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Keine halben Sachen beim Betriebshof Bad Homburg: Eine hauptamtliche Sicherheitsfachkraft zahlt sich aus

Für viele Unternehmen sind sichere und gesunde Arbeitsbedingungen der Schlüssel zum Erfolg. Die hauptamtliche Sicherheitsfachkraft (SiFa) im Betriebshof der Stadt Bad Homburg vor der Höhe unterstreicht das Bekenntnis des Unternehmens zu den gesundheitlichen Belangen der Beschäftigten.

Ein Mann mit Sicherheitsweste fotografiert in die Richtung des Betrachters
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Alles im Blick: Der hauptamtliche Experte für Arbeitssicherheit dokumentiert Arbeitsabläufe zur Vorbereitung von Unterweisungen

Ausgangslage:

Was war die Herausforderung?

Eine funktionierende Stadt ist ein wichtiger Standortfaktor. Der Betriebshof Bad Homburg ist ein städtischer Eigenbetrieb mit über 200 Beschäftigten. Das Unternehmen kümmert sich unter anderem darum, dass in der 52.000-Einwohner-Stadt im Taunus der Abfall entsorgt, die Straßen und Abwasserkanäle gereinigt und instand gehalten sowie Grünflächen und Friedhöfe gepflegt werden. Damit dies möglichst reibungslos gelingt, stehen Gesundheit, Sicherheit und Arbeitszufriedenheit im Mittelpunkt. Der Betriebshof Bad Homburg hat es sich zum Ziel gesetzt, die Ausfallzeiten durch Arbeitsunfälle und Krankheiten so gering wie möglich zu halten.

Aktivitäten:

Was wurde wie gemacht?

Die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten ist in einem Unternehmen wie dem Betriebshof Bad Homburg ein Vollzeitjob – so sehen es dort die Verantwortlichen. Deshalb wurde im Sommer 2009 eigens eine Fachkraft für Arbeitssicherheit angestellt, welche die gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben wahrnimmt und die Beschäftigten zugleich zu sicherheitsgerechtem Verhalten motiviert.
Der „Arbeitsschutzmanager“ kümmerte sich federführend um eine umfassende Gefährdungsanalyse für alle Arbeitsbereiche und Tätigkeiten. Dabei wurden alle betrieblichen Akteure wie Abteilungsleiter, Vorarbeiter, Mitarbeiter und Betriebsarzt einbezogen.
Die Beteiligung der Beschäftigten endete jedoch nicht mit der Bestandsaufnahme möglicher Gefährdungen, sondern erstreckte sich auch auf die Umsetzung der Verbesserungen. So wurden die Beschäftigten bei der Auswahl von Warnschutz- und Arbeitskleidung, aber auch bei Geräten, Maschinen und Fahrzeugen vorher ausführlich befragt. Dadurch konnte eine Reihe von Verbesserungen erreicht werden:

  • Durch die Anschaffung eines Spezialfahrzeugs zur Sinkkastenreinigung konnten die körperlichen Belastungen durch schweres Heben und ständiges Hoch- und Heruntersteigen vom Führerhaus deutlich verringert werden.
  • Hausmüll wird nur noch mit Niederflurfahrzeugen gesammelt, die ebenfalls eine niedrige Einstiegshöhe bieten und dadurch Rücken und Kniegelenke schonen.
  • Ein Greifarm am Buschholzhacker übernimmt die Zuführung schwerer Äste und Abschnitte von Baumstämmen und vermeidet so das Heben schwerer Lasten.
  • Alle Beschäftigten in Lärmbereichen erhielten für einen effizienten und straßenverkehrstauglichen Gehörschutz sogenannte Otoplastiken, die genau an die Anatomie ihres Gehörgangs angepasst sind.
  • In der Gärtnerei (Steharbeitsplätze) entlasten Anti-Ermüdungsmatten vor den Pflanztischen den Rücken und bieten Schutz gegen Ausrutschen.

Unterweisungen sind vorgeschrieben und werden deshalb oft als lästige Pflicht empfunden. Im Betriebshof Bad Homburg hat man aus der Pflicht eine Kür gemacht und Präsentationen für alle Arbeitsplätze erstellt, um Gefährdungen und Maßnahmen eindringlicher vermitteln zu können.
Neben Unfallgefährdungen und physischen Belastungen rücken Stress und psychische Belastungen bei der Arbeit immer stärker in den Fokus. Im Betriebshof der Stadt Bad Homburg v. d. H. hilft ein Stressmanagement, Stressfaktoren zu erkennen und gezielt zu bearbeiten. Dabei wird auch das Führungsverhalten nicht ausgeklammert: Es kann als Stressor negativ wirken, aber auch als Ressource gezielt genutzt werden. Führungskräfte werden deshalb geschult, um ihre soziale Kompetenz zu stärken

Ergebnisse:

Was konnte erreicht werden?

  • Die Berufung einer hauptamtlichen Sicherheitsfachkraft hat sich für das Unternehmen gelohnt. Anfängliche Befürchtungen, die Auslastung der SiFa könnte zu gering sein, haben sich in der Praxis nicht bestätigt. Die Pläne, die SiFa als Dienstleistung anderen Unternehmen zur Verfügung zu stellen, wurden erst einmal fallen gelassen.
  • Die Zahl der Unfälle und Ausfalltage ist in den letzten Jahren drastisch zurückgegangen. Wurden 2009 noch 19 Arbeitsunfälle registriert, waren es 2014 – wie in den Jahren davor – nur noch 6. Die Zahl der Ausfalltage sank von 686 (2007) auf 44 (2014).
  • Das Betriebsklima hat sich spürbar verbessert. Sicherheitskultur und ein sehr hohes Sicherheitsbewusstsein sind heute zum Unternehmenskern geworden. Die Arbeitsschutzorganisation ist heute voll in das Betriebsleben integriert.
  • Die Mitarbeiter sehen die Fachkraft für Arbeitssicherheit nicht in der „Polizeifunktion“, sondern als Kollege, der helfend unter die Arme greifen will.
  • Auch die psychische Gefährdungsbeurteilung wird durchgeführt, die Ergebnisse werden ebenfalls konsequent umgesetzt.

Erfolgsfaktoren:

Was können andere davon lernen?

Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit müssen zum integralen Bestandteil des Berufsalltags werden und dürfen nicht als lästige Pflicht behandelt werden. Dadurch steigt die Akzeptanz und Motivation bei den Mitarbeitern – eine Grundvoraussetzung zur Erzielung positiver Ergebnisse.

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Zusatzinformationen

Logo

Logo des Betriebshofes Bad Homburg

Ansprechpartner/in

Klaus Mennecke

Fachkraft für Arbeitssicherheit

Betriebshof Bad Homburg v. d. Höhe
Nehringstraße 7-9
61352 Bad Homburg v. d. H.

Telefon: 06172 6775 69

Ralf Bleser

Betriebsleiter

Betriebshof Bad Homburg v. d. H.
Nehringstraße 7-9
61352 Bad Homburg v. d. H.

Telefon: 06172 6775 76

Steckbrief

Themen

  • Führung
  • Gesundheit
  • Führung & Kommunikation
  • Physische & psychische Gesundheit
  • Organisationelle & individuelle Resilienz

Branche

  • Erbringung von öffentlichen und persönlichen Dienstleistungen

Bundesland

  • Hessen

Unternehmensgröße

  • 50 - 249 Mitarbeiter

Standort des Unternehmens

Abbildung des Unternehmensstandortes auf der interaktiven Karte