Navigation und Service

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Link zur Startseite) Eine Initiative für
Arbeitgeber und Beschäftigte

Zukunft sichern, Arbeit gestalten

Gesunde Zeitarbeit: Der Personaldienstleister Manpower erprobte erfolgreich, wie die Gesundheitsprävention für Zeitarbeitnehmer verbessert werden kann

Für Zeitarbeitnehmer ist es meist noch die Ausnahme: Ein Gesundheitsmanagement wie es für Stammbelegschaften bereits in vielen Betrieben üblich ist. Der Personaldienstleister Manpower will hier Taktgeber für die gesamte Branche sein und einheitliche Standards einführen.

Ein Mann und zwei Frauen sitzen auf einer Couchgarnitur und betrachten ein Prospekt, welches der Mann hält.
Bild1 / 4

Mit gutem Beispiel voran: Die Ruhelounge des ManpowerGroup Headoffice in Eschborn.

Ausgangslage

Was war die Herausforderung?

Zeitarbeit liegt im Trend. Das spürt auch der Personaldienstleister Manpower. Dabei ist es eine Herausforderung, geeignete Maßnahmen für den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit und der Gesundheit der Mitarbeiter zu implementieren.

Bereits Anfang der 90er Jahre hat Manpower damit begonnen, ein eigenes umfassendes Arbeits- und Gesundheitsschutzsystem aufzubauen. Dieser beruht seither auf folgenden vier Säulen:

  • Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen und einsatzspezifische Unterweisungen
  • "Biomonitoring" als erweiterte freiwillige Gesundheitsuntersuchung
  • Unfallerfassungs- und Unfallanalysesoftware, welches den Kundenunternehmen nach einem Arbeitsunfall ebenfalls zur Verfügung steht
  • Gesundheitskarte "fit & gesund" und Gesundheitshotline (Manpower Medical Service Center). Dort erhalten Mitarbeiter Informationen zu Sportangeboten, Impfungen, Ernährung und anderen Gesundheitsthemen

Dass das bisherige Manpower Arbeits- und Gesundheitsschutzsystem zu sichtbaren Erfolgen geführt hat, belegen Daten zum Unfallgeschehen und Krankenstand, die einen Rückgang zeigen. Doch seit 2001/2002 stagniert die Entwicklung mit leichten Schwankungen und es zeigte sich, dass man an eine Grenze gestoßen ist - wenn auch auf für die Branche relativ hohem Niveau.

Die Analyse der Daten ergab, dass die Unfallhäufigkeit bei Helfertätigkeiten fast fünfmal so hoch lag wie bei Facharbeitern und dass besondere Unfallschwerpunkte zudem Großprojekte mit häufigem Personalwechsel waren. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, suchte man nach anderen Möglichkeiten und fand sie mit Hilfe des Modellprojektes "GEZA" (Gesunde Zeitarbeit).

Aktivitäten

Was wurde wie gemacht?

Von 2008 bis 2011 wurde zusammen mit der AOK Hessen, dem TrainingsZentrumZeitarbeit (TZZ) in Dortmund und fachlicher Unterstützung durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in acht Manpower Kundenunternehmen ein Betreuungskonzept erprobt, das Vorbild für die gesamte Branche werden soll.

Die Schlüsselrolle dabei besetzten die Manpower Personaldisponenten. Sie betreuten 'ihre' Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und wurden darauf geschult, zu erkennen, welche persönliche Unterstützung diese benötigen. Im Rahmen eines ausführlichen Gesundheitsgesprächs analysierten sie die Situation und unterbreiteten Gesundheitsangebote wie beispielsweise Bewegungsanalyse, Stressbewältigungstrainings, eine arbeitsplatzbezogene Rückenschule, Anti-Raucher-Programme oder eine Ernährungsberatung.

Dabei blickte der Personaldisponent nicht nur auf das Verhalten seiner Beschäftigten, sondern auch auf die Arbeitsbedingungen im Kundenunternehmen wie Umgebung, Arbeitsorganisation, aber auch Vorgesetztenverhalten. Er kennt das dortige Präventionskonzept, kann die Verhältnisse vor Ort einschätzen und gegebenenfalls Einfluss nehmen, um Verbesserungen zu erreichen. Grundlage dieser engen Zusammenarbeit mit dem Kundenunternehmen ist die Vereinbarung zum Arbeits- und Gesundheitsschutz ("Hattersheimer Erklärung").

