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Kein Notnagel: Neue Impulse bei Hieber durch Lehrstellenbewerber aus der EU

Während bei den europäischen Nachbarn viele Jugendliche nach Ausbildungsmöglichkeiten suchen, mangelt es Unternehmen hierzulande oft an ausreichend Nachwuchs. Hieber's Frische Center im baden-württembergischen Lörrach fand in Spanien qualifizierte Bewerber – und frischen Wind für das Unternehmen.

Gruppenbild mit Geschäftsführer, Angestellten und Auszubildenden
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Umfängliches Engagement: Für die Betreuung der Auszubildenden investieren Geschäftsführer und Angestellte viel Zeit

Ausgangslage

Was war die Herausforderung?

Der demographische Wandel ist als Trend nicht mehr aufzuhalten. So fehlt es nicht selten an geeigneten Bewerbern für Ausbildungsplätze. Aktuell besteht keine Aussicht auf Besserung. Gleichzeitig ist die Jugendarbeitslosigkeit in anderen Ländern der Europäischen Union hoch, so dass ein Zusammenbringen von Lehrstellenangebot und -nachfrage im Interesse aller liegt.

Aktivitäten

Was wurde wie gemacht?

Hieber hat sich auf die Suche nach Lehrstellenbewerbern nach Spanien begeben. Ziel des Projektes ist es, jungen Europäern eine gute Ausbildung zu ermöglichen und auch längerfristig eine sichere Zukunft zu bieten. Das Unternehmen hat zunächst Kontakte zu iDEA, einer Berufsschule in Barcelona aufgebaut und das Projekt durch Informationsveranstaltungen und Flyer bekannt gemacht. Auf Assessmentveranstaltungen konnten sich die Jugendlichen eingehend über die Chancen und Herausforderungen einer Auswanderung informieren. Erste Vorauswahlgespräche wurden geführt.

Aber auch in Deutschland wurden Vorbereitungen getroffen:

  • Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Arbeitsagentur leistete finanzielle Unterstützung für das Projekt, sodass im ersten Schritt insgesamt 29 Auszubildende aus Spanien aufgenommen werden konnten.
  • Die kaufmännische Berufsschule in Lörrach richtete eine eigene Schulkasse ein und konnte sogar spanisch sprechende Lehrer gewinnen.
  • Gastfamilien beherbergten die Azubis während der Praktikumsphase und unterstützen die Bewerber in der Anfangszeit.
  • Hieber und der Projektpartner EDEKA/Marktkauf leisteten Unterstützung bei Wohnungssuche, Behördengängen, der Eröffnung von Konten, dem Abschluss von Versicherungen, bei Vertragsunterzeichnungen sowie in vielen anderen alltäglichen Dingen.
  • Sprachkurse halfen den jungen Europäern in den ersten Monaten, ihre Deutschkenntnisse kontinuierlich zu verbessern.
  • Die Stadt Lörrach spendierte Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr für die Dauer des Praktikums.
  • Während der Praktikumsphase wurden zusammen mit deutschen Auszubildenden Workshops, Kleingruppenarbeiten, eine Marktrally, gemeinsames Kochen und eine Wanderung mit Grillfest organisiert, um sich besser kennzulernen und Vorurteile abzubauen.
  • Ein Sozialpädagoge stand gerade in der Anfangszeit unterstützend und interkulturell vermittelnd zur Seite.

Ergebnisse

Was konnte erreicht werden?

Inzwischen befindet sich die Ausbildungsinitiative bereits in der dritten Runde. Die Spanier, die 2013 ihre Ausbildung bei Hieber begannen, stehen kurz vor der letzten Abschlussprüfung. Fast alle werden danach in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen. Ihr offenes Wesen und die spanische Lebensart hat in vielen Abteilungen das Arbeitsklima positiv verändert. Auch die Kunden zeigen sich begeistert. Die Chance zum interkulturellen Austausch könnte schließlich sogar dazu beitragen, die Attraktivität einer Ausbildung bei Hieber - auch für deutsche Schulabgänger - insgesamt wieder zu steigern.

Erfolgsfaktoren

Was können andere davon lernen?

Der Erfolg eines solchen Projekts erfordert

  • Aufgeschlossenheit von der Führung und den Beschäftigten
  • die Bereitschaft, Zeit, Geld und Geduld zu investieren
  • gute Sprachvorbereitung und gedankliche Auseinandersetzung mit den Folgen von Immigration auf Seiten der Bewerber
  • gute Sprachkompetenz für Erstkontakt und Verhandlungen mit ausländischen Partnern
  • Unterstützung der sozialen Integration (Unterbringung in Gastfamilien, Anbindung an Vereine, etc.)

Außerdem ist es sehr wichtig, die neuen Beschäftigten auf ihrem Weg in die Eigenständigkeit in einem fremden Land so gut wie möglich zu unterstützen und zu begleiten.

Hinweise

Im Jahr 2009 wurde die Hieber Stiftung gegründet. Jährlich wird der Stiftungspreis für besonderes Engagement und Leistungen im Bereich der Jugend- und sozialer Arbeit in der Region vergeben.

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Zusatzinformationen

Logo

Logo des Hiebers Frische Centers

Ansprechpartner/in

Karsten Pabst

Geschäftsleitung

Hieber´s Frische Center KG
Kanderweg 21
79589 Binzen

Telefon: 07621-96 87 800

Steckbrief

Themen

  • Chancengleichheit & Diversity
  • Führung
  • Inklusion

Branche

  • Handel

Bundesland

  • Baden-Württemberg

Unternehmensgröße

  • mehr als 250 Mitarbeiter

Standort des Unternehmens

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