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Altersgerecht und zukunftssicher: Prävention und Personalentwicklung beim Bauunternehmen Hering Bau

Auf dem Bau sind die Belastungen besonders hoch. Im demografischen Wandel kann daraus für Bauunternehmen schnell ein Nachteil werden. Die westfälische Hering Bau GmbH hat viele Ansätze für gesündere und motivierte Mitarbeiter gefunden. Der Erfolg: Krankenstand und Fluktuation sind gesunken, das Unternehmen entwickelt sich weiter und sieht sich für die Zukunft gut gerüstet.

Ein älterer Handwerker lernt einen jungen Handwerker an.
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Altersgemischte Teams: Betonfacharbeiter in der Schreinerei des Fertigteilwerks bei der Herstellung einer Schalung

Ausgangslage

Was war die Herausforderung?

Die Hering-Gruppe stellt Architekturfassaden her und hat sich auf Produkte für den öffentlichen Raum sowie auf Systemlösungen beim Bau von Schienenverkehrs-Infrastruktur spezialisiert. Das mittelständische Unternehmen beschäftigt rund 320 Mitarbeiter am Hauptsitz im westfälischen Burbach, weitere 150 an den Standorten in Essen und Sabrodt. Das Durchschnittsalter der Belegschaft in Burbach liegt bei 43 Jahren, jeder vierte Mitarbeiter ist über 50. Im Jahr 2020 werden 50% der Mitarbeiter älter als 45 Jahre sein.

Das Unternehmen führt regelmäßig Altersstrukturanalysen durch. Ergebnis: Im Jahr 2020 werden bereits 60 Prozent der Mitarbeiter älter als 45 Jahre sein. Angesichts der hohen Belastungen in der Fertigteilproduktion und auf den Baustellen hat das Unternehmen bereits seit 1995 den Startschuss für die betriebliche Gesundheitsförderung und damit auch für eine altersgerechte Personalentwicklung gegeben.

Aktivitäten

Was wurde wie gemacht?

Insbesondere Muskel- und Skeletterkrankungen sollten durch betriebliche Präventi-onsangebote verringert werden. Die Angebote im Bereich Gesundheitsförderung werden regelmäßig auf ihre Wirksamkeit hin überprüft und angepasst. Seit gut 12 Jahren betreibt Hering auf seinem Werksgelände ein öffentliches Ge-sundheitsstudio. Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen, Sportveranstaltungen und Gesundheitstage sowie Kurse zum Zeit- und Stressmanagement sind Bestandteile des freiwilligen Gesundheitsangebotes. Inzwischen wurden in jedem Hering-Unternehmen speziell für gewerbliche Mitarbeiter Multiplikatoren darin ausgebildet, mit den Kollegen in bewegten Pausen kurze Übungen zum Belastungsausgleich durchzuführen. Speziell zur Prävention im Bereich psychische Belastungen werden Experten-Workshops im Sinne der psychischen Gefährdungsbeurteilung durchgeführt. Außerdem wird seit 2016 eine gesunde warme Mittagsverpflegung angeboten.

Bereits seit 2009 werden sämtliche Führungskräfte darin sensibilisiert und trainiert "gesund zu führen", d.h. sie lernen, wie sie Druck und Stress bei ihren Mitarbeitern erkennen und Erkrankungen vorbeugen können.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Arbeitsplatzgestaltung. Seit 1995 wurden in vielen Bereichen Maßnahmen ergriffen, die es auch älteren Mitarbeitern ermöglichen, ihre Arbeit möglichst ohne Einschränkung zu verrichten. Dazu gehören höhenverstellbare Fertigungstische, maschinelle Vorrichtungen zum Heben und Tragen von Lasten sowie ergonomisch gestaltete Bildschirmarbeitsplätze. Mitarbeiter 60Plus haben durch ein Entgeltumwandlungsmodell die Möglichkeit, bis zu fünf Tage Urlaub mehr im Jahr zu bekommen.

Speziell vor dem Hintergrund des demographischen Wandels hat das Unternehmen weitere Lösungen gefunden: Gleisbau-Kolonnen werden als altersgemischte Teams zusammengestellt, so dass jüngere Mitarbeiter vom Erfahrungswissen der Älteren profitieren und das Know-how des Unternehmens erhalten bleibt.

Weiterbildung bzw. -qualifizierung stehen bei Hering allen Mitarbeitern unabhängig vom Alter offen.

Laufbahnen werden aktiv gestaltet, Nachwuchskräfte systematisch gefördert.

Hering-Mitarbeiter können auf Zeitwertkonten freiwillig Stunden "ansparen" oder Entgelte umwandeln. Durch diese Regelung können bis zu drei Jahre Vorruhestand oder andere zweckgebundene Freistellungszeiten angespart werden.

Leistungs- und Treueprämien für die gesamte Belegschaft sowie Mitarbeiterpartnerschaften binden junge wie alte Arbeitnehmer an das Unternehmen und sorgen für Motivation.

Darüber hinaus hat eine beteiligungs- und mitarbeiterorientierte Unternehmenspolitik bei Hering Bau Tradition. Bereits 1971 wurde ein Gewinnbeteiligungsmodell eingeführt, das bis heute alle Mitarbeiter am Erfolg teilhaben lässt. Durch regelmäßige Mitarbeiterbefragungen, ein aktives Ideenmanagement und verschiedene zeitgemäße interne Kommunikationsmittel werden die Dynamik und Weiterentwicklung des Unternehmens langfristig gesichert.

Ergebnisse

Was konnte erreicht werden?

  • Mit etwa fünf Prozent liegt der Krankenstand deutlich unter dem Branchenmittel.
  • Die Fluktuation ist mit weniger als drei Prozent gering. 14 Jahre arbeitet ein Mitarbeiter heute durchschnittlich bei Hering.
  • Mitarbeiterzufriedenheit und Motivation sind gestiegen.
  • Das Unternehmensimage wurde verbessert, die Arbeitgeber-Attraktivität ist gestiegen.
  • Hoch qualifizierte Mitarbeiter ermöglichen hohe Innovationsfähigkeit und steigern so die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.

Erfolgsfaktoren

Was können andere davon lernen?

  • Sich frühzeitig mit den Folgen des demographischen Wandels befasst und in einem kontinuierlichen Prozess immer neue betriebliche Lösungen entwickelt zu haben.
  • Mitarbeiter als das wichtigste Kapital zu sehen, ist bei Hering kein Lippenbekenntnis, sondern gelebte Philosophie.
  • Mit den Mitarbeitern kommunizieren (MA-Befragungen, MA-Gespräche), um bedarfsgerechte Lösungen gemeinsam zu entwickeln.
  • Eine Unternehmenskultur, die von Vertrauen geprägt ist.

Hinweis

Hering Bau ist Träger des AGE CERT Qualitätssiegels für altersgerechte Personalentwicklung.

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Zusatzinformationen

Logo

Logo von Hering

Ansprechpartner/in

Nicole Trettner

Leitung Personalmanagement

Hering Bau GmbH & Co. KG
Neuländer 1
57299 Burbach (OT Holzhausen)

Telefon: 02736 27 - 0

Steckbrief

Themen

  • Gesundheit
  • Physische & psychische Gesundheit
  • Organisationelle & individuelle Resilienz
  • Mittelstand
  • Demografie

Branche

  • Baugewerbe

Bundesland

  • Nordrhein-Westfalen

Unternehmensgröße

  • mehr als 250 Mitarbeiter

Standort des Unternehmens

Abbildung des Unternehmensstandortes auf der interaktiven Karte