Zur Vorbereitung auf diese anspruchsvolle Aufgabe wurde im Rahmen von GEZA ein Internet-Lernmodul entwickelt, das Kompetenzen zur Führung von Gesundheitsgesprächen und zur Vereinbarung von Präventionszielen vermittelt. Das Lernmodul ist im Internet zu erreichen und vermittelt in übersichtlichen, klar gegliederten Lektionen das notwendige Wissen:

  • Wie wird ein Gespräch vorbereitet?
  • Wie werden im Gespräch Fragen zur Tätigkeit, zur Arbeitsumgebung, zum Gruppenklima und Vorgesetztenverhalten sowie zur Arbeitsorganisation gestellt?
  • Wie kann man sich auf seinen Gesprächspartner einstellen?

Zusätzlich wurden wichtige Argumente für Gesundheit in der Zeitarbeit geliefert, die auch als Hintergrund für Gespräche mit den Kundenunternehmen dienen konnten.

Heute kann man sagen, dass das Gesundheitsmanagement für Zeitarbeitskräfte voll in die Prozesse integriert und Gesundheit zur gelebten Kultur des Hauses geworden ist. Mittelfristig soll auch für die internen Beschäftigten ein betriebliches Gesundheitsmanagement konsequenter umgesetzt werden.

Manpower hat erkannt, dass angesichts des demographischen Wandels und des damit einhergehenden Nachwuchs- und Fachkräftemangels die Qualität von Zeitarbeit entscheidend für die Zufriedenheit der Kunden, die Motivation und Bindung der externen Beschäftigten sowie die Anwerbung neuer Arbeitskräfte ist. Dabei ist die Honorierung im Rahmen des Bonus-Programmes der AOK Hessen (Business fit) ein positiver Nebeneffekt.

Das erfolgreich erprobte, integrierte Gesundheitsmanagement nach GEZA-Standards soll anschließend möglichst auf die gesamte Branche ausgedehnt werden.

Ergebnisse

Was konnte erreicht werden?

  • Die Unfallquote ist signifikant gesunken (von 41 Unfälle je 1.000 Mitarbeiter im Jahr 2008 auf 23,63 im Jahr 2018)
  • gesunde, motivierte Mitarbeiter
  • Verbesserung der Qualität der Zeitarbeit
  • verbesserte Kundenbindung

Seit Anfang 2013 wird das Gesundheitsgespräch auf Beschluss der Geschäftsführung für die gesamte ManpowerGroup als Instrument zur Verfügung gestellt. Mittlerweile gibt es einen Hauptverantwortlichen für das Betriebliche Gesundheitsmanagement. Weiterhin gibt es eine Gesamtbetriebsvereinbarung zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement für die Manpower GmbH & Co. KG. Seit November 2014 wurde die Stelle des Inklusionsmanagers geschaffen, um eine bessere Betreuung für Menschen mit Behinderung bei der ManpowerGroup sicherzustellen.

Erfolgsfaktoren

Was können andere davon lernen?

  • zentrale Koordinierungsstelle für den Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • Vereinbarung zwischen Personaldienstleister und Kundenunternehmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz (>Hattersheimer Erklärung<)
  • Teilnahme an einem Bonus-Programm der AOK Hessen
  • externe fachliche Unterstützung

Hinweis

Das Projekt GEZA wurde zusammen mit dem Projekt GRAziL im Rahmen des Modellprogramms zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert.

Empfehlen und Drucken

Zusatzinformationen

Logo

Logo vom Manpower

Ansprechpartner/in

 

Michael Kienert

Manager Implementation

Manpower GmbH & Co. KG
Walther-von-Cronberg-Platz 2
60594 Frankfurt am Main

Telefon: 0172 62 91 272

Steckbrief

Themen

  • Gesundheit
  • Wissen & Kompetenz
  • Physische & psychische Gesundheit
  • Lebenslanges Lernen
  • Organisationelle & individuelle Resilienz
  • Mittelstand

Branche

  • Erbringung von wirtschaftlichen Dienstleistungen

Bundesland

  • Bundesweit

Unternehmensgröße

  • mehr als 250 Mitarbeiter

Infomaterial

Standort des Unternehmens

Abbildung des Unternehmensstandortes auf der interaktiven Karte