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Gemeinsam stärker in Waldbröl – durch Betriebsnachbarschaften entsteht mehr Vielfalt in der Gesundheitsförderung

Betriebliche Gesundheitsförderung ist für viele Klein- und Mittelbetriebe immer noch ein scheinbar weit entferntes Ziel: Bei kleinen Belegschaften ist es schwierig, ein vielseitiges Angebot aufzubauen, das auf verschiedene Belastungsarten Bezug nimmt. Das Beispiel der Baucentrum Cronrath GmbH zeigt, wie durch Betriebsnachbarschaften und Kooperationen mit Krankenkassen und Gesundheitsanbietern das Angebot enorm verbreitert werden kann.

Das Bild zeigt das Baucentrum Cronrath in Waldbröl
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Das Baucentrum Cronrath in Waldbröl

Ausgangslage

Was war die Herausforderung?

Die Baucentrum Cronrath GmbH im Bergischen Land beschäftigt ca. 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das in vierter Generation geführte Familienunternehmen bietet mit einem Baumarkt, zwei Baustoffhandlungen und einem Gartencenter Produkte für Handwerksbetriebe und Endkunden. Wie viele andere kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland stand auch die Baucentrum Cronrath GmbH vor der besonderen Herausforderung, ein betriebliches Gesundheitsmanagement umzusetzen, um die Beschäftigungs-fähigkeit der Belegschaft langfristig zu sichern. Die Vielschichtigkeit der Tätigkeiten im Betrieb erfordert allerdings passgenaue und individuelle gesundheitsförderliche Maßnahmen, was gerade für kleine und mittlere Betriebe eine finanzielle und logistische Herausforderung darstellt.

AKTIVITÄTEN

Was wurde wie gemacht?

Das Baucentrum Cronrath entschied sich für die Teilnahme an einer Betriebsnachbarschaft im Rahmen des INQA-Projekts „GeMit – Gesunder Mittelstand Deutschland“.
Dabei schließen sich bis zu 15 klein- und mittelständische Betriebe in direkter Nachbarschaft, etwa im selben Gewerbegebiet, zusammen. Gemeinsam gehen sie dann Projekte wie den Aufbau eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements an. Betreut wurde die neugegründete Betriebsnachbarschaft Waldbröl durch einen Gesundheitscoach des BGF-Instituts und die AOK Rheinland/Hamburg als Netzwerkkoordinator. Darüber hinaus beteiligten sich zahlreiche regionale Gesundheitsanbieter am Projekt.

Zur Auftaktveranstaltung in der neuen Lagerhalle eines am Projekt teilnehmenden Unternehmens kamen mehr als 280 Beschäftigte. Sie absolvierten auf dem „Markt der Gesundheitsmöglichkeiten“ Gesundheits-Check-ups und erlebten viele weitere Angebote rund um das Thema Gesundheit. So nutzten die Beschäftigten des Baucentrums Cronrath den Tag, um ihren Blutdruck, Blutzucker- und Cholesterinwert zu prüfen. Auch Ausdauer, Kraft und Koordinationsfähigkeiten konnten spielerisch und ohne Druck getestet werden. Wer sich für Angebote zur Stärkung der Gesundheit interessierte, konnte an einem Nordic-Walking-Schnupperkurs teilnehmen, Entspannungseinheiten auf einer Klangliege ausprobieren und Informationen zu den Themen Stressmanagement, gesunde Ernährung und Raucherentwöhnung erhalten.

Nach dem Aktionstag wurden alle Beschäftigten zu ihren Wünschen für die Gesundheitsangebote in der Betriebsnachbarschaft Waldbröl befragt. Je nach Tätigkeit wünschten sich die Beschäftigten des Baucentrums Cronrath unterschiedliche Gesundheitsangebote. So waren die Mitarbeiter aus dem Lagerbereich vor allem am Programm „Rückenfit am Arbeitsplatz“ interessiert, Verwaltungsmitarbeiter äußerten verstärkt Interesse an Angeboten zur Stressprävention und zur gesunden Ernährung. Fitness- oder Yogakursen, die in Kooperation mit einem Fitnessstudio angeboten wurden, waren bei allen Beschäftigten gleichermaßen beliebt.

Der im Rahmen des Projekts entwickelte INQA-Check „Gesundheit“ wurde als Managementinstrument eingesetzt. Unter Anleitung von BGF-Experten erörterten die Teilnehmenden die verschiedenen Handlungsfelder des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Ein Maßnahmenplan stellte sicher, dass die Handlungsfelder im Unternehmen im weiteren Projektverlauf kontinuierlich bearbeitet wurden.

