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"Pause ist Gold": Kurzpausen in der Diakonie Riesa-Großenhain geben Kraft für einen anstrengenden Arbeitstag

Die stationäre Pflege steht im Ruf, die körperlichen und psychischen Kräfte ihrer Beschäftigten schneller als andere Berufe zu verbrauchen. Das SeniorenHaus "Albert Schweitzer" in Riesa schafft hier Abhilfe und entlastet seine Beschäftigten durch erholsame Kurzpausen. Diese Pausen werden zusätzlich zu den gesetzlich vorgeschriebenen, längeren Ruhepausen gewährt und steigern die Mitarbeiterzufriedenheit.

Die Pflegedienstleitung sitzt bei einem Gespräch mit drei Bewohnerinnen im Garten.
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Pflegedienstleitung mit drei Bewohnerinnen im Garten.

Ausgangslage

Was war die Herausforderung?

Das Durchschnittsalter der Belegschaften in der stationären Pflege steigt, qualifizierte Fachkräfte sind rar. Das SeniorenHaus "Albert Schweitzer" der Diakonie im sächsischen Riesa hat deshalb bereits 2012 ein betriebliches Gesundheitsmanagement aufgebaut. Ziel war es, Stress gerade für ältere Pflegende zu reduzieren, aber auch die Leistungsfähigkeit langfristig zu erhalten und die Arbeitszufriedenheit zu steigern. Gleichzeitig sollten die Konzentration bei der Arbeit erhöht und Flüchtigkeitsfehler vermieden werden. Ein Wunsch der Mitarbeitenden waren störungsfreie Pausen und damit bessere Erholungszeiten im oft stressigen Arbeitsalltag. Aus "heimlichen" Erschöpfungspausen sollten offene und effektive Momente der "Energierückgewinnung" werden.

Aktivitäten

Was wurde wie gemacht?

Während eines betrieblichen Projektes zur Stärkung der subjektiven Gesundheit und dem Erhalt der Arbeitsfähigkeit von Pflegenden wurde die Optimierung der Pausenorganisation durch Einführung eines Kurzpausenregimes diskutiert. In einer nachfolgenden Mitarbeiterbefragung sollten die Pflegenden ihre Arbeitsbedingungen einschätzen. Ergebnis: Viele Beschäftigte fühlten sich durch hohen Zeitdruck belastet und bekundeten Interesse an der Idee, Kurzpausen einzuführen. Im nächsten Schritt wurde die Geschäftsführung überzeugt und ein Steuerkreis gegründet. Weitere Beteiligte waren eine regionale Krankenkasse, eine externe Beratungsfirma im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz und die Betriebsärztin. Bevor die Pausen, und damit das eigentliche Thema, in Angriff genommen werden konnten, wurde in einem zweiten Schritt die mittlere Führungsebene der Einrichtung einbezogen. Sie ist entscheidender Wegbereiter für ein erfolgreiches Pausensystem. Hier braucht es Akzeptanz und auch die notwendigen kommunikativen Kompetenzen, um die Mitarbeitenden auf anstehende Veränderungen gut vorzubereiten. Das SeniorenHaus bot seinen Führungskräften entsprechende Trainings und Möglichkeiten zum Austausch an. Auf Initiative der Mitarbeitervertretung wurde vereinbart, dass die bisherige Hauptpause von 30 Minuten garantiert bleibt.

