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Die eigene Gesundheit mit im Blick: das betriebliche Gesundheitsmanagement der EJS Behindertenhilfe

Für Helfende steht die eigene Gesundheit oft weit hinten. Das Evangelische Johannesstift in Berlin hat deshalb beim Aufbau eines neuen Unternehmenszweiges die Mitarbeitergesundheit zur Managementaufgabe gemacht. Das Engagement hat sich für alle Beteiligten gelohnt – und wurde zum Vorbild für das gesamte Unternehmen.

Mehrere Frauen machen Wassergymnastik in einem Schwimmbad
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Angebot zur Wassergymnastik für Mitarbeitende auf dem Gelände des Ev. Johannesstifts

Ausgangslage

Was war die Herausforderung?

Das Evangelische Johannesstift (EJS) wurde vor mehr als 150 Jahren gegründet. Mit der Behindertenhilfe gGmbH kam 2007 ein neuer Zweig hinzu, der inzwischen über 500 Menschen beschäftigt. Die Einrichtung bietet ein abgestuftes System stationärer und ambulanter Wohnformen für Menschen mit Behinderungen in Berlin und Brandenburg.
Das Gesundheitsmanagement ist seit 2011 vollständig in den Arbeitsschutz integriert. Im sogenannten Integrierten Gesundheits- und Arbeitsschutz (IGA) kooperieren alle Akteure, die sich für Sicherheit und Gesundheit im Unternehmen einsetzen. Neben den Sicherheitsbeauftragten sind es die Gesundheitsbeauftragten und Ergonomie-Instruktoren, die mit den Führungskräften und Arbeitsschutzexperten zusammen arbeiten. Während in den ersten 5 Jahren des Gesundheitsmanagements der Aufbau von Strukturen und Prozesse im Vordergrund stand, geht es seit einigen Jahren eher darum, die Mitarbeitenden für die aktive Gesunderhaltung zu sensibilisieren und mobilisieren.

Aktivitäten

Was wurde wie gemacht?

In regelmäßigen Abständen wird eine Mitarbeiterbefragung als psychische Gefährdungsbeurteilung durchgeführt, die ein guter Gradmesser für die Gesundheitsförderung im Unternehmen ist. Es werden Verbesserungen festgestellt, so z.B. Pausenverhalten und Führungsqualität (2011), aber auch wiederkehrende Belastungen genannt, wie z.B. die Dienstplangestaltung, die im Personalmangel schwierig zu gestalten ist (2015).
Daraus abgeleitete Maßnahmen sind fest in die Unternehmenssteuerung (Balanced Scorecard) integriert und erhalten die gleiche Wichtigkeit wie Qualitäts- oder wirtschaftliche Ziele. Seit 2016 liegt der Schwerpunkt des Gesundheitsmanagements im Ausbau der individuellen und organisationalen Resilienz. Das gilt gleichermaßen für die Mitarbeitenden und Führungskräfte.

Ergebnisse

Was konnte erreicht werden?

  • Etwa 65 Prozent der Belegschaft nutzen Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung. Das Ziel, Eigenverantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen ist damit bei mehr als zwei Dritteln der Beschäftigten angekommen.
  • Eine wissenschaftliche Evaluation 2015 hat nachgewiesen, dass sich u. a. die Pausenkultur und Führungsqualität deutlich verbessert haben.

Erfolgsfaktoren

Was können andere davon lernen?

  • Eine glaubwürdige Vision und die Überzeugung des Managementteams, dass sich die Investition in die Gesundheit der Beschäftigten für alle auszahlt, sind Erfolgsvoraussetzungen. Nachhaltiges Personalmanagement lohnt sich für alle Beteiligten: Beschäftigte, Klienten und das gesamte Unternehmen.
  • Die Unterstützung durch externe Fachleute (hier: eine externe Arbeitspsychologin mit einem breiten Erfahrungsschatz und fundierten Kenntnissen) kann den Prozess beschleunigen und die Wirkung erhöhen.
  • Die Beharrlichkeit, gesundheitsförderliche Strukturen aufzubauen und die Führungsqualität zu verbessern, ist eine wichtige Voraussetzung, um die Verantwortung für die eigene Gesundheit zu stärken.
  • Eine vielfältige Angebotsstruktur (z. B. Gesundheitskurse, Pausengestaltung, Gesundheitsbudget) und der Freiraum für den Einzelnen, sein ganz persönliches Gesundheitspotential zu entfalten, verleiht der betrieblichen Gesundheitskultur zusätzlichen Schub.

Hinweis

Die Ev. Johannesstift Behindertenhilfe ist Träger des Deutschen Arbeitsschutzpreises, des Gesundheitspreises der Berufsgenossenschaft für Gesundheit und Wohlfahrtspflege (BGW) sowie des Corporate Health Awards.

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Zusatzinformationen

Logo

Logo der Evangelisches Johannesstift Behindertenhilfe GmbH

Ansprechpartner/in

Blanka Heinrich

Zentrale Gesundheitsbeauftragte

Evangelisches Johannesstift Behindertenhilfe gGmbH
Schönwalder Allee 26
13587 Berlin

Telefon: 030 - 33609- 867

Dr. Irene Preußner-Moritz

Geschäftsführung

SMEO Consult GmbH
Eichkatzweg 33
14055 Berlin

Telefon: 0151 - 230 703 71

Steckbrief

Themen

  • Gesundheit
  • Führung
  • Physische & psychische Gesundheit
  • Organisationelle & individuelle Resilienz

Branche

  • Erbringung von öffentlichen und persönlichen Dienstleistungen

Bundesland

  • Berlin

Unternehmensgröße

  • mehr als 250 Mitarbeiter

Standort des Unternehmens

Abbildung des Unternehmensstandortes auf der interaktiven Karte