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Länger geistig fit im Beruf! - Abschlussbericht PFIFF 2

  • Stand: September 2012
  • Verfügbarkeit: Verfügbar als PDF

Bericht 43

Ein älterer Automechaniker mit weißen Schutzhandschuhen am Fließband bei der PKW-Fertigung. © Fotoagentur FOX/Uwe Völkner

Teil 2 des Förderprojektes "Programm zur Förderung und zum Erhalt intellektueller Fähigkeiten für ältere Arbeitnehmer" (PFIFF 2) wurde im Mai 2011 beendet. Im Mittelpunkt standen Maßnahmen, die das Training geistiger Basisfähigkeiten auf breiter Ebene fördern sollen. Zielgruppe waren über 40-jährige Beschäftigte aus der Produktion. Mit diesem Projekt sollten Erkenntnisse gewonnen werden, wie die geistigen Fähigkeiten - vor allem von Beschäftigten, die repetitiven, kognitiv wenig förderlichen Tätigkeiten nachgehen - erhalten und verbessert werden können.

Zu diesem Zweck wurde mit 120 Teilnehmern, die monotone Montagearbeit ausübten, ein trainergeführtes kognitives und Stressbewältigungstraining über einen Zeitraum von drei Monaten durchgeführt. Vor und nach dem Training sowie drei Monate später sind stressrelevante Parameter und der neurokognitive Status mit Hilfe psychometrischer Tests und einer EEG-Messung erhoben worden. Die Ergebnisse zeigen, dass das Programm bereits beeinträchtigte kognitive Funktionen und Hirnprozesse verbesserte, wobei vor allem diejenigen Funktionen profitierten, die im ersten Teil des Projektes Defizite aufwiesen. Offensichtlich wird der Effekt durch noch im mittleren und höheren Alter bestehende Hirnplastizität vermittelt. Zudem konnte die Stressverarbeitung der Beschäftigten nachhaltig verbessert werden, was sich im Befinden und in hormonellen Messgrößen niederschlug. Mit diesem kombinierten Trainingsansatz lassen sich also die mentale Fitness und die Stressbewältigung älterer Beschäftigter mit monotoner und taktgebundener Tätigkeit verbessern.

Insgesamt kann das Projekt PFIFF (PFIFF 1 und 2) als Teil eines umfassenden Ansatzes zum Erhalt und zur Förderung der mentalen Gesundheit und kognitiven Leistungsfähigkeit älter werdender Arbeitnehmer verstanden werden.

Beide PFIFF-Projekte wurden in Zusammenarbeit mit dem Industriepartner, der Adam Opel GmbH Bochum, realisiert, deren finanzielle Situation durch Turbulenzen auf den globalen Finanz- und Wirtschaftsmärkten in den letzten Jahren äußerst angespannt war. Deshalb wurde am Standort Bochum in den Jahren 2009 und 2010 Kurzarbeit eingeführt, um einen drohenden Arbeitsplatzabbau zu verhindern. Die Mitarbeiter mussten sich über viele Monate mit Zukunftsängsten und Gerüchten über eine mögliche Schließung des Werks auseinandersetzen. In diesen für alle Beschäftigten unsicheren Zeiten wurden die Trainings im Rahmen von PFIFF 2 durchgeführt.

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