Nun konnte es losgehen. Zunächst wurde ein betriebsinterner Wettbewerb zur Namensfindung für das Projekt ausgerufen. Dies lenkte die Aufmerksamkeit auf die Kurzpause und machte aus Beschäftigten Beteiligte. Ergebnis: "Reden ist Silber, Pause ist Gold". Gleichzeitig entstanden Ideen für eine erholsame Pausengestaltung. Diese reichten von einem tiefen bewussten Atemzug am geöffneten Fenster, über das Wechseln von einem lauten in einen ruhigen Bereich, bis hin zur Nutzung des Trampolins.
Die tatsächliche Umsetzung der Kurzpausen wurde in den Wohnbereichen durch einen regelmäßigen Austausch in den Mitarbeiterbesprechungen (Habe ich es geschafft, meine Kurzpausen einzuhalten? Wenn ja: Was habe ich gemacht, was hat mir gut getan? Wenn nicht: Warum nicht? Was kann mir helfen?) und gut sichtbare Erinnerungshilfen auf den Fluren unterstützt. Schließlich wurde ein hausinterner Pausenkongress zur Sicherung der Nachhaltigkeit mit Unterstützung der zuständigen Berufsgenossenschaft und einer regionalen Krankenkasse veranstaltet.

Ergebnisse

Was konnte erreicht werden?

  • Die Projektergebnisse mündeten in eine Dienstvereinbarung zum Thema Kurzpausen: Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter darf und soll eigenverantwortlich individuelle Kurzpausen von bis zu drei Minuten in Anspruch nehmen. Die 30-Minuten-Hauptpause bleibt davon unberührt.
  • Das Kurzpausensystem ist im Trägerleitbild und im Qualitätsmanagement der Einrichtung verankert und fester Bestandteil bei der Einarbeitung neuer Mitarbeitender. Mitarbeitende erinnern sich teilweise gegenseitig an die Einhaltung der Kurzpausen.
  • Das Ergebnis der anonymen Mitarbeiterbefragung spiegelt einen hohen Zufriedenheitsgrad der Mitarbeitenden wieder.
  • Allgemein ist das Gesundheitsbewusstsein gestiegen: Angebote zur Mitarbeitergesundheit werden intensiv genutzt.

Erfolgsfaktoren

Was können andere davon lernen?

  • Auf der Mitarbeitenden- und Leitungsebene fanden vorab Besprechungen statt. Die Leitungsebene stand vollständig hinter dem Projekt. Ein Steuerkreis erleichterte die Koordinierung.
  • Wichtig ist eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Heimleitung und Pflegedienstleitung.
  • Eine regionale Krankenkasse sowie die zuständige Berufsgenossenschaft unterstützten das Projekt.
  • In das Kurzpausenprojekt wurden alle Bereiche einbezogen, d.h. auch Sozialtherapie, Verwaltung, Hauswirtschaft und Haustechnik.
  • Das "Publikmachen" der Pausenregelung bei Angehörigen und Besuchern sorgt für Transparenz und einen offenen Umgang mit dem Thema hohe Anforderungen im Arbeitsalltag.
  • Die Projektentwicklung und -umsetzung erfolgte ausschließlich im Rahmen der Dienstzeit.

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Zusatzinformationen

Logo

LOGO SeniorenHaus „Albert Schweitzer“ in Riesa

Ansprechpartner/in

Katja Hesse

Pflegedienstleitung(en)

SeniorenHaus "Albert Schweitzer" (Diakonie Riesa-Großenhain gGmbH)
Robert-Koch-Straße 7
01589 Riesa

Telefon: 03525 - 61 75 13

Michael Kimme

Pflegedienstleitung(en)

SeniorenHaus "Albert Schweitzer" (Diakonie Riesa-Großenhain gGmbH)
Robert-Koch-Straße 7
01589 Riesa

Telefon: 03525 - 61 75 13

Andreas Kummer

Inhaber Motio Berlin: Externer Moderator, Fachberater, Trainer

Motio Berlin-Brandenburg
Kantstraße 150
10623 Berlin

Telefon: 030 - 92 37 83 09

Steckbrief

Themen

  • Gesundheit
  • Chancengleichheit & Diversity
  • Demografie
  • Arbeitsorganisation & Arbeitszeit
  • Physische & psychische Gesundheit
  • Partizipation & Motivation

Branche

  • Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen

Bundesland

  • Sachsen

Unternehmensgröße

  • 50 - 249 Mitarbeiter

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