Durch die Betriebsnachbarschaft Waldbröl konnten viele unterschiedliche Gesundheitsangebote für Mitarbeiter geschaffen werden, z.B. Bewegungsschulungen am Arbeitsplatz für Beschäftigte, die vorrangig monotone Arbeiten ausführen. Sie erhielten von einem Bewegungsexperten Tipps für belastungsspezifische Ausgleichsübungen. Beschäftigten mit bewegungsintensiven Tätigkeiten wurden ebenfalls Ausgleichs- und Entlastungsmöglichkeiten vermittelt. Verwaltungsmitarbeiter konnten in Stressmanagementseminaren lernen, besser mit Arbeitsverdichtung umzugehen. In Zusammenarbeit mit regionalen Gesundheitsanbietern wurden mehrwöchige Bewegungs- und Ernährungskurse für die Mitarbeiter angeboten. Eine Umfrage unter den Beschäftigten ergab, dass etwa ein Drittel Angebote in einem Fitnessstudio nutzen würde, ein Viertel zeigte Interesse an einem Ernährungskurs.
In der Betriebsnachbarschaft haben sich alle Unternehmen darauf geeinigt, dass Veranstaltungen wie der Markt der Gesundheitsmöglichkeiten, einmalige Vorträge, Seminare und Verhaltensschulungen am Arbeitsplatz als Arbeitszeit angerechnet werden.

Ergebnisse

Was konnte erreicht werden?

  • Die Mitarbeiterzufriedenheit ist durch die Gesundheitsangebote gestiegen.
  • Nachhaltiger und langfristiger Erhalt der Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten
  • Steigerung der Arbeitgeberattraktivität und Wettbewerbsvorteile bei der Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter.

Erfolgsfaktoren

Was können andere davon lernen?

  • Langfristig andauernde Maßnahmen wirken nachhaltiger als Kurzzeitinterventionen. So zeigte der sechswöchige Schrittzählerwettbewerb, dass auch nach Abschluss des Wettbewerbs bewusster mit dem Thema Bewegung im Alltag umgegangen wurde. Auch die mehrwöchigen Ernährungs- und Bewegungskurse lösten ein Umdenken aus, z.B. Obst als Zwischenmahlzeit, Wasser statt Softdrinks, Ausgleichsübungen am Arbeitsplatz als Ergebnis der Rückenfitkurse.
  • Die Führungskraft muss hinter dem Thema Gesundheit stehen und Maßnahmen der BGF befürworten.
  • Das Angebot von Maßnahmen während der Arbeitszeit erhöht die Motivation zur Teilnahme bei den Beschäftigten. Vor allem beim Markt der Gesundheitsmöglichkeiten hat sich gezeigt, dass die Teilnehmerzahl mit 280 von insgesamt 320 Beschäftigten aus der gesamten Nachbarschaft im Vergleich zu anderen Gesundheitstagen sehr hoch war. Auch die Stressmanagement- Seminare waren vollständig ausgebucht.
  • Ein breites Spektrum an Angeboten erhöht die Anzahl der erreichten Mitarbeiter. Im Projekt wurden Maßnahmen aus allen vier Präventionsbereichen (Ernährung, Bewegung, Sucht, Stressprävention) angeboten. So konnte jeder Beschäftigte ein für sich passendes Angebot finden.
  • Durch die Unterstützung der Krankenkassen bei Planung, Umsetzung und Evaluation von BGM-Maßnahmen konnten typische Hindernisse von Kleinst-, kleinen und mittleren Unternehmen (KKU und KMU) bei der Einführung und nachhaltigen Etablierung eines BGM überwunden werden.
  • Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung müssen auf das individuelle Risikoprofil der jeweiligen Tätigkeit abgestimmt sein.
  • Über die Einbindung von regionalen Gesundheitsanbietern (Fitnessstudios, Ernährungsberater, Yoga-Schulen etc.), kann ein umfangreiches Angebot ortsnah und kostengünstig realisiert werden.
  • Steuerkreistermine bieten die Möglichkeit, Handlungsfelder überbetrieblich zu bearbeiten (z.B. Praxisinput zum Thema Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen.)

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Zusatzinformationen

Logo

Logo der Cronrath GmbH

Ansprechpartner/in

Stefan Sandor

Geschäftsführender Gesellschafter

Baucentrum Cronrath GmbH
Wiehler Straße 20
51545 Waldbröl

Telefon: 02291-792-242 (Frau Spexard, Personalreferentin)

Dr. Birgit Schauerte

Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung GmbH
Neumarkt 35-37
50667 Köln

Telefon: 0221 27180-113

Steckbrief

Themen

  • Gesundheit
  • Physische & psychische Gesundheit
  • Mittelstand

Branche

  • Handel
  • Baugewerbe

Bundesland

  • Nordrhein-Westfalen

Unternehmensgröße

  • 50 - 249 Mitarbeiter

Standort des Unternehmens

Abbildung des Unternehmensstandortes auf der interaktiven Karte