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Länger und gesünder Arbeiten – der LagO-Handlungsleitfaden weist den Weg

Es gibt sie in fast jeder Branche: Tätigkeitsfelder mit so hohen körperlichen oder psychischen Anforderungen, dass der vorzeitige Berufsausstieg programmiert zu sein scheint. Eine Handlungshilfe aus dem Projekt LagO - "Länger arbeiten in gesunden Organisationen" zeigt, wie es besser geht: In sieben Schritten werden Unternehmen zur "demografiefesten" Organisation geleitet.

Schaffung neuer Einsatzfelder für ältere Beschäftigte bei der Berliner Stadtreinigung- der Scout © Fotoagentur FOX/Uwe Völkner

Ausgangslage

Was war die Herausforderung?

Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit steht angesichts des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels auf der Tagesordnung. Voraussetzung ist allerdings, dass zu hohe Arbeitsbelastungen wirksam vermieden werden. „Alterskritisch“ sind neben körperlichen Fehlbeanspruchungen, hohen Arbeitsumgebungsbelastungen oder Schichtarbeit zunehmend auch psychische Belastungen, etwa Daueraufmerksamkeit oder hoher Zeitdruck.

Um Älteren ein längeres Arbeiten zu ermöglichen, bedarf es gesunder Unternehmen und Organisationen, die sich um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Belastungen und Anforderungen der Arbeit und den Fähigkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bemühen. Alternsgesichtspunkte sollten bei der Gestaltung von Arbeit und Personaleinsatz berücksichtigt werden. Ebenfalls gilt es, Potenziale und Ressourcen der Beschäftigten zu fördern.

Aktivitäten

Was wurde wie gemacht?

Im Projekt LagO wurden, gemeinsam mit Unternehmen, Konzepte und Maßnahmen zur Förderung der Beschäftigungsfähigkeit und der Beschäftigungsmöglichkeiten älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickelt und erprobt.

Auf dem Prüfstand standen dabei unterschiedliche Handlungsansätze:

  • Arbeitsplatzgestaltung und Gesundheitsprogramme
  • Arbeitsorganisation und Arbeiten in altersgemischten Teams
  • berufliche Entwicklungsplanung und Qualifizierung
  • Leistungsregulierung und die Gestaltung der Arbeitszeit
  • Verhalten der Führungskräfte und die Unternehmenskultur

Bereits bekannte Analyseinstrumente wurden im Projekt weiterentwickelt und gemeinsam mit Betriebspraktikern vor Ort getestet. Die einfache Handhabung der Instrumente stand dabei im Vordergrund, so dass sie sofort von betrieblichen Fachkräften, Personalverantwortlichen und Arbeitsgestaltern angewendet werden können.

Der Leitfaden beinhaltet folgende Instrumente, die logisch aufeinander aufbauen und den Weg zu einem demographiefesten Unternehmen weisen:

  • eine Anleitung zur Altersstrukturanalyse
  • eine Checkliste zur Gestaltung altersgerechter Arbeitsbedingungen
  • einen Leitfaden für Erstgespräche mit Betriebspraktikern, um so erste grundlegende Informationen zu den Arbeitsbedingungen und zu Ansatzpunkten altersgerechter Arbeitsgestaltung zu finden.
  • einen Fragebogen zur Durchführung einer Mitarbeiterbefragung „Gesundes Arbeiten“
  • den Leitfaden zur Arbeitsplatzbeobachtung "55 plus", um so Hinweise auf einen adäquaten Einsatz von im Unternehmen beschäftigten älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmerinnen zu erlangen.
  • einen Leitfaden zur Durchführung von Perspektivgesprächen mit älteren Beschäftigten
  • ein Workshop-Konzept „Gesünder Arbeiten“ als Orientierungs- und Planungshilfe bei der Durchführung betrieblicher Workshops.

eine Anleitung zur Erfassung der individuellen Arbeitsfähigkeit sowie möglicher arbeitsbedingter Gesundheitsrisiken mit Hilfe des Work Ability Index (WAI).

Ergebnisse

Was kann erreicht werden?

Länger und gesund Arbeiten bis in Alter durch:

  • einen optimierten Arbeitsplatz nach ergonomischen Gesichtspunkten und individuellen Anforderungen
  • ausgebildete Gesundheitskompetenz im Umgang mit den Belastungen und Beanspruchungen am Arbeitsplatz
  • hohe Eigenmotivation zur Förderung der eigenen Gesundheit
  • mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur, die ältere Mitarbeiter optimal integriert
  • die Identifizierung und Bereitstellung "altersgerechter"Arbeitsplätze sowie die Schaffung neuer Einsatzfelder für ältere Beschäftigte

Erfolgsfaktoren

  • in der Praxis erprobt und getestet
  • komprimiert und verständlich aufbereitet; anhand von Beispielen verdeutlicht
  • beinhaltet neueste wissenschaftliche Erkenntnisse
  • Praxispartner stehen als Ansprechpartner zur Verfügung

Hinweis

Die Handlungshilfe wurde im Rahmen des dreijährigen Projektes "Länger arbeiten in gesunden Organisationen" (LagO) im Förderschwerpunkt "Altersgerechte Arbeitsbedingungen" entwickelt. Dieser Förderschwerpunkt ist einer von einer ganzen Reihe thematischer Schwerpunkte des von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin fachlich begleiteten Modellprogramms zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Betriebliche Kooperationspartner waren die AUDI AG, die Berliner Stadtreinigungsbetriebe BSR, die Continental Automotive GmbH (Werk Dortmund), E.ON Kraftwerke (Braunkohlentagebau Schöningen), die EJOT Holding GmbH & Co. KG, die REWE Group und Volkswagen Nutzfahrzeuge.

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Zusatzinformationen

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Logo vom Modellprogramm zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen

Ansprechpartner/in

Anbieter

Dr. Ingrid Matthäi

Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (ISO)
Trillerweg 68
66117 Saarbrücken

Telefon: 0681 95424-0

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