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Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Link zur Startseite) Eine Initiative für
Arbeitgeber und Beschäftigte

Zukunft sichern, Arbeit gestalten

Injektion ohne Infektion - Sichere Instrumente und Spritzensysteme vermeiden Schnitt- und Nadelstichverletzungen

Infektionsrisiken drohen im Gesundheitswesen an vielen Stellen. Verletzungen durch gebrauchte Infektionsnadeln können schwerwiegende Krankheiten wie Hepatitis oder HIV zur Folge haben. Im Modellprojekt STOP-Nadelstich wurden daher Praxishilfen und ein computerbasiertes Lernangebot entwickelt, um solche Unfälle zu vermeiden und im Ernstfall richtig zu reagieren.

Zwei Spritzen aus denen Blut läuft.

Ausgangslage

Was war die Herausforderung?

Schnitt- und Nadelstichverletzungen durch gebrauchte medizinische Instrumente stellen im Gesundheitswesen ein arbeitsbedingtes Infektionsrisiko z. B. durch Hepatitis B- und C-Viren dar. Schätzungsweise 500.000 Fälle von Nadelstichverletzungen ereignen sich pro Jahr in Deutschland. und nur ein sehr geringer Teil dieser Fälle wird gemeldet. Die Technische Regel (TRBA) 250 sieht deshalb den Gebrauch sicherer Arbeitsgeräte vor - soweit dies technisch möglich ist. In der betrieblichen Praxis hat sich die Umsetzung der TRBA jedoch als schwierig erwiesen.

Aktivitäten

Was wurde wie gemacht?

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat deshalb im Rahmen des Modellprogramms zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen das Vorhaben "STOP- Nadelstich" gefördert, um die modellhafte Entwicklung von Konzepten und Programmen zur Reduzierung von Schnitt- und Nadelstichverletzungen anzustoßen. STOP steht dabei für „Sicherheit durch Training, Organisation und Produktauswahl“. In einem Klinikum der Maximalversorgung, einem Rettungsdienst mit boden- und luftgebundener Rettung, sowie einem angeschlossenen Intensivtransport sowie 5 Arztpraxen wurden sichere Instrumente und deren Umgang getestet und erprobt.

Dafür wurde den Beschäftigten u. a. ein Musterkoffer zur Verfügung gestellt, der mit verschiedenen sicheren Instrumenten gefüllt war, z. B. Venenverweilkanülen und Lanzetten. Das Personal konnte die Produkte in Ruhe testen und bewerten. Zusätzlich wurden in Kursen sichere Arbeitsweisen bei der Venenpunktion, der Blutentnahme und dem Umgang mit spitzen Instrumenten trainiert. Auch das Vorgehen nach einer Stich- oder Schnittverletzung wurde thematisiert.

Aus den Ergebnissen des Praxistests wurde

  • ein E-Learning-Programm entwickelt, das online alle wichtigen Informationen zum Umgang mit Nadelstichverletzungen bereithält. Durch die Nutzung des Lernmoduls können Interessierte online „trainieren“.
  • eine „Memocard“ mit Hinweisen zu den Erstmaßnahmen als weitere Praxishilfe entwickelt. Sie ist im praktischen Kitteltaschenformat immer zur Hand und bietet Informationen und Entscheidungshilfen für den Ernstfall.
  • ein Praxishandbuch zur Prävention von Schnitt- und Nadelstichverletzungen mit umfangreichen Informationen zum Thema und einem Präventionskonzept erstellt.

Alle drei Produkte können Interessierte kostenfrei nutzen.

Ergebnisse

Was kann erreicht werden?

  • Sichere Arbeitsweisen zur Vermeidung von Nadelstichverletzungen
  • Verbesserung des Prophylaxeverhaltens u. a. durch Memocard (schnellere Entscheidung ist möglich!)
  • Aufklärung und Information für die Beschäftigten im Gesundheitswesen
  • Verbesserung des Meldeverhaltens (dies führte zu mehr gemeldeten Nadelstichverletzungen bei Verringerung der Dunkelziffer)

Erfolgsfaktoren

  • große Praxisnähe der angebotenen Materialien
  • Möglichkeit des Testens von bzw. Umgehens mit sicheren Instrumenten
  • Einbeziehung der Beschäftigten
  • Übertragbarkeit auf andere Einrichtungen des Gesundheitsdienstes durch diese Auswahl der wichtigen Bereiche des Gesundheitsdienstes: stationäre Versorgung, ambulante Versorgung und Notfallversorgung

Hinweis

Dieses Modellvorhaben wurde Rahmen des Modellprogramms zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert und durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fachlich begleitet.

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Zusatzinformationen

Logo

Logo vom Modellprogramm zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen

Ansprechpartner/in

Anbieter

PD Dr. med Monika A. Rieger

Projektleiterin STOP

Institut für Arbeits- und Sozialmedizin der Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Wilhelmstraße 27
72074 Tübingen

Telefon: 07071 - 2986 809

Referenzunternehmen

Dr. Jens Reichel

Leiter FB Notfallmedizin, KAI / UKJ

Rettungsdienst Jena/ Weimar
Bachstraße 18
07740 Jena

Telefon: 03641 - 933 634
Fax: 03641 - 934 023

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Branche

  • Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen

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