von Arbeitsunfällen. Hinzu kommt, dass Handwerksbetriebe bei der Gestaltung demografiefester Arbeitsbedingungen oftmals noch am Anfang stehen. Oftmals fehlt es der Betriebsführung an Informationen über bestehende Ansätze zur erfolgreichen Gestaltung demografiefester Arbeitsplätze. Dies führt nicht selten dazu, dass Aufträge aufgrund von Personalmangel oder fehlender Kompetenzen abgelehnt werden müssen, was langfristig negative Auswirkungen auf die Existenz und Wettbewerbsfähigkeit kleiner Handwerksbetriebe haben kann.

Aktivitäten

Was wurde wie gemacht?

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, förderte INQA das Projekt „HANDgerecht – Handwerk gesund und demografiegerecht gestalten“ (Laufzeit: 2014-2016), welches das Ziel verfolgte die betriebliche Beratung zu einer demografiefesten Arbeitsgestaltung zu fördern.

Entstanden ist dabei der Gestaltungsratgeber „Arbeitsgestaltung im Baugewerbe – Reduktion physischer Belastungen zum Erhalt und zur Förderung der körperlichen Leistungsfähigkeit“, der durch Weiterentwicklung und Kombination vorhandener Problemlösungen Ansätze für eine gesundheitsförderliche Arbeitsgestaltung sowie eine Weiterentwicklung der Gesundheitskompetenz im Handwerksbetrieb bietet.

BetriebsberaterInnen erhalten damit ein übersichtliches und evaluiertes Instrument, mit dem sie Inhaber von Handwerksbetrieben fachlich fundierte und praxiserprobte Lösungen zu Fragen hinsichtlich der Gestaltung demografiefester Arbeitsbedingungen anbieten können. Darüber hinaus richtet er sich auch an Betriebsinhaber, die sich über Möglichkeiten der Gestaltung gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen in ihrem Betrieb informieren möchten.

Der Ratgeber besteht aus drei Kapiteln:

Kapitel 1 „Motivation und Sensibilisierung“ bietet Beratern und Unternehmensinhabern Informationen über die Notwendigkeit sich mit ergonomischem Handeln bei der Arbeitstätigkeit im Handwerk auseinander zu setzen. Grafiken, mit z.B. typischen körperlichen Beschwerden im Handwerk, verdeutlichen übersichtlich und praxisnah den bestehenden Handlungsbedarf. Anhand eines Fragebogens lässt sich außerdem ermitteln, wo im Betrieb bereits Maßnahmen für eine demografiefeste Arbeitsgestaltung getroffen wurden und wo individuelle Optimierungspotenziale bestehen.

Kapitel 2 „Arbeitsgestaltung im Baugewerbe“ informiert über allgemeine Grundsätze einer gesunden Arbeitsgestaltung und geht darauf aufbauend auf die Besonderheiten der Arbeitsgestaltung im Baugewerbe ein. Zudem werden Informationen rund um das Thema betriebliche Gesundheitsförderung gegeben sowie Ansprechpartner und Adressen genannt, die Betrieben (finanzielle) Unterstützung anbieten. Dabei wird z.B. auf das Thema „Hilfsmittel“ eingegangen, da sie eine wirksame Entlastung bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten darstellen können. Hierzu wird auch über bestehende Angebote und Finanzierungsmöglichkeiten informiert. Weiterhin werden branchentypische „Personalfragen“ thematisiert. Zur Gewinnung und Sicherung von Nachwuchskräften werden Informationen zu alternativen und kostengünstigen Ausbildungsmöglichkeiten, wie z.B. einer Teilzeit- oder Verbundausbildung, gegeben.

Am Ende des Kapitels werden typische Tätigkeiten von Dachdeckern und Zimmerleuten beschrieben und grafisch illustriert. Ziel soll es sein, anhand jeder Tätigkeit die potentielle gesundheitliche Belastung darzustellen sowie entsprechende tätig-keitsbezogene Gestaltungsmaßnahmen vorzuschlagen, die Entlastung schaffen können und einer dauerhaften körperlichen Fehlbeanspruchung vorbeugen können.

Kapitel 3 „Ausgleichsübungen“ stellt praxiserprobte und leicht durchführbare Übungen für den Arbeitsalltag vor, die einer körperlichen Fehlbelastung vorbeugen und die Muskel-Skelett Muskulatur aktiv stärken können. Zur besseren Anschaulichkeit sind die Übungen nicht nur detailliert beschrieben, sondern durch Bilder ent-sprechend illustriert.

Ergebnisse

Was kann erreicht werden?

  • Sensibilisierung von Handwerksbetrieben für das Thema „Gestaltung gesunder, demografiefester Arbeitsbedingungen“
  • Anschauliche Darstellung und Information branchentypischer körperlicher Fehlbelastungen für interessierte Berater
  • Steigerung der Arbeitgeberattraktivität für Nachwuchs- und Führungskräfte durch Investition in gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen
  • Sicherung von Arbeits- und Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter
  • Reduktion physischer Belastungen
  • Reduktion arbeitsspezifischer Unfallrisiken
  • Gestaltung einer demografiefesten Arbeitsumgebung

Interessierte Betriebsberater und Geschäftsführer von Handwerksbetrieben können den Gestaltungsratgeber hier downloaden oder ihn in gebundener Form beim Landesinnungsverband der Dachdecker oder dem Bundesbildungszentrum der Zimmerer (BuBiZA) bestellen.

Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks Hessen
Waldhäuser Weg 19
35781 Weilburg
Telefon: 06471/ 37 93 65

Holzbau Deutschland (BuBiZA)
Verband Hessischer Zimmermeister
Werner-Heisenberg Str. 4
34123 Kassel

Empfehlen und Drucken

Zusatzinformationen

Logo

Logo der Initiative Neue Qualität der Arbeit

Ansprechpartner/in

Andrea Sinn-Behrendt

Wissenschaftliche Mitarbeiterin/ Arbeitsmedizinerin

Technische Universität Darmstadt
Otto-Berndt-Straße 2
64287 Darmstadt

Telefon: 06151 - 162 310 3

Steckbrief

Themen

  • Demografie

Branche

  • Alle Branchen

Bundesland

  • Bundesweit

Unternehmensgröße

  • Alle Unternehmensgrößen