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Preisverdächtiges Scheitern – so wird man aus Fehlern klüger

In der Arbeitswelt sind Fehler meist tabu. Jeder macht sie, keiner redet gern darüber. Dabei kann man aus ihnen nur lernen, finden die Kreativen von Dark Horse – einer Agentur für Innovationsentwicklung in Berlin. Dort gibt es regelmäßig einen „Fail Award“ für den besten Fehler – einen der alle weiterbringt.

Ausgangslage

Was war die Herausforderung?

Nicht immer werden Ideen zu Innovationen. Dark Horse entwickelt für seine Auftraggeber seit einigen Jahren Ideen, setzt diese schnell in Prototypen um, testet sie und findet dabei Verbesserungsmöglichkeiten. Oder die Agentur rät dazu, Ideen früh wieder in die Schublade zu legen.

Die iterative Methode des Ausprobierens und Anpassens wenden die 30 gleichberechtigten Co-Founder auch bei der Führung des eigenen Unternehmens an. Die 2009 gegründete Berliner Agentur, die eine Vielzahl kreativer Berufe unter ihrem Dach vereinigt, will sich durch eine neue Arbeitskultur auszeichnen. Jeder und jede soll fähig und motiviert sein, Ideen umzusetzen und ungewöhnliche Entscheidungen zu treffen: gemeinsam mit den anderen und ohne Hierarchie.

Eine der Herausforderungen bestand deshalb darin, eine Vertrauenskultur aufzubauen, die dies ermöglicht. Kontrollmechanismen wurden daher auf einen engen betriebswirtschaftlichen Rahmen begrenzt, sollten aber nicht das kreative Miteinander beeinflussen.

Aktivitäten

Was wurde wie gemacht?

Die Fehler von heute sind das Wissen von morgen – so lautet eine der Maximen von Dark Horse. Die zweite knüpft genau dort an: Lieber um Verzeihung bitten als um Erlaubnis fragen. Fehlschläge, Umwege und Überraschungen gehören zum Innovationsprozess. Deshalb werden Fehler bei Dark Horse auch nicht skandalisiert oder sanktioniert, sondern mit einer Auszeichnung bedacht: Zweimal im Jahr wird der „Fail Award“ für die besten Fehler vergeben. Dabei geht es nicht darum, einzelne an den Pranger zu stellen. Denn das Vorschlagsrecht liegt bei jedem selbst. Jeder und jede kann für sich entscheiden, welchen Fauxpas er oder sie „nominiert“.

In gelöster Stimmung kommen bei der Preisverleihung ernste Themen aufs Tapet: von Schreibfehlern im Kundennamen bei einem wichtigen Angebot über falsch bestelltes Material bis hin zu finanziell schwerwiegenderen „Fails“ können eigene Fehler vorgebracht werden. Hintergrund ist aber immer, gemeinsam zu überlegen, wie Fehler künftig vermieden werden oder was man aus ihnen lernen kann. Die Gruppe bestimmt den Gewinner, der bis zur nächsten Preisverleihung eine Art Wanderpokal und viele Schulterklopfer bekommt. Niemand muss befürchten, als „Tor“ des Monats gebrandmarkt zu werden.

Der „Fail Award“ ist nur ein Werkzeug aus einer ganzen Kiste von Tools, mit denen Dark Horse die erfolgreiche Zusammenarbeit von 30 Kreativen organisiert ohne den Meinungsaustausch und das gemeinsame Brüten an Innovationen zur Endlosschleife werden zu lassen. Einfache Kommunikationsregeln sind deshalb Pflicht: nicht dazwischenreden, bei größeren Meetings aufzeigen und die Reihenfolge strikt beachten. Entscheidungen werden gemeinsam gefällt – wer Einwände geltend macht, muss eine neue Entscheidungsgrundlage erarbeiten. Dieser „Zwang“ zu konstruktiver Kommunikation fördert ergebnisorientiertes Arbeiten.

Ergebnisse

Was konnte erreicht werden?

  • Der Fail Award stärkt die Vertrauenskultur im Unternehmen.
  • Er hilft den Überblick zu bewahren und schafft Transparenz.
  • Das gesamte Unternehmen als „fehlertolerantes System“ aufzubauen stärkt die Innovationskraft, weil niemand Angst vor ganz neuen Wegen haben muss – selbst wenn sie sich im Nachhinein als falsch erweisen.
  • Ressourcen für „Controlling“ jenseits betriebswirtschaftlicher Kennzahlen müssen nicht bereitgehalten werden. Dark Horse investiert dafür in Vertrauenspflege – was die Beteiligten allerdings gern tun.
  • Gemeinsame Erfolge werden durch geteilte Misserfolge umso bedeutsamer.

Erfolgsfaktoren

Was können andere davon lernen?

  • Der Fail Award bleibt im geschützten Raum von Dark Horse, damit sich niemand bloßgestellt fühlen muss. Niemand wird gezwungen, sich um den Preis zu bewerben. Er dient dazu, dass alle aus Fehlern lernen können.
  • Vertrauen macht Arbeit. Es muss aufgebaut und gepflegt werden. Der unternehmerische Effekt liegt in größerer Arbeitsfreude und kleinerem Kontrollaufwand.

Hinweis

Dark Horse wurde 2014 mit dem Preis "Xing New Work Award" ausgezeichnet und belegte Platz 3.

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Zusatzinformationen

Logo

Logo Dark Horse

Ansprechpartner/in

Monika Frech

Co-Founderin und Partnerin

Dark Horse GmbH & Co. KG
Glogauerstr. 6
10999 Berlin

Telefon: 030 81 039 - 231

Steckbrief

Themen

  • Führung
  • Führung & Kommunikation
  • Partizipation & Motivation
  • Personalentwicklung

Branche

  • Erbringung von wirtschaftlichen Dienstleistungen

Bundesland

  • Berlin

Unternehmensgröße

  • 1 - 49 Mitarbeiter

Standort des Unternehmens

Abbildung des Unternehmensstandortes auf der interaktiven